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Der Israelit · 1870-03-30 · Heft 13 (30.3.1870) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XI. Jahrgang. M «S Der Israelit. Ern Gentrat - Hrgan für das orthodoxe Züdenthum. Herausgegeben von Dr. LeHman» in Mainz. Mittwoch, den 30. März 5630 (1870). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogm. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. <L oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abvnnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be» stellungen an. Inserate l*/2 Sgr. die Petitzetle oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozu» sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Da «tt dem' 1. April eia «eaeS Quartal beginnt, io erlaube» vir aus, die geehrte» Abouueute» darauf aufmrrkfam zu machen, daß namentlich bei der Post da» Abonnement frühzeitig erneurrt werde» muß» damit die Berseudung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: Leitende Artikel: Der Occident und die Judenverfolgung in Rumänien. — Ueber Kiddusch-Hachodesch undKrdduschj Halewana. ) ZritungSnach^chtm und Eorrefpondenzeu: Deutschland: Köln. Berlin. Feuilleton: Bostanai. Inhalt der erste« Beilage: Leitende Artikel: Ueber Kiddusch-Hachodesch und Kiddusch- Halewana. — Jüdische Literaturbriese. Zeitungsnachrichten und Correlpondenzen: Deutschland: Wun storf. (Iudensberg. — Oester r.-Ung.Monarchie: Wien. Paks. — Rußland und Polen: Aus Westrußland. Kiew. Lentschiz. — England: London. — Asien: Bagdad. Kareli. Bombay. — Palästina: Jerusalem. — Afrika: Tripolis. — Amerika: Washington. Lima. Montreal. Inhalt der zmeite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correfpondenren: Deutsch land: Württemberg. Berlin. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Pesch. — Palästina: Jerusalem. Leitende Artikel. Der Hccident und die Judenverfolgung in Wumänim. in. Mainz, 15. März. Die Judenverfolgung in Rumänien hat aber nicht nur einen religiösen Character, sie beruht auch auf Ratzenhaß. Die Herrschaft der Tmken im Orient wird lediglich durch den gegenseitigen Ratzenhaß der christlichen Völker, welche die europäische Türkei bewohnen , auftecht erhalten. Der Haß der Griechen gegen die Slaven und umgekehrt, fa der Haß der einzelnen slavischen Stämme gegeneinander, läßt sie lieber unter der milden Herrschaft der Türken wohnen, als daß die Bulgaren, Serben, Bosnier, Croaten, Herzogowiner, Montenegriner, Dalmatier, Illyrier irgend einem Stamme aus ihrer eigenen Mitte den Vorrang einräumten. Dieser Ratzenhaß richtet sich in Rumänien gegen die bedauernswerthen Israeliten. Dieser Ratzenhaß ist ein Rückschritt in der Cultur, ein Zurückkehren zu den finsteren Zeiten des Mittelalters, ein Verleugnen der Einbeit des Menschengeschlechts, dieser Grundlage aller Civilisation. Es ist diF Furcht vor der Intelligenz, der Betriebsamkeit uno dem Fleiße der Israeliten, welche sich in dem Haste und der Verfolgungssucht äußert. Man wirft den Juden ihre Hartnäckigkeit vor, ihren Widerstand gegen die Civilisation, daß sie sich nicht der übrigen Bevölkerung assimiliren? Es gibt in Rumänien keine festen Principien, keine klare Ideen, die Maste der Bevölkerung ist aus den verschiedensten Elementen zusammengesetzt; es ist dies eine erst im Werden begriffene Nation. Wären die Juden frei und gleichberechtigt, so würden sie zur segensreichen Entwickelung dieses Staates das Ihrige beitragen können. So aber werden sie zurückgestoßen und gewaltsam daran gehindert, das Heil des Staates in erfprieß-

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