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Der Israelit · 1870-04-06 · Heft 14 (6.4.1870) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 14 (6.4.1870)
Date
1870-04-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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248 ren und m't euch Krieg führen gegen Jene, welche unter der Standarte der Religion unser heiligstes Erbgut verwüsten und dem Untergang entgegenführen. Noch hat die zwölfte Stunde nicht geschlagen, darum auf, ihr Wackeren, es gilt, das geistige Leben eurer Kinder und Kindes kknder zu retten. Jsch mibeth David. AeitungS»achrL<hte« und Correspow denzen. Deutschland. Mainz. 30. März. Wir haben heute wiederum 2582 Gulden 24 kr., im Ganzen jetzt 4757 Gulden (leit Beginn dieses Jahres) den Armen und Nothleidenden im heiligen Lande zukommen lassen. Berlin, den 3. April. Heute feierte hier Herr Oberkantor Lichtenstein das 25jährige Jubiläum seines Wirkens an der Synagoge in der Heydereutergasse. Wer da weiß, was es heißen soll, in einer Gemeinde, wie die hiesige, in allen Wechselfällen und Wandelungen der religiösen Strömungen, mit unerschütterlicher Treue und Festigkeit das Banner des echten, alten Judenthums hochzuhalten, der wird die Bedeutung dieses Aktes würdigen können. Zahlreiche Glückwünsche von Nah und Fern brachten dem verehrten Jubilar deninnigen Ausdruck der Achtung und Liebe entgegen, die derselbe durch die Macht seines Gesanges und durch die Thal seines Lebens, sich erworben hat. Und so wünschen auch wir, daß der allgütige Gott, zu dessen Ehre und Preis er so viele herrliche, fromme und innige Lieder gesungen, dem geehrten sNanne Kraft und Muth verleihe, noch viele, viele Jahre im Dienste der heiligen Sache des Judenthums wirken und schaffen zu können. vr. Gustav Karpeles. AkegenSburg Folgende ergötzliche Bekehrungsgeschichte wird von hier gemeldet: Vergangene Woche trat ein junges äußerst anständig gekleidetes Frauenzimmer in den ischnittwaarenladen des Israeliten S., sich als Nichte des Stadtspfarrers D. vorstellend und mit dem Begehren, ihr zu Auswahl schwarze Seidenstoffe vorzulegen, da sie wegen Ableben der Köchin ihre Onkels Trauer anlegen muffe. Nach kurzer Wahl hatte sich die junge Trauernde entschieden und ließ sich für ein Kleid hinreichenden Stoff mit dem Bemerken vom Stücke schneiden, man möchte ihr, da sie natürlicher Weise als völlig Unbekannte nicht verlangen könne, daß ihr Credit eröffnet werde, den Stoff durch Jemand, der sie jedoch sofort begleiten möcht', zu ihrem Onkel schicken, welcher die Rechnung unverzüglich honoriren werde. Diesem Ansinnen wurde ebenfalls entsprochen und die jüngere Tochter des Hauses ging mit der listigen Gaunerin nach dem Pfarrhefe. Als Beide vor dem Zimmer des angeblichen Onkels angekommen waren, trat die Nichte in das Zimmer des Pfarrers, worin sie jedoch nur kurze Zeit verweilte und im Heraustreten der Wartenden bedeutete, nur einzutreten, der Onkel habe das Geld bereits hergerichtet, worauf sie auch ohne Zögern den Stoff ausgehändigt erhielt. Doch denke man sich das Staunen der jungen Jüdin, als der Herr Stadtpfarrer, nachdem er ihr einen Sitz geboten, ungefähr mit diesen Worten die Unterhaltung eröffnete: „Nun, mein Kind, sagen Sie mir ohne Rückhalt, wünschen Sie wirklich so g^nz aus eigenem Antriebe Ihren Glauben zu verlassen und überzutreten in den Schooß der katholischen Kirche?" — Daß auf diese Einleitung nun eine kleine Pause und dann Erörterungen eintraten, ist wohl selbstverständlich; doch bis sich endlich beide genügend verständigt hatten, war die raffinirte Gaunerin verschwunden und konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. (Fremdenblatt.) Berlin, 28. Adar II 5630. Es liegt uns heute ein ganz kleines Büchlein vor, über das, wollten wir es genau recensiren, ein dickleibiges Buch zu schreiben wäre. Wir nehmen darum von einer Kritik vollkommen Abstand und wollen nur über die Tendenz desselben einige Reihen hierhersetzen. „Fünfzehnter Bericht über die Religionsschule der jüd. Gemeinde in Berlin vom Dirigenten vr. Kirschstein, nebst einer Beilage; die Bibel, insbesondere die biblische Geschichte." Als wir die 23 Seiten der Kirschstein'schen Forschung gelesen hatten, da dachten wir unwillkürlich: Was ist denn der Schreiber dieses — nennen wir eS mit dem reckten Worte — gegen die Göttlichkeit und Wahrhaftigkeit der Bibel gerichteten Pamphlets? , Denn wir hatten beim Lesen g«^nz uud gar vergessen, daß wir den Bericht über eine PdisKk^SchÄr in Händen hatten. Es ist eine traurige Antwort', die wir unS geben mußten — Lehrer, — Mischer Re-1 ligionslehrer ist der Verfasser der Abhandlung. I Doch, was hat denn der Mann geschrieben, wird I der Leser fragen, was hat er in die Welt gesandt,! daß Sie so klagen? I Nachdem vr. K. längst Bekanntes und Gekann-I tes über den Einfluß, den die Bibel auf die Bildung | der Menschheit geübt, die, während der Hellenismus! der Führer der Kunst und Wissenschaft, der Lehrer! der Religion geworden, nachdem er ein Langes und I Breites darüber expcctorirt, kommt er zum Inhalt! der Bibel. Und was findet er da? Nichts als Sa-> gen, Mythen, Erdichtungen, Ausflüsse poetischer Ge-> müther,-aber Geschichte, Wahrheit, Ge-> offenbartes-daran denkt, glaubt er nicht!I Lasten wir zur Illustration vr. K. selbst reden: „Hat! Gott dem Abraham mitgetheilt, daß er Sodom undl Gomorrha und die übrigen Städte wegen ihrer Ge-> waltthätigkeit vernichten wolle? Hat Abr. jene Em-I wände erhoben, durch welche er die Städte zu rettenl suchte? Hat Gott die Einwände in der angegebenen!

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