Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1870)
- Date
- 1870-03-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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176 mit Dir vor, Du sollst die Würde Deines Großvaters Chäninai erben, sollst der Fürst der Zuden werden, denn Du bist treu und wirst mir gehorchen, und zum Andenken an diese Stunde sollst Du in Deinem Siegel das Bild einer Stechfliege führen."" Bostanai verneigte sich. „Wo," fragte der König, „hast Du Wohnung genommen bei Deiner Ankunft in Destagerd?" „„Bei Abun,"" antwortete Bostanai, „„dem Aufseher der Rosse meines Königs."" „So gehe dorthin und nimm Abschied; mein Haushofmeister wird Dir unterdeß Zimmer anweisen in meinem Palaste." Der König winkte mit der Hand und Bostanai ging. Ach, jetzt mußte er auch von seinem Freunde Achat sich trennen! Achai durfte nicht in den Palast des Königs kommen; aber Bostanai versprach, so oft eS ihm möglich sei, den Freund aufzusuchen. Als Bostanai in den Palast des Königs zurückkehrte, ließ ihn Kosroes in den Park rufen, wo bei de« Klängen einer himmlischen Musik der ganze Hof im Schatten mächtiger Bäume lustwandelte. war ein Sohn des Königs Ardischir *) und der schönen Esther. Der ältere Bruder Sassan's ward König; es war jener Koresch, 2) welcher den Juden gestattete, nach Palästina zurückzukehren und unter eigenen Fürsten zu leben. Das Geschlecht des Koresch herrschte über Persien viele hundert Jahre bis Sekunder aus dem Abendlandes den letzten König aus dem Geschlechte des Koresch, Darab II.*) besiegte. Dann herrschte das Volk Secunder's über Persien, bis vor vierhundert Jahren Ardischir Babigan, ein Nachkomme Sassan's, den Thron seiner Väter wieder aufrichtete. Demnach war unsere Stammmutter die schöne Jüdin Esther." Nach diesen Worten entfernte sich der König mit der Königin; Schiruöh und Arzem-Dokht hatten sich längst entfernt. Bostanai und Dara gingen mitsammen. (Forts, folgt.) Achaschwerosch. 2) Cyrus. ') Alexander der Große- 4) Darms Codomannus. „Sieh hier", sagte Kosroes zu Bostanai, „dies ist meine Gattin Scherihn, das schönste Weib der Welt; oder kennst Du ein schöneres?" Bostanai wurde verlegen und erröthete. Da siel sein Auge auf Dara, die an der Seite ihrer Mutter einherging. Das Kind sah den Jüngling fragend an; da faßte er Muth und sprach: „Schöner als die Königin ist wohl kein Weib der Erde; doch wird die Tochter einst die Mutter überstrahlen." Mit unschuldsvollem Lächeln blickte Dara zu Bostanai auf; zugleich sah ihn Arzem-Dokht zornig an; die Letztere und Prinz Schiruvh waren die Kinder anderer Gemahlinnen des Königs. Arzem-Dokht haßte Scherihn und deren Tochter Dara, denn um Scherihns willen war ihre Mutter quö der Gunst des Königs verdrängt worden. Was Prinz Schiruvh betraf, so liebte er seine schöne Stiefmutter nur zu sehr. Der Prinz batte einen heftigen, leidenschaftlichen Character. Seine Leidenschaften beherrschten ihn ganz und gar, und oft hatten die Frauen und Mädchen in Destagerd und anderswo ihm zum Spielball seiner Lüfte dienen müssen. Sein Vater wehrte ihm nicht. Schirueh war sein einziger Sohn, der Letzte aus dem Königsstamme der Sassaniden. „Weißt Du, Bostanai," fragte der König weiter, „daß wir eigentlich verwandt sind mit Euch Juden? Sajsan ist der Stammvater unseres Geschlechtes; er Briesikaften der Skedactio«. H. in U.: Der uns von Ihnen eingesandte Aufsatz leidet an syntaktischen und stylistischen Mängeln. Solange Sie ein so wenig angemessenes Deutsch schreiben, können wir Ihren Arbeiten keine Aufnahme gewähren. Herrn B. in A.: Es ist uns das nichts Neues. Sehr viele jüdische Blätter bestehlen uns aufs Niederträchtigste, entnehmen dem „Israelit" ganze Artikel, Nachrichten, Correspondenzen, telegraphische Depeschen rc., ohne auch nur die Quelle anzugeben. So brachte die jüngste Nummer der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" von Philippson einen Aufsatz über Lord Mett len, der eine Original-Correspondenz unseres orientalischen Correspondenten „Ben David" ist. Herr Philippson hat weiter Nichts als den Unsinn: „vor Kurzem (!!) starb Lord Mettlen" hinzugefügt. Die jüngste Nummer der „Jewish Times" brachte ebenfalls einen großen Feuilleton-Artikel des „Israelit" ohne Angabe der QuÄle und so noch viele andere jüdische Zeitungen. Eine rühmliche Ausnahme machen der Univers Jsraelite, der Libanon, der Maggid, das Jüdische Volksblatt, die Israelitische Wochenschrift und noch einige andere. Die meisten jüdischen Blätter erwähnen uns nur dann, wann sie recht weidlich auf uns schimpfen. Hierzu zwei Beilagen^ Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hosbuchhandlung. — Dampf-Schnellpressendruck von I. Gatts leben in Mainz.