Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1870)
- Date
- 1870-03-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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207 nv'vn 'n nnh auch die Natur als Quelle der Gottescrkenntniß auf; aber auch manche roso leiten zur Naturbetrachtung hm, so namentlich das Gebot des ni'p rnnn und das (wie wir finden werden) damit in Zusammenhang stehende Gebot des nndn nnp. onsra pan nn« bm nro pa 'n notn .rurn 'rm^ vad «in pran mrin rin vad nin rinn Und es sprach der Ewige zu Moscheh und zu Ahron im Lande Mizrajim: Dieser Monat sei euch der erste der Monate, der erste sei er euch von den Monaten des Jahres! Nehmen wir diese Stelle in ihrem einfachen, aus dem geschichtlichen Zusammenhänge hervorgebenden Sinn, so wollte Gott damit zu Israel sagen: Der jetzt beginnende Monat Nisan, in welchem euere Erlösung sich vollziehen wird, bezeichnet eine neue Aera in der Weltgeschichte, mit ihm beginne Israel als Nation seine Zeitrechnung; ihr könnt damit jetzt schon anfangen, obwohl die Thatsache der Erlösung noch nicht vollzogen ist, tab »nyin nanp o denn meine Hilfe ist nahe daran, einzutreten. Nach der Tradition unsrer Weisen s. A. hat aber diese Stelle noch einen andern Sinn und liegt in rhr das Gebot des rnnn nnp. Es hat nämlich Gott bei den Worten: nrn rnnn Moses den sich erneuernden Mond gezeigt und gesprochen: npi nrn nra, betrachte den Mond, und wenn er eben die Gestalt hat, wie diese, die ich dir zeige, so heilige ihn, d. h. verkünde den Beginn des neuen Monats, und zwar soll diese Function für alle Zukunft übertragen sein nad, d. h. Danma mar D’bnJb den Größten des jeweiligen Zeitalters, wie auch ihr, Moses und Ahron die Größten seid in diesem Zeitalter. Demnach liegen in den Worten mb nrn rnnn die zwei wesentlichsten Momente des rnnn nnp, daß es nämlich nur stattfinden durfte n’ion 'S by, wenn der Neumond wirklich gesehen worden ist, und ferner', daß es nur vollzogen werden durfte durch die jeweiligen Spitzen der Nation, durch ein pauaD dr n"a. Obwohl nun hier das Gesehenwerden des Neumondes als unerläßlich ausgesprochen wird, so finden wir doch schon im Talmud, bei dem bekannten Vorfälle zwischen '"~i und 5"n und auch spätere wie 5v"a und Oa"rn nehmen an, daß der Beobachtung des Mondes zu allen Zeiten auch die Berechnung seines Laufes zur Seite ging, wie denn auch unser heutiges Kalenderwesen auf Berechnungen fußt, wozu die Regeln eben von jenen Großen des Alterthums uns überliefert worden sind, bei welchen noch der n'tnn >d dp nnp ausführbar war. Diese Thatsache nun, daß trotz der Möglichkeit der Berechnung die Beobachtung erforderlich ist, sowie einige andere Schwierigkeiten, auf welche wir zurückkommen werden, veranlaßt den frommen und beredten Verfasser des Buches pna' nnpp, R. Jizchak Eramah zu der Annahme, daß, wie dieses auch bei andern göttlichen Gebeten der Fall ist, dem Gebote des rnnn nnp neben dem ausgesprochenen unverkennbaren Zweck noch andere Absichten zu Grunde liegen. Die Aufsuchung einiger dieser muthmaßlichen Absichten ist es, welche wir uns heute zur Aufgabe gestellt haben. Wir werden wohl am leichtesten in die Sache hineingeführt, wenn wir den mehr bekannten als verstandenen Midrasch, welchen b“i '"r*n an die Spitze seines Pentateuch-Commentars gestellt, unsrer Betrachtung zu Grunde legen: *ps hm P pnü’ rn idü niLv K\nr ,Da^> nrn rnnno nnnn n« drnnnd .'51 ‘Pinr’ na imsnr nnrrn Rabbi Jizchak sagte: Es wäre nicht nöthig gewesen, die Thora anders anzufangen als bei dem Verse: raad nm rnnn, da dieser Vers das erste Gebot enthält, welches Israel gegeben worden ist. Die Behauptung R. Jizchaks wäre nicht auffallend, wenn die Thora nicht mehr als ein Verzeichniß von mso enthalten sollte; in diesem Falle müßte aber folgerichtig auch der nach nab nrn rnnn folgende geschichtliche und belehrende Inhalt der Thora weggeblieben sein. Würde sich von einer solchen Thora noch sagen lassen nenn 'n mm? Das Vollkommene darf eben so wenig Entbehrlich e enthalten, als ihm Wesentliches mangeln darf. In diesem Sinne kann R. Jizchak seinen Ausspruch unmöglich gemeint haben. Wie haben wir nun diesen auf;usassen? Bekannt ist die didaktische Geschicklichkeit' unsrer Weisen s. A., ihren Unterricht zu concentriren, das Fernere mit dem näher Liegenden ziz verknüpfen und auf diese Weise auseinander gehende Lichtstrahlen des göttlichen Wortes in einen Brennpunkt zu vereinigen. So liebten sie es namentlich bei ihren rorm, sei es zur Erweckung der Aufmerksamkeit, sei es zur Erleichterung für das Gedächtniß, sonderbare, ja im ersten Augenblick absurd klingende Bemerkungen hinzuwerfen, die sie dann natürlich den aufmerksam gemachten Hörern näher erklärten; es wird kaum nöthig sein, darauf aufmerksam zu machen, daß sehr viele crmo eigentlich nur die Themate von größeren Vorträgen sind, welche der Vortragende seiner Zeit seinem Publikum näher erläutert hat. Ein derartiges Vortragsthema in absichtlich auffallender Einkleidung scheint mir unser Midrasch zu sein, der den Zweck hat, verschiedene höhere Wahrheiten, wie wir finden werden, die Grundwahrheiten der Thora, in der ersten niLv, in rnnn nnp rosa zu concentriren und zu veranschaulichen. Sei es, daß R. Jizchak seinen Hörern die Thora der Reihe nach erklärt hatte und eben bei oap nn (rnnn angelangt war; oder hatte er ihnen über rnnn nnp vorgetragen und an das Halachische dieser msa auch ihre dog-