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Der Israelit · 1870-04-06 · Heft 14 (6.4.1870) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 14 (6.4.1870)
Date
1870-04-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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■ ‘XL Jahrgang. Beilage zu Rr. 14 des Israelit. Leitender Artikel. Der Aerern für paMmenstsche Angelegenheiten in Merlin. Berlin, 27. Adar II. 5630. Der Wohlthätigkeitssinn unserer Giauöensgenossen in Berlin wird sicherlich nirgendwo übertroffen, sehr wenige Gemeinden werden demselben gleichkommen. Man muß in dieser Stadt leben, um das Großartige zu beurtheilen in Bezug auf diese Seite der jüdischen That. ES vergeht kein Tag, an dem nicht an der der Börse eine Privatcollecte zu Gemiluth Cheßed veranstaltet wird, meist aber mehrere. Und so wie dort geht'S an allen @cfen und Enden der Stadt ohne Unterlaß, und man muß es den Wohlhabenden Berlins lassen, daß sie der Initiative der Mäassö mit größtem Entgegenkommen begegnen, sich sehr gern finden Lassen. Um so bedauerlicher war es, daß unsere Brüder in Palästina hier noch keine thätigen Vertreter hatten, daß man an diese Branche echtjüdiscker That ganz vergessen hatte. Wohl, wie man sich denken kann, nicht zu allen Zeiten, denn Berlin war ja eine der hervorragendsten rwnp mS“ip; es war also auch alles vertreten und ausgebaut, was irgend Element zur Construetton derselben ist. Es eristtrte auch hier ein Verein für ton»» p«, es ist auch zu verschiedenen Zeiten für Extraordinarien gesammelt worden, so für die Armen- Pilgerwohnungen, für die große Synagoge in Jerusalem re. rc. Aber— das that Alles noch Ältberlin; seitdem dies niedergetrelen wird dltrch die Hufen der im wilden Galopp das Weite suchenden eentrisugalen Rosse, seitdem man am grünen Tische und in sonstigen gemeindlich-officirllen Kreisen „immer weiter schweifen will" — seit der Zeit ist natürlich psrienn n»y die '"r< man — total eingeschlafen und selbst die Ramm der letzten dazu Gehörigen sind nicht mehr zu eruiren. Neuberlin hat — ganz andere Sorgen. Und so lief B. Gefahr, die traurige Berühmtheit zu erlangen, daß in ihm allein jede Erinnerung an unsre Vergangenheit im heiligen Lande erstirbt, daß Niemand des Landes der Väter gedenkt. Doch eS ist dies G. f. D. anders geworden. Berlin lebt noch und manifestirt auch hierin sein warm pulstrendeS Leben. Es brauchte, wie immer, nur eine Anregung, um diese Actton hervorzurufen; dazu fand Iich vor ca. 6 Wochen passende Gelegenheit. Vor einigen Wochen hielt Dr. Hildesheimer im -io*na einen iron zur Feier des in jene Tage fallenden ersten IahrzeittageS des Rabb. Rosenstein, bei welcher Gelegenheit er noch fünf anderer jüngst Dahingeschiedenen erwähnte, darunterto.-,vipvi-2 rpr'n in Paris und Vaion •uwmik p"pt, und wobei er selbstverständlich deren Verdienste um pn"K anführte. Er erging sich volle« Herzens in Eingangs erwähurcn Betrachtungen und bat die Zuhörer eindringlichst. diesen schönen Stein dem so glänzenden Diadem echt jüdischer Bruderliebe hinzuzufügen, das man so weithinausleuchtend zum wahren Mufterbllde geworden, er bat, daß man sich hierin dem nationalen Leben und Streben anfchließen, wie solches allüberall besonders in den Großstädten Paris, London, New-Aork rc. im Interesse unserer Brüder in Palästina zum Bewußtsein gekommen und zur That gereift rc. rc. — Die Worte waren nicht auf Sand gefallen, noch an demselben Abende vereinigte sich eine Anzahl der Zuhörer, um in Gemeinschaft mit dem Di. H. einen Vkrein für Palästina ins Leben zu rufen. Der rühmlichst bekannte, zu den Frömmsten Bezahlende, gegenwärtig die Ruinen Altberlin'L, so weit diese die Verwaltung der bei der Gemeinde besindlichen p"p betreffen, in Händen habende Hr. Eduard Mende! Unterzeichnete in Verbindung mit elf andern zu den hervorragendsten Mitgliedern Gehörigen ein Circular, welches nach dieser Richtung hin sich an die Gemeindemitglieder wendet, und die Zwecke schon im Allgemeinen detaillirt. Eine Beilage erläuterte mit kurzen Worten die Dringlichkeit aller jener Specialwerke, und eine mitabgedruckte Zuschrift des H. Albert Cohn in Paris an einen der genannten Herren sollte in den Kreisen von vorn herein Beruhigung bringen, wo man Parteibesirebungen, Concurrenz gegen die Alliance u. dgl. hätte wittern können. Alle diese Druckschriften wurden versendet, und trugen die erfreulichsten Früchte. Es schlossen sich sofort die hervorragendsten Persönlichkeiten der verschiedensten religiösen Richtungen dem Unternehmen an, nach wenigen Tagen war die für die Consttlnirung nöthige Anzahl von 100 Mitgliedern erreicht, und zwar — außer einer sofortigen Gabe von 100 Thalern mit Zeichnungen von jährlich ca. dreihundert Thalern. Es wurden sofort — etwa vor acht Tagen die Mitglieder zur Generalversammlung berirfen; ehe diese aber abgehalten wurde, war bereitdie Mitglied-rzahl auf Hunderlfünfzig ge- ‘ stiegen. i Von diesen wur< e nun diese Versammlung gestern \ Abend im Hotel Casscl abgehalten, und verlief so

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