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Der Israelit · 1870-03-30 · Heft 13 (30.3.1870) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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226 licher Weise zu fördern. Dtr Verlust ist nicht nur für die Juden, er ist eKl Uch größerer sistv RUmänikn. Die erste GrundHge °der. AssNinlAM w^re 'bör Besuch der Schulen. Aber die rumänischen Volksschulen sind noch so erbärmlich schlecht, sind erst im Zustande ungeborener Kindheit (k l’etat embryonique), daß man unmöglich verlangen kann, daß die Juden ihre Kinder dorthin schicken, da dieselben in ihren eigenen Schulen viel mehr lernen. Und die Gymnasien? In diesen werden die jüdischen Kinder den gröbsten Beleidigungen von Seiten der Professoren wie der Schüler ausgesetzt. Und dann, sind doch den Israeliten alle die Carrierei verschlossen, für welche das Gymnasium die Vorbildung bietet. „Ab?r," sagt man, „die Beschneidung sondert die Israeliten von den übrigen Einwohnern Rumäniens; warum schaffen die Juden, um sich zu assimiliren, die Beschneidung nicht ab?" Mit demselben Rechte könnte man fragen, warum die-Israeliten sich nicht taufen lassen. Dann freilich gäbe es keine rumänische Judenfrage mehr; dann 'allerdings hätte es auch im Mittelalter keine Judenverfolgung gegeben. Civilisirte Völker jedoch respectiren die heiligen Religionsgesetze, deren Ausübung die innerste Angelegenheit der Religionsbekenner ist und die doch Niemandem zum Nachtheil gereichen. „Es ist eine merkwürdige und noch nicht genug gewürdigte Erscheinung," sagt Herr Cogotniceano in der von uns oben erwähnten Broschüre, „daß die Juden nach dem Sturze ihres Staates Juden geblieben sind trotz ihrer Zerstreuung über den Erdboden; . trotz ihrer Entfernung von einander, trotz der Verschiedenheit der Sprache, der Kleidung, der Sitten, des Kklma's haben sie sich eine Einheit und Zusammengehörigkeit bewahren können, während die mächtigsten und bestorganisirten Nationen, einmal von ihrer -"Höhe gestürzt, der Zerstörung der Jahrhunderte erlegen und spurlos verschwunden sind. Daher bleiben die Juden selbst in Frankreich und England ein fremdes Volk." .Das Ergebniß dieses Räsonnements ist dann die Pflicht,/die Jndon auszurotten öder doch gewaltsam "mit der übrigen Bevölkerung zu confondiren. Seit vier.Jahrtausenden höben das die die Welt beherrschenden Mächte ^zu thun versucht/ aber ihre Kraft ist daran ^aesHeitert; dbstn Gott hat das israelitische Volk aus /«NM Stahl'gebildet, an welchem sich nüch. alle seine Feinde die Zähne autzgebiffen haben ~ allein, was " vermag nicht ein Äimäniscker Minister?; Die Maßregeln / welche die rumänischen StaatSmäinier ge g en die'.Jsraeliien Vorschlägen, find folgende: . 1) Das' Verbot,' daß freryde Juden in Rumättlen "öntreten. Äber. das ist eine Kinderei; denn erstlich! mußten die rumänischen Judenfresser ihr glückliches ''Land' mit einer chinesischest Mauer umziehen, und Meiers würde der rumänische ^Handel vollständig zu Grunde gehen, wetztn die "frMden isr. Kaufleute nicht ^käm^n. um dieJumMschenSMdesproducte anzukaufen. 2) Austreibung der Jüden aus den Landgemeinden. Mit welchem Rechte man unschuldige Leute auS der Heimath, in der sie geboren und seit dreißig, vierzig Jahren wohnen, vertreiben will, um sie des gewohnten Erwerbs zu berauben -und so^-dem Elende preiszugeben, darüber schweigt man wohlweislich. 3) Energische Maßregeln gegen alle besitzlose Juden. Mttn schlägt vor, sie in Gefängnisse zu sperren, um sie mit Zwangsarbeit zu beschäftigen. Pharao war gegen diese modernen rumänischen Staatsmänner ein milder, wohlwollender Regent; er sperrte die Juden doch nicht in Gefängnisse ein, als er sie zur Zwangsarbeit verurtheilte. 4) Überwachung des Kleinhandels durch die städtischen Behörden, mit andern Worten, Vernichtung des jüdischen Handels durch die Willkür der christlichen Concnrrenten. „Aber," fügt der halbofficielle Broschürenschreiber vorsorglich hinzu, „alle diese Maßregln werden nur dann nützen, wenn es gelingt, die Zahl der Juden in Rumänien um ein Beträchtliches zu vermindern." Man sieht, es sind die alten Unterdrückungsgründe, - die alten - Befürchtungen, welche einst Pharao zu seinen „ mttstergiltigen" Maßregeln gegen das jüdische Volk veranlaßten. — 1 Es ist schwer, die Unklarheit utid Blindheit dieser Rumänen zu begreifen. Man hat es vft örlebt, daß die Mächtigen der Erde ihre Macht Mißbraucht haben; daß aber die Schwachen den - noch Schwächeren'Üiit ddmMschte' des Stärckertzn Unterdtücken^wötttn, das ist eine Kurzsichtigkeit' sonder Gleichen. 'Das Ge- ' schick/welches Ihr'jetzt den Juden''bereitet, wird' sich gegen'Euch kehren Und 'Ihr werdet jammetn und Jeder wird Euch sagen: Da Ihr-es ntcht verstanden'chabt, gerecht zu' sein, so^verdient Ihr es nicht, ftei zu sein! Citiren wir einige Worte des berühmten englischen Staatsmanes D’I s t & e 1 i. Derselbe sagt: ' „Die- Welt hat in unfern Tagen die Entdeckung gemacht, daß es unmöglich ist, die Juden zu vernichten; die Versuche sie arrszurotten, -wurden-oft-genug unter den^ günstigsten Auspicien.gemacht. Seit undenklichen'Zeiten wurden die großartigsten Mittel von den mächtigsten Menschen angewandt, um zu diesem Zwecke» zu' gelangen. Die ägyptischem Pharaonen, die assyrischen Könige, die römischen Kaiser, die Kreuzfahrer, die Normannen, die Gothen, die spanische Inquisition — alle Diese und noch viele Andere haben alle ihre Energie anfgeböten, um zu diesem Ziele zu gelangen. Verbannung, Austreibung, Gefangennahme, Beraubung, rafsiüstte Aolterqstälen, maffenhafte Niedcr- "metzAung, systematische' Erniedrigung und Schändung,

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