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Der Israelit · 1870-03-30 · Heft 13 (30.3.1870) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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242 Bewohner gebracht, hat einen Wetteifer erweckt in den | Herzen der Brüder in Nähe und Ferne, nach Kräften zu Helsen, zu retten, und so den erhebenden Beweis geliefert, datz noch nicht verklungen ist in Israel die Erinnerung an die dahin geschwundene Glorie unserer Nation, noch nicht erstorben die Hoffnung auf dereinstigen Wiederbesttz. Schmerzlich aber haben wir die Theilnahme an dem Geschicke unserer armen Brüder gerade hier in Berlin vermißt. Bis vor etlichen Jahren bestand hier eine Anstalt zn diesem Zwecke; warum sollen wir sie nicht in'S Leben zurückrufen? Warum soll die jüdische Gemeinde Berlins, der auf dem Gebiete der Wohlthätigkeit wohl der erste Rang in Deutschland zuerkannt werden darf, in dieser Hinsicht hinter so vielen zurückstehen? Lasset uns mit aller Kraft dahin wirken, in jedem Kreise das Interesse für die heilige Sache wachzurufen; lasset uns, wie dies allenthalben geschieht, ohne Unterschied der religiösen Richtung gemeinsam Hand anlegen an das große Werk." Einige Wochen sind vergangen, da vereinigte sich, wie bereits erwähnt, eine Anzahl der angesehensten Israeliten Berlins, um den Samen, den jene feurigen Worte in die Herzen der Hörer gestreut, zur schönen Frucht gedeihen zu lassen. Herr Eduard Mende, der als leitende Kraft an der Spitze steht, hat Circulare in die jüdische Einwohnerschaft Berlins ergehen lassen, ,on welchen ich mir erlaube, Ihnen ein Exemplar zu überschicken. Nach dem Plane des Genannten und der übrigen Herren Mitglieder des Comitss sind zuvörderst nur an Hiesige Einladungen zur Gründung des Vereins ergangen. Nichtsdestoweniger zählt die Gesellschaft bereits eine nicht unbedeutende Zahl auswärtiger Mitglieder, die sich theils durch momentanen Aufenthalt zum Beitritt veranlaßt gesehen, theils von hiesigen warmen Anhängern dazu aufgefordert wurden. Obgleich das Interesse für das Geschick des h. Landes und seiner Bewohner jederzeit wünschenswerth ist, so war die Constituirung dieses Vereins, wie die neuesten Nachrichten leider ergeben, und wie es der Leitartikel in Nr. 10 dieser Zeitung ergreifend uns vorführte, ganz besonders zeitgemäß. Sobald die erste Nachricht dieser unglücklichen Zustände in der „Börsenzeitung" erschienen war, ging sie in mehrere der bedeutendsten und meistgelesenen hiesigen Blätter über, ein Beweis für die allseitige Theilnahme. Bedeutend angeregt und erhöht wurde dieselbe durch die erfreuliche Thatsache, die in alle Kreise gedrungen ist, daß Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer '"i als Mitglied des Centralcomites für den Bau von Armen- und Pilgerwohnungen zur Verwendung für diese von der Ges.llschcft „Board ef Delegates“ in New-Aork eilfhundertfünfzig Th aler erhalten hat tdi’ nsi 'n;ri' ns. Auch hat Herr Dr. Hildesheimer '"i an nstp “ist 'ttns in seinem Vortrage im Sinne Ihrer Aufforderung sehr warme Worte an die Versammlung gerichtet, die, wie ich aus zuverlässiger Quelle in Erfahrung gebracht, bereits von Erfolg gewesen sind. -mwitt nnvi. 3u Euch nun, I wende ich mich, ihr Männer mit jüdischem Herzen, die ihr in Europa, die ihr zunächst im deutschen Vaterlande wohnet, wollet ihr mit euren Leistungen hinter der Opferfreudigkeit der transatlantischen Brüder zurückstehen? Müßten wir nicht erröthen bei dem Gedanken, daß in unsrer Brust das Herz weniger warmschlage für diese Ehrensache unsrer ganzen Nation? — Ach, es ist die alte traurige Kunde, die vom Osten zu uns herüberdringt. Wieder einmal hat der jammervolle Schrei der Noth und des Elends unser Ohr erreicht. Das hohläugige Gespenst des Hungers wandelt in den Straßen Zions, und schaarenweise fallen ihm die Opfer. Vergebens richtet sich der hoffende Blick nach den Saatfeldern hin; entsetzt wendet er sich ab: Heere von Heuschrecken haben da ihr Lager aufgeschlagen, um die aufkeimenden Maaten sofort zu vernichten. — Das schöne Peßachfest nahet eilenden Schrittes. Wie freut sich das Herz des Kindes auf den herrlichen Sederabend; wie zählt es mit gesteigerter Sehnsucht Tage und Wochen! O, ihr glücklichen Eltern, die ihr am Festestisch sitzen werdet in doppelt gehobener Stimmung, in den erhebenden Gefühlen des Festes und durch die freudige Theilnahme eurer munter erblühenden Kinder, wendet mitleidsvoll euren Blick hinüber in das L>nd, an das so viele theuren Erinnerungen für uns Alle sich knüpfen. Seht, da schleppen sie sich hin durch die Straßen, unsre Brüder, unsre Schwestern, abgezehrt vom Hunger, vom Kummer gebeugt. Und daheim jammert das unglückliche Kind, vom Hunger gequält; in Verzweiflung ringet die Mutter die Hände; der Schm rzensschrei durchbohrt ihr das Herz. Und mit welchen Gefühlen gehen sie dem Feste entgegen! Jetzt findet sich noch ein Stückchen hartes Brod, um vor dem Aeußersten zu schützen. Woher aber die Mittel nehmen, um in der Woche des Passahfestes das Leben zu fristen? Wohl wissen wir, ihr habt schon oft und viel gethan für die Armen im heiligen Land. O, möge euch dies nicht abhalten, ihr edlen Männer in Israel, ihr warmfühlenden Frauen und Jungfrauen, auch jetzt wieder zu thun, wozu euer jüdisches Herz euch antreibt. Eilet! Rettet! Vor dem heiligen Peßachfeste ^"y"s"n müssen Mittel zur Beschaffung der nothwendigsten Speisen eiligst zusammenströmen. O, verwandelt die Thränen der Verzweiflung, welche allwöchentlich an der Westmauer, diesem einzigen Reste des Zionstempels, in Strömen fließen, o verwandelt sie in Thränen des Dankes für euch, ihr edlen Wohlthäter, auf daß zugleich mit dem heißinnigen Flehen für den Wiederaufbau des heiligen Tempels das Gebet für euer Glück und der Eurigen Heil von geweihter Stätte zu dem Allerbarmer emporsteige. Österreichisch Ungarische Monarchie. Pefth Die Neuzeit veröffentlicht das Gutayten der Petitionscommission des Abgeordnetenhauses über die Petitionen der 305 orthodoxen GWinden. Dasselbe lautet:;

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