Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1870)
- Date
- 1870-03-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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163 der Herausgeber der „Wochenschrift" auck» am Schlüsse seines Attikels zugibt. Entspricht das Breslauer Seminar diesen unerläßlichen Anförderungen? Dasselbe beanspruchte, wie wir glauben, schon bei seiner Gründung als ein Institut zu gelten, in welchem das traditionelle Judenthum gelehrt wird. Nehmen wir einmal an, die Anstalt verfolge wirklich diese Tendenz. Nebeü dem Director wirkt Dr. Grätz als Hauptlehrer. Dr. Grätz und das traditionelle Judenthum! Eine unpassendere Zusammenstellung könnte kaum gemacht werden. Möglick, daß derselbe bei seinen Vorträgen im Seminar eine streng conservative Miene annimmt. Man lese indeß nur seine Ansichten über „Karows Codex Schulchän Aruch" in welchem ihm ein ganz andres Judenthum erscheint, als das, welches am Sinai offenbart und von den Propheten verkündet wurde.(Gesch. b, Inden IX. 431), man lese nur mit welch höhnischem Spotte er die Commentatoren dieses Codex behandelt,, man lese nur seine Aeußerungen von der allmählichen Entwicklung des tradirten Gesetzes, das ihm nicht als ein geoffenbarteS, sondern als ein Geistesproduct der talmudischen Welt gilt. Und durch den Unterricht eines solchen Mannes sollen Rabbiner herangebildet werden, welche daS gesetzes- ,treue Judenthum vertreten? Angesichts solcher Thatsächen behauptet inan, wir bedürften keines neuen Seminars? Der Herr Redakteur der „Wochenschrift" bekennt selbst, daß eine Fülle profaner Kenntnisse Niemanden befähige als Rabbiner zu fUngiren, wenn er nicht tüchtig in O'poiDi ö"w sei. Nun sehen wir uns einmal eine größere Anzahl der Herren an, die mit der ntoin nirn in der Tasche vom Seminar entlassen sind, und nunmehr als wohlinstallirte Rabbiner ftmgiren! Wenn nun gar, wie Sie, Herr Redacteur, lin Leitartikel der jüngsten Nummer des ,-Israelit" anzunehmen scheinen, das Breslauer Seminar aus seiner religiösen Richtung gär keine Hehl machtj, können sich fromme Gemeinden dann auch mit einein Rabbiner zufrieden gebest, der aus dieser Anstalt hervorg^gangen? Mit Verlaub, Herr Dr. Treuenfels! Wir V e dürfen dringend einer neuen Rabbinerschule, freilich — darin stimmen wir mit Ihnen vollkommen übertzin — keine „Hochschule für jüdische Wissenschaft", wie sie Dr. Geiger will, wohl aber einer Rabbinerschule, wie sie Dr. Hildesheimer in Berlin projectirt und mit 5# göttlichen Hilfe auch irr'S Leben rufen wird. Veritas. OesterreichischMngarische Monarchie. Wien, 15. Febr. Der in der Josestgasse in Meidling wohnhafte Drechslergehilfe Friedmann ftat gestern zpm Judenthume über und wurden an ihm die nach dem jüdischen Histus vorgeschriebenen Operationen vorgenommen. Friedmann ist bereits verheiratbet und Vater zweier erwachsener Kinder. 9t Atad. (Somogy), im Febr. Am 6. d. M. als am siebenten Adar dem Sterbetage rrzr n"y versammelten sieb in der benachbarten, zum hiesigen Rcrbbinate gehörigen Gemeinde Kadarku: Pie Mitglieder der dortigen saun zu eineni Festessen, welches sowohl der Stimmung nach, welche' HÄ Gäste zum Tische geleitete, als den Opfern nach, wekD auf diesem Tische zu D’Uiü on:n gezeichnet wurden) den schönen Namen rinyD in vollem MaHtz verdient hat. In Kardakat ist nämlich die Erbauustg eines entsprechenden neun rva dringendes BedürfyM Die sollte nun der kleinen und an Mitteln mcht reichen Gemeinde die Gelegenheit bieten, zu diesem Werke den schönen Anfang zu machen. Diese Gelegenheit bot sich und wurde in rühmlicher Weise von heit ehrenwerthen Vertretung und der Gemeinde selbst benützt. Nachdem Einsender dieser Zeilen das Fest mit einem Vortrage eingeleitet hatte, in welchem dA b’pns, die uns in diesem Jahre der Tod entrissen, fn gebührender Weise Erwähnung geschah und mit Hinweis auf das angestrebte Ziel: 2uD"n"n pH die Wie, welche inan einst dem Könige '’ptn erwiesen, als Muster angeführt war nämlich: „ropa )J3 ipi — begab man sich zu Tische — zum Opfertische. Jüdische Toaste und nun nan würzten das MM der aufs Neue verbündeten Brüder und es wurden ein Tausend stehen hundert,Guldyr Darlehen — ohne Zinsen natürlich — ustd 2Ö0 Gulden Spenden W zeichnet. Ein schöner Anfang, der für den jüdischest Opferwillen in Kadarkut ehrenvolles Zeugniß ablegt. Wir wünschen und hoffen, Paß „diests HauS der Sammlung", das sich als schönstes Monument oberhalb des Grabes Möschens zu erheben angesangen, durch Einmüthigkeit und echt jüdisches Wollen erstehen möge, "hnd fe’! I. Nobel, Bezjicks-Rabbiner. Aus Der „Israelit" hat bis jetzt unsre hochwichtigen, principiell weit über unsre Grenzen hinaus, bedeutungsvollen Kämpfe so eindringlich und ausführlich behandelt, ja er hat so gründlich, wie kein anderes Blatt, die Congreßängelegenheit behandelt, und die treuesten und gediegensten Berichte über dieses verhängnißvolle Ereigyiß gebracht, daß es den vielen Freunden desselben sehr schmerzlich ist,'HD derselbe von den furchtbaren Kämpfen, die seit Abschluß dieses Concils hier zur Wahrung unserer Gewissensfreiheit gekämpft werden, fast gar kerne Erwähnung hat. Bei dessen Theilnahme an unsere Kämpfen urzd Leiden bin ich besten gewiß , daß der folgenden mehr summarischen Darstellung die Aufnahme nicht versagt werden wird, jedoch muß ich, du schön lange keine ausführliche Behandlung der . Sache in diesen Bl. geschah, etwas weiter znrüchgreifftr. — Der Congxeß