Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1870)
- Date
- 1870-03-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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229 zu beugen, ist dem Allerhöchsten zuwider, einem Trdensohne Unrecht thun, kann der Allbeherrscher niemals wollen." Da sich aber nicht jeder leicht zu dieser Stufe von Gottergebenheit empor zu schwingen vermag; da es immerhin Menschen geben wird, die Gott im Herzen lästern und innerlich über seine Führung murren: so sagt Gott: mso 'by wan, bringet allmonatlich ein Sühnopfer, um die bösen Gedanken zu sühnen, die Betreffs meiner Weltregierung in euerem Herzen entstanden sind. *) So hätten wir denn gefunden, daß die durch rnso zu Emm tpmp bedingte Beobachtung des Mondes und der Gestirne auch auf die zweite Wahrheit führt, welche iu der Thora bis zu nn Emm ntcns ausgesprochen ist: Daß Gott die Welt regiere und nach seinem heiligen Willen lenke; nun hätten wir noch nachzuweisen, daß dieses auch der Fall sei hinstchtlich der dritten Wahrheit nämlich der Wahl Israels zum Träger der Offenbarung. Der Hauptinhalt der Thora bis zu Emm nEnD besteht in der Geschichte der Patriarchen und der israelitischen Nation bis zu dem Augenblicke, wo diese selbstständig in die Reihe der Völker eintreten, die Thora empfangen, verwirklichen, weitertragen und bewähren sollte D'ay.i wyb Darum oDnaan «m »3 als wahre Weisheit auch in den Augen der Völker. Erinnern wir hier an die Sätze nn« nttfj/o D»ja3 jö’d: und: a\):6 |n\v hokV jnwsr no bD, wonach die Geschichte der Stammväter Symbolund Typus ist, für die Geschichte der Nachkommen, für Israel. Aber auch der Mond ist hiefür ein treffliches Sinnbild. Der Mond ist dasjenige Gestirn, das dem Beobachter zuerst auffällt, dessen Veränderungen am leichtesten wahrgenommen werden, so daß man wohl mit Recht wird sagen können, derselbe habe Allen, die sich je mit der Beobachtung der Gestirne abgegeben haben, den Weg in die Lichtregionen des Himmels gezeigt. Ganz ähnlich verhält es sich mit Israel. Auch es steht ausgezeichnet da durch seine Geschichte, durch seine merkwürdigen Schicksale. Wie der Mond ein Wegezeiger in das Reich der Gestirne, so ist es der Menschheit ein Führer geworden in die Lichtwelt der GotteSerkenntniß und der Tugend. „ES hat den Völkern das Recht gebracht, feine Gesetze sind die Grundlage der Staatsverfaffungen geworden, seine Lehre das Licht der Nationen. (Jes. 42, 1. 16.) Alle Gotteskenntniß, alle Begriffe von Recht und Tugend, welche bis jetzt in die Menschheit gedrungen, in Israel ist ihre Heimath, *) Das hätte hier etwa den Sinn, wie beifront* tv-r». Ich habe die Deutung des Midrasch gegeben, wie sie sich in der Hauptsache im vorfindet; sie weicht freilich von der gewöhnlichen Auffassung ab, namentlich scheint sie mit dem: 's z? j»Sm ,,»!u>?*?* w nicht genau überein zu stimmen. von Zion sind sie ausgegangen mm K»n '3 d'hv'n'ü 'n wi. Aber der Mond hat kein eigenes Licht, es ist erborgter Glanz, den er in die Nacht der Erde heruntersendet; sein Licht vermehrt sich in dem Maaße, in welchem er der Sonne gerade gegenüber tritt und ihren Strahlen die Einwirkung gestattet. Ist es anders mit Israel? Auch es strahlt kein eigenes Licht in die Nacht der Menschheit hinein, sein Licht ist daS Licht der Thora, die Sonne Israels. Darum ist Israels Glanz nur dann stark und mächtig, wenn das Licht der Thora, dieser seiner Sonne es bescheint, er erbleicht und verschwindet, wenn es sich von ihr abwendet. Wenn eS sich dann und wann ereignet, daß die Erde zwischen den Mond und die Sonne tritt — und die Strahlen der letzteren hindert, auf den Mond zu fallen, dann entsteht eine Mondfinsternis. Ganz so, wenn die Erde, das Materielle, Niedrige, Gemeine, zwischen Israel und die Thora sich drängt, so daß deren Licht es nur wenig bescheint, dann tritt geistige Finsterniß, nicht selten mit Leiden und Heimsuchungen aller Art verbunden, in Israel ein, bis das Hinderniß entfernt ist, das den Thoralichtstrahlen im W.ge stehet, denn nur nnwon ’ip^o psmno p’N, dipd bv unn penj/et;ota. Mag immerhin der Mond uns gar keine beleuchtete Seite zeigen, für uns scheinbar verschwunden sein, so wissen wir doch, daß seine uns abgewandte Hälfte sich des Sonnenlichts erfreut. So hat stch's in der Geschichte Israels oft bewährt ub »3, daß Israel nie an allen Orten gleichzeitig von der Thora entfernt und dadurch allgemeiner geistiger Finsterniß und irdischen Leiden verfallen war. Die Thora, da vergessen, leuchtete immer anderwärts wieder auf, und Israel, hier zu Boden geworfen, erhob sich immer wieder an einer anderen Stelle. Gott hat fein Wort gehalten, hat uns nie ganz verlassen O'rÖztt «Vi D'DDNo Wie trostreich ist das in der Gegenwart, wenn wir in manchen Gegenden das Lämpchen der Thora dem Erlöschen nahe sehen, zu wissen, daß es anderwärts hell wieder auflodert; wie heilig aber auch die Pflicht für die Israeliten in Ländern, wo sie mit GotteS Hilfe unter glücklichen äußern Umständen leben, denen die helfende Bruderhand zu reichen, die unter Noth und Leiden schmachten. Ja, an dem Monde gewahren wir ein fortwährendes Abuud Zunehmen, und nichts anderes zeigt die Geschichte Israels — i&yb pon 0*3313^ pom dieses Volk wird bald in den Staub getreten, bald zu den Sternen erhoben. Wie aber der Prophet dem Mond verheißt: -n&o rua^mm rvm norm, daß sein Licbt einst dem der Sonne gleich werden soll, so wird Israel und seinem einstigen Erlöser verheißen: indd irn in1? wm, daß sein Thron einst