Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1870)
- Date
- 1870-03-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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- Mesha 1× ep/1006058
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196 die englischen Ausgrabungen in Jerusalem leitende Capitain Warren. Herr Ganneau versuchte nun die Inschrift wiederherzustellen, und zwar aus dem schlechten Abdruck deS Iakub Caravacca, der, trotz seiner Mängel, allein die Größe und Form der Inschrift, sowie den Ort der verschiedenen Fragmente bestimmt, dann den guten Abdrücken der beiden groß-n Stücke und den kleineren Trümmern, die durch Dschemil nach Jerusalem gebracht wurden. Der Stein hatte eine Höhe von 1 Meter, eine Breite und Dicke von 60 Centimetern, fein oberer Theil war abgerundet. Die Inschrift zählte 34 Zeilen, jede mit 33 bis 35 Buchstaben. Letztere sind ziemlich klein, wenig tief eingegraben, ähnlich den altpböniziscken Schriftzeichen und von auffallender Verwandtschaft mit den ältesten griechischen Zeichen. Herr Ganneau hat sofort eine vorläufige Entzifferung vorgenommen, die jedoch in mehreren Theilen noch der Verbesserung bedarf. Die Inschrift beginnt mit den Worten: „Ich Mescha, Sohn des Kamojch, König u. s. w." Im weiteren Verlauf zählt König Mescha in directer Rede feine Verpflichtungen auf, die er gegen Kamosch, den Gott der Moabiter zu haben glaube: sodann spricht er von feinen Beziehungen zu den Israeliten, den Siegen, die er über sie erfochten, den Städten und Tempeln, die er gegründet. Nach der Erklärung Ganneau's ist an einer Stelle von einem Brandopfer die Rede, und wird der Name Gottes erwähnt; doch sind grade Hier die Schriftzeichen noch nicht zweifellos festgestellt. Durch die Inschrift wird vollständig bestätigt, was die Bibel (2 Kön. •") von König Mescha, seinem Kampf mit den Königen Joram und Josaphat erzählt. Der hier erwähnte Zorn gegen Israel, der sie zwang wieder umzukehren, deutet auf die erlittene Niederlage hin. Die Entdeckung Ganneau's ist die wichtigste, welche auf dem Gebote der orientalischen Inschriftenkunde gemacht wurde; denn die Inschrift des Königs Efchmunazar von Sidon ist jünger und betrifft weniger wichtige Gegenstände; der Stein von Diban ist das älteste bis jetzt bekannte Denkmal mit alphabetischer Schrift; es eröffnet die Hoffnung auf noch weitere Funde jenseits deS Tvdten Meeres, da gerade düse Gegend von den Umwälzungen des Mittelalters ziemlich verschont blieb, und die Engländer, welche schon Millionen auf derartige Forschungen verwendeten, trotz der Unsicherheit und Schwierigkeit der Reise, ihre Aufmerksamkeit nun vorzugsweise der Küste des Landes Moab widmen werden. Safet. Herr Rabbiner Guttmacher in Grätz veröffentlicht im ..Hamag d" einen längeren Artikel, in welchem er das Treiben des von hier ausgegangenen berüchtigten Cohn, der sich für einen Sendboten aus Palästina ausgibt, in's richtige Licht stellt. Amerika. New-Uork. Die Gemeinde Bnei Jeschurun in New-Aork hat an die übrigen 25 dortigen Gemeinden eine Ansprache erlaffen, um sie zu veranlassen, durch Delegirte über eine gemeinsame Synagogen-Ordnunq in Berathung zu treten. In derselben heißt es: „Wir wollen weder Dogmen discutiren, noch Glaubensartikel auflegen, oder uns in die inneren Angelegenheiten einer Synagoge mischen. Was wir Vorschlägen, ist die Herstellu"g eines gemeinsamen Systems der Gebete in hebräischer Sprache und die unveränderte Beibehaltung der Gebete, welche von den rfrnan no» »w« angeordnet sind. Wir wollen wenigstens beim Synagogen-Gottesdienst die heilige Sprache beibehalten wissen, um die Kenntniß des Urtextes unserer Lehre nicht untergeben zu lassen, wir wollen das Band der Vereinigung erhalten, damit es noch immer von uns heiße Dd^d nnx nstsn in« Dy ein Volk und eine Sprache für Alle!" Ntew-Uork. Die Dermutbung deS „Jew. Meff.," daß der Vr. Menfor zu Chicago sich getauft habe, bestätigt sich; denn wie das „Jew. Chron." mittheilt, wurde ihm ein Artikel aus dem Sodeküeläer „Daily News“ datirt März 1861 eingeschickt, in welchem es heißt, „daß am letzten Freitag Morgen unmittelbar nach dem Gottesdienste vr. Mayer Mensor, früher Rabbiner, in Gegenwart der Gemeinde und mehrerer Geistlichen durch das göttliche Recht der Taufe in die christliche Kirche ausgenommen worden ist." Atew-Uork. In einer speciell dazu anberaumten Versammlung der Rivington Street Synagoge wurde beschlossen, das Gebetbuch d.s Hamburger Tempels, welches durch ihren frühern Prediger Dr. Sonnenschein eingeführt wurde, abzuschaffen und das alte Ritual wieder anzunehmen. (Jew. Mess ) Feuilleton. Bilder aus Arabien. Auszüge aus einer Ueberfehung -es „Ibn Safir" von Hirsch Grünebaum. Gannah, die Hauptstadt von Aemen. (Fortsetzung.) Hierauf ersuchte er mich, ihn in sein andere- Haus zu begleiten, wo seine mohamedanische Frau an einem Augenübel darnieder lag, vielleicht, meinte er, könne ick ihr helfen. Jenes Haus lag, in einem anderen Stadtviertel . Auf unserem Wege dorthin begegneten uns Männer und Knab n, die mich mit stechenden Blicken anstarrten. Sie stießen sich gegen-