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Der Israelit · 1870-04-13 · Heft 15-16 (13.4.1870) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 15-16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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271 So möge üns denn der Becher Elijahu's äiti Sedertische ein Symbol sein der nimmer ersterbenden Hoffnung, der nimmer erschlaffenden Thatkraft; und können wir nicht glänzende, von der Welt angestaunte Erfolge erzielen, so dürfen wir doch vertrauensvoll von einer allmählich wirkenden, hingebungsvollen Wirksamkeit einen Segen erwarten, der uns selbst auf Erden überdauert. Im stillen, sanften Säuseln ist Gott. Zeitungsnachrichten uNd Correspon- -enzen. Mainz, den 10. April. In Nr 14. d. Z. im zweiten Leitartikel S. 247 findet sich der folgende Passus: „Diese öffentlichen Geheimnisse können wir in folgende Punkte zusammenfassen: 1) daß sämmtliche Mitgliederdes Central-Cynsistoriums weder Sabbatnoch Speisegesetze beobachten, also kein rüiP, kein Pessach, keine erlaubte Kost, für Manche schon kein Milah mehr, keine Enthaltungsvorschriften, waS noch mehr? " Wir wir heute erfahren, ist. auch der rühmlichst bekannte Herr Albert Cohn Mitglied der genannten Behörde. Daß auf ihn die citirte Schilderung nicht paßt, ist weltbekannt. Auch in Bezug auf andere Mitglieder soll dieselbe nicht zutreffend sein. Wir bedauern innig, daß sich der geehrte Herr Verfasser jenes Artikels nicht genauer an die Wahrheit gehalten. Wenn so mancher Correspondent sich von seinem an sich löblichen Eifer soweit fortreißen läßt, daß . er sich von der Wahrheit entfernt, so möge er bedenken, daß er dadurch der guten Sache ganz empfindlichen Schaden zufügt..-n"D p"n bv ionin dqx. — Mainz, den 4. April. Unsere Leser werden sich noch unserer Mittheilung erinnern, daß ein Herr Na thanSchlesinger in Berlin seit dem 1. Ja nuar d. I. unter dem Titel „Jüdisches Volksblatt" eine Wochenschrift herausgibt. Herr S. war Social-Demokrat und soll überhaupt, wiewohl noch sehr jung, eine recht stürmische Vergangenheit durchlebt haben; seinem Programme gemäß wollte er der sogenannten Mittelpartei angehören. Zum Beginne des ‘ neuen Quartals überrascht uns Herr S. mit dem folgenden Bekenntnisse: „Zum ersten Male nach dem Erscheinen der Probenummer dieser Zeitung" sagt Herr Schlesinger an der Spitze der Nr. 14 seines Blattes, „sprechen wir heute zu unseren Lesern offen und ehrlich, wie wir es'gewohnt sind, von den Zielen, nach denen wir streben und die wir den Edelsten unter unseren Glaubensgenoffen durch unsere journalistische Wirksamkeit als erstrebenöwerth^ hinstellen^ wMen. Wir lasten nur ungern Andere einen Blick kn unser jinnereS Geistesleben, - das mit unseren' äußeren Schicksalen innig verwebt war, werfen; denn wir glauben, daß erst nach jahrelangem Ringen und Schaffen es an der Zeit sein wird, diesen mühevollen, unablässigen, von vielen Enttäuschungen und bitteren Erfahrungen, begleiteten Kampf um die höchsten idealen Güter der Mitwelt zu schildern. Auch wir wollten in unserer. Sturm- und Drang - Periode himmelstürmend alles Alte über Bord werfen, alle Dämme durchbrechen, die unsere weisen Ahnen aufgerichtet haben. Doch mit der größeren Reife unseres Geistes gewannen wir die plastische Ruhe wieder, es klärten sich unsere Ansichten, wir gelangten zur Einsicht, daß durch das allmähliche Hinwegräumen einzelner Bausteine unseres Religionsgebäudes mit der Zeit die Fundamente erschüttert werden würden, daß durch den Durchstich der von unfern Altvordern aufgethürmten Dämme gar bald die zerstörenden Fluth?n der religionslosen Zügellosigkeit über uns Hereinbrechen würden. Wer die Ansichten des gährenden Jünglingsalters in das beginnende Mannesalter hinübernehmen zu müssen glaubt, der zeigt damit wahrlich keine Consiquenz, sondern vielmehr einen Mangel an Entwickelungs- und Bildungsfähigkeit. Sowohl in religiöser, wie in politischer und socialer Beziehung wechseln die. Anschauungen auf den verschiedenen Lebensstufen. Und so haben wir denn die Fahne des überlieferten Judenthums entrollt, unter welcher unsere Väter gegen alle Feinde siegreich gekämpft haben; wir wollen als, treue und tapfere Kämpfer diese Fahne hoch halten und auch die Zaghaften um sie schaaren." Wir wünschen Herrn Schlesinger zu dieser Wandelung von Herzen Glück. Möge die Richtung, der er jetzt huldigt, ihm eine bleibende sein, auch dann, wenn sie ihm keine Vortheile bietet und er für dieselbe wird leiden und Opfer bringen müssen. Lorsch a. d. Bergstr. Die hiesige isr. Gemeinde, aus nur 15 Mitgliedern bestehend, zeichnet sich ganz besonders durch hervorragende Wohlthätigkeit aus,' wovon nicht allein die Spendenlisten des „Israelit," . sondern auch viele Arme in der Nähe und Ferne Zeugniß oblegen. Mögen die edlen Wohlthäter im Wohlthun nicht ermüden; mögen aber auch andere, größere und wohlhabendere Gemeinden sich ein Beispiel daran nehmen und es der unseren zuvorthun. □ WTünchen, im Adar Scheni. Die Vorstände des israel. Frauenvereins — □■non man n"m — von welchem wir erst im vorigen Jahre einen so rühmlichen Rechenschaftsbericht in diesem Blatte bekannt geben konnten, traten vor wenigen Wochen zurück, um die ebenso mühevolle als andauernde Verwaltung dieses Vereins jüngeren Kräften zu überlasten. Herr Josef Billmann als Vorstand erhielt, einen vor-- züglich zchönen Pokal als Ehrengabe und Herr Mathias

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