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Der Israelit · 1870-03-30 · Heft 13 (30.3.1870) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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228 Iteöer Kiddusch - Kachodesch und Kiddusch- Katewana. (Nach Akeda, Schaar 73.) »ott L. Gt. n. Wir werden jedoch kaum den Mond betrachten können, ohne unsere erstaunten Blicke auch auf jene zahllosen Lichtkörper zu richten, die mit ihm in unsere Nacht herunterstrahlen, wie denn auch im Talmud einer der größten Kalendristen unseres Alterthums, Samuel Jarchinai, sich rühmen konnte, die Bahnen der Himmelskörper seien ihm so bekannt, wie die Straßen seiner Heimath, Nehardea. Betrachten wir aber diese Himmelskörper, müssen wir da nicht zu der Erkenntniß des Propheten kommen, (Ies. 40) „daß Gott dieses Heer gezahlt ausführt und sie alle mit Namen ruft, so daß sich dem Mächtigsten und Stärksten kein Einziges zu entziehen vermag"? müssen wir da nicht die Ueberzeugung des Psalmisten theilen, „daß Gott sie ewig festgestellt und ihnen Gesetze gegeben, die sie nicht übertreten können?" Da gewahren wir zahllose Welten mit wirr sich schneidenden Bahnen: müßten sie nicht aneinander rennen, müßten sie sich nicht gegenseitig zerstören, und die Schöpfung in ein imai imn verwandeln , wenn über ihnen nicht ein höherer Wille lebte, der sie lenkt und leitet, daß sie ruhig wie eine Heerde Lämmer ihre Bahnen gehen, und wie ein alter Philosoph sich die Sache denkt „durch den harmonischen Gesang der Sphären" dem Weltregenten ein nie verstunlmend Loblied weihen? Wie nahe liegt da der Gedanke, daß der, der diesen Frieden stiftet in den Himmelshöhen i»onoa ntsny, derselbe ist, der auch die Menschen lenkt und leitet und durch seine ausgleichende Gerechtigkeit auch den Frieden herstellt auf dieser Erde, wie denn auch der Prophet (Ies. 45, *7.) sagt, daß (-iin nsr) der Bildner des Lichtes auch (cn^V «112) der Schöpfer des Frieden sei. — Diesen Gedanken findet nun der mehr erwähnte fromme Verfasser des prüf' rrrpy auch in folgendem merkwürdigen Midrasch. (Chul. 60). na ,o^run nnwon 'w n« ovitw pjn stot wo rbwDn1? popn ~n«on nw oi\n ndnvvd nitton '«6 "iübk :rt3"p"n 'isd rrv mow?n ’öyoi -od :na"p"nr6 ~idn Mrwirco nponvttPD’ato ^3V3 — y"tta"i moK!"pösy n« nDN?-'dsjj n« B’yDKi t?« pan nan ,M7! pop >a 3py IVV ay D’pn« np^ du :rV? na"p"n *idk ,nnyi «annanir. ki rnn .ppn wn im 1 m\i m 'nupm dy msa Hy ltoan Nach der Auffassung unsres berühmten Autors haben wir in dieser Talmudstelle die Einkleidung eines Dialogs vor uns, über die Frage: „Ob die Welt durch Zufall entstanden sei und geleitet werde, oder ob ihrer Existenz und Leitung Plan und Absicht zu Grund liege." Auf dem Standpunkte des materialistischen Unglaubens, der Alles durch Zufall, durch das „Gesetz der Nothwendigkeit" sich entstanden denkt und auch in dem Gange der Weltgeschichte nichts als Zufall und Nothwendigkeit erblickt, gibt eS keine Lösung für diese Frage: Warum ist dieser groß, jener klein, dieser hoch, jener nieder, dieser glücklich, jener leidend; denn auf diesem Standpunkte ist Alles Zufall, Alles Nothwendigkeit: der Wurm, wie der Elephant, das Thier wie der Mensch, keines hat einen Vorzug vor dem andern, alle sind gleich, alle tragen eine Krone, die eiserne Krone der Nothwendigkeit. Nur unsre heilige Thora hat eine trostreiche Lösung für diese Räthsel. Von ihrem Standpunkt ist das, was klein ist und niedrig, s 0 hergestellt nach dem weisen Rathschluffe des Schöpfers und Lenkers aller Dinge. Im Grunde ist aber auch das Kleine groß, der Mond, wie die Sonne, denn ein weiser Schöpfer hat sie eingereiht als Glieder einer zahllosen Kette von Geschöpfen, welche alle dem weisen, erhabenen Schöpfungszwecke dienstbar sind. Vom Standpunkte .der Thora gibt es nirgends Ungleichheiten, weder in der Schöpfung, noch im Leben, noch in der Geschichte; auch was uns als Uebel erscheint ist gut, denn es ist aus dem heiligen Willen des weisen Lenkers der Geschick-: hervorgegangen, der Alles leitet “jnnrwa “p’Bnb, daß es unS wohl ergehe am Ende. Die Frage des Mondes in unsrem Midrasch ist gegen den erwähnten Unglauben gerichtet. „Sollte es möglich sein, daß zwei Könige e i n e Krone tragen?! d. h., daß alle Geschöpfe von einem Gesetze der Nothwendigkeit regiert werden, daß es k<inen weisen Willen gibt, der das Eine groß gemacht und das Andere klein? Darauf antwortet Gott: "pay n« pyvi '3d. Betrachte Dich immerhin als den Kleineren, d. h. als den mit Absicht kleiner Geschaffenen und glaube, daß es einen weisen Lenker der Geschicke gibt. Als darauf der Mond wiederum sprach: „Ist es denn billig, daß gerade ich, der ein pn ~üi gesagt, der Deine Weltregierung dem Unglauben gegenüber anerkannt, der Kleinere sein soll, da suchte Gott ihn auf verschiedene Art zufrieden zu stellen; allein der Mond fand immer einen Einwand, bis Gott ihm endlich sagte: i*op' “pur *7y—v'p'-m, was nichts anderes als Folgendes sagen will: die göttliche Weltregierung läßt sich mit dem Verstände nicht begreifen, der wahrhaft Fromme „unterwirft sich ihr verstummend, weil Gott es ihm auferlegt. Hingeworfen in den Staub fleht er und hört nicht auf zu hoffen in dem Bewußtsein, daß Gott ihn nicht auf immer verläßt!! Zu ihm dem Frommm, kann Gott immerhin sprechen: "psy n« üyoi *^, ihn kann er immerhin zum pp Kleineren machen, er wird gottergeben die Stellung einnehmen, welche der Weltregent ihm angewiesen, denn er weiß, „eines Mannes Recht

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