Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1870)
- Date
- 1870-03-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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208 smatische und ethische Bedeutung angefügt — bei die ser Veranlassung, so denke ich mir die Sache, mag er zu seinen Hörern gesprochen haben: Sehet, den wesentlichen Inhalt der Thora von n'ffjoa bis aninn cd1? ntn können wir sehr leicht in dieser der ersten mao uns enthalten denken, so daß man von demjenigen, derffiinn ffn’p maD richtig aufgefaßt, sagen könnte: 'ji *6« rrnnn n« ^nnn!? -pa rrn «*?. Er brauche die nun nicht mehr von vorn anfangen, er könne ihren bisherigen Inhalt der Thora durch tsninn v2d nm sich ins Gedächtniß rufen. Versuchen wir es nun, der Art und Weise, wie vielleicht R. Jizchak seinen Satz bewiesen hat, nachzuspüren: Zu diesem Behufe müssen wir uns vor Allem klar machen, worin der Inhalt bis zu enmn 's eiqentlich bestehe. Wir finden, daß dieser Inhalt ein dreifacher ist: 1. Wir lernen darin Gott als Schöpfer des Weltalls kennen. 2. Wir begegnen darin Gott als dem Leiter und Lenkerder menschlichen Geschicke, insbesondere als den gerechten Vergelter des menschlichen Thuns und Lassens; Adam, Kain, Lemech, Noach, die Sündstuth, die Thurmbauer, Sedom, Pharao u. d. g. 3. Wir finden endlich, daß Gott sich geoffenbart und in der Familie der n:3K, einen Träger der Offenbarung erwählt und unter seinen besondern Schutz genommen. - Diese drei Punkte entsprechen genau den von R. Joseph Albo im!3'->ppn 'ibd aufgestellten drei Grundwahrheiten unsres heiligen Glaubens: n^sia nwaji ,ff dwa, *non, denen auch der Prophet (Jesaia 33, 22) mit den Worten Ausdruck verleiht: uosiff 'n 'n 'n und denen nach Albo'S Darstellung auch dir nnsiffi nunar, nrabo im Neujahrsgebete analog sind. — ES wäre nun nachzuweisen, wie diese Wahrheiten auch an eninn ffiTp mao angeknüpft werden können. Der bereits erwähnte fromme Verfasser des ni’py pna' findet es sehr auffallend, daß unsre heilige Thora, die doch Alles zu verhindern sucht, waS den Gesinnungen und Handlungen der Menschen eine verderbliche Richtung geben, die uns namentlich von Allem abzuhalten sucht, was unS zum Götzendienste verleiten könnte; O'Dffn yvy «ffn js: daß dieselbe Thora durch das Gebot des rptnn 'S?y icmnn ffrpp uns dieser Gefahr näher rückt. Die Lösung dieser Schwierigkeit findet er in Folgendem: Der Hang zum Gestirndienste war im Altlrthnm sehr stark und fast unüberwindlich, da er irrthümlich seine Berechtigung in der Vorstellung zu finden glaubte, daß von den Gestirnen das Gedeihen alles pflanzlichen und durch dieses auch alles thierischen Lebens und somit die Befriedigung drr unerläßlichsten aller menschlichen Bedürfnisse abhänge, wie dieses (Ierm. 44, 15—718) sehr stark ausgedrückt ist. ybx d’j/dup un« 'n qbb mm ivx mm nasöa^ "Dpi» U'BD mi hi nffjtt nury '3 wrusm uhjn uwy iphd ,D’3dj nb *)'Dm D'Dffn D'ano nvui di-6 yaffji mamm min’ nya unw uiDn O'vE-n na-rdod nopd i^^nn i«;vi nyu .'t m Unter diesen Umständen wäre es schwer gewesen, die Masse des Volkes vollkommen darüber zu belehren, daß die Gestirne nicht göttliche, sondern von Gott erschaffene Wesen sind; darum beauftragte Gott die Besten und Weisesten der Nation, die Gestirne zu beobachten, ihre Augen, wie der Prophet sagt, zum Himmel zu erheben und zu sehen,' wer diese geschaffen, damit ihnen, nach des Psalmisten Wort, die Himmel die Ehre Gottes verkünden. Die Häupter der Nation sollten dann das Volk über diese ihre Erkenntniß belehren und dieses wird solche Belehrung von seinen Führern um so williger anuehmen, da eS ihren Festsetzungen über das Kalenderwesen nicht nur in bürgerlicher, sondern auch ^in religiöser Hinsicht durch die Feier der Festtage folgte. Auf diese Weise sollte daS Volk vor dem Wahne des Gestirndienstes bewahrt werden. Obwohl prur' rrrpy Gewährsmann genug ist, möchte ich dennoch auch eine Talmudstelle anführen, welche die Beobachtung der Gestirne zum Behufe der Kalenderberechnung, eben weil sie zur Gotteserkenntniß führe, jedem Kundigen zur Pflicht macht. Wir lesen (Sabb. 75. a.): nsvd ->idk affin uw nivwi nisipn affnd jni’H i'dp affin uw rudiOi nisipna 3ffn^> jnrn da .udti;ini in’ nffj/ai iv'3' «d 'n byiD d-ri :idw ainan ’a iD«3ff? ni^TDi nisipn affn> rn-r by maoff — .D’Dpn Danj’ai oanoan wn Der Mond aber ist zu solcher Beobachtung und Erkenntniß ganz besonders geeignet; durch seine Nähe, durch das Auffallende seiner Veränderungen fordert er mehr als jedes andere Gestirn zur Beobachtung auf; an ihm erkennt man am leichtesten, daß er kein eigenes, sondern erborgtes Licht strahle; hat man aber an einem Gestirne erkannt, daß eS kein unabhängiges Wesen ist, wie nahe liegt dann der Schluß, daß auch alle übrigen Himmelskörper gleicher oder ähnlicher Natur sind, daß sie alle die Ouelle ihres Lichtes außer sich und nur in D e m haben, der da gesprochen hat: "in* vt, es werde Licht! So führt denn die durch ffmnn ffn’p mao bedingte Mondesbeobachtung auf den im ersten Verse der min ausgesprochenen Glaubensgrundsatz: „Am Anfänge erschuf Gott Himmel und Erde." — (Schluß folgt.)