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Der Israelit · 1870-03-02 · Heft 9 (2.3.1870) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 9 (2.3.1870)
Date
1870-03-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XX Jahrgang. Beilage zu Nr. 9 des Israelit Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Der Almosenkasten der israelitischen Gemeinde gewährte im vorigen Jahre 4936 fl. an regelmäßigen Unterstützungen; er erhielt 9464 fl. zur sofortigen Verkeilung an Arme und spendete noch 569 fl. Zinsen von Legaten. Die Zahl der regelmäßig Beitragenden hat sich vermindert. Abterode. (Prov. Hessen), im Febr. Am 49. v.' M. starb hier in einem Alter von 881/a Jahren der frühere Lehrer Levi Oppenheim. Don seinem Vater, der hier das Amt eines pna mic bekleidete, in *od:h DJtPD sopD unterrichtet, suchte er als Jüngling diese seine Kenntnisse pn"rnbei jnimND dund in Cassel zu erweitern. Sodann fungirte er als Lehrer in einigen Gemeinden WestphalenS. Später etablirte er sich hier, in seinem Geburtsorte Abterode, Uneben dem Lehrer Aron Freudenberg, der vor 45 Jahren in einem Alter von 89 Jahren verstorben) ebenfalls als Lehrer, in welcher Funktion er verblieb, bis man vor 30 Jahren damit umging, eine öffentliche israelitische Elementarschule nach der Hessischen Verordnung dahier zu gründen. Um dem Spruche unserer Weisen m:n “not>n ns’ pfrt Tn Op Rechnung zu tragen, und um den Lebensunterhalt für sich und seine zahlreiche Familie, zu dem sein geringes Einkommen nicht hinreichte, besser zu erschaffen, machte er vor 48 Jahren unter den hiesigen israelitischen Einwohnern mit dem Betriebe des Ackerbaues, in kleinem Maßstabe den Anfang, den er nach und nach vergrößerte, und bei dem er mit Frau und Kindern mit eigener Hand thätig war. Diesem seinem Beispiele folgten bald die übrigen Juden unserer Gemeinde, so daß jetzt keiner derselben ohne eigenthümlichen Besitz von Ackerland ist. — Sein Bestreben fand bei der Feier seines achtzigsten Geburtstages von dem Kurf. Vorsteheramte der Israeliten zu Cassel und der Humanitätsgesellschaft daselbst verdiente Anerkennung. Trotz seines hohen Alters versäumte der Hingeschiedene es nie, den öffentlichen Gottesdienst zu besuchen. Noch am Sabbat vor seinem Tode wohnte er dem pin nDDcb DVD der von der d"bh «-an, deren Mitglied er war, mit einer msjö rn-yo in seinem Hause gefeiert wurde, bei. Berlin, 20. Febr. Die von der „Köln. Z." gebrachte Mitlheilung über die bei dem Kreisgerichte zu Beuthen in Schlesien erfolgte Anstellung des '..stcn jüdischen Kreisrichters scheint von der „N. Pr. Z.^ noch in gelinden Zvxisel gezogen zu werden. Berlin, 15. Febr. Zu den in diesen geschätzten Blättern längst mitgetheilten Einrichtungen ist durch das Bemühen unseres verehrten Herrn Rabb. Vr. Hildesheimer und des löblichen Vorstandes eine neue hinzugefügt worden: eine Mazzothbäckerei, und ist dadurch der innere Ausbau unserer Gemeinde- Institutionen um einen Schritt weiter gekommen. Man kann sich leicht denken, wie viele Schwierigkeiten bei einem derartigen Unternehmen zu überwinden sind; aber eS gelingt, wenn ein unbeugsamer, fester Wille u it Opferfreudigkeit gepaart darnachstrebt> das ins Leben zu rufen, was unbedingt erstehen muß. Wie große Sorgfalt aus die O'LO-Bereitung, ja sogar auf das Mehl derselben, um den Anforderungen dep"ir? zu genügen, erfordert wird, ist Jedermann bekannt, und war demnach dieses Unternehmen um so nothwendiger, als bisher hier nur in sehr unvollkommener Weise das geboten wurde,'was wir '"nyi jetzt so schön besitzen. Daß dies hier auch anerkannt wird, zeigen die zahlreichen rnLO-Bestellungen, die sogar von denen aufgegeben werden, die nicht Mitglieder der Adaß Jisroel sind. Sollen wir darin eine Zunahme des religiösen Sinnes finden dürfen? Wenn ja, fo begrüßen wir dieses mit freudigem Herzen und sprechen die Hoffnung aus, — wenn sie vielleicht auch noch wenig Anhaltspunkte haben sollte, — daß sich hier die noch echt jüdische Bevölkerung — und eine solche ist in sehr großer Anzahl vorhanden — nach und nach zusammenfinden wird. Nur in dieser Concentrirung liegt unsere Stärke und — unsere Zukunft. Dieses feste Zusammenhalten und Zusammengehen hat das Judenthum erhalten, ihm den Gang durch die Geschichte nicht nur erleichtert, sondern allein möglich gemacht, hat ihm die Kraft verliehen, den Gefahren und Stürmen aller Zeiten kühn ins Antlitz zu sehm — und die Neuzeit sollte darin die große Vergangenheit verleugnen wollen?-Unser Herr Rabb. unterläßt cs darum auch nicht, immer und immer in seinen sehr zahlreich besuchten Vorträgen mit wahrhaftem Eliahu-Feuer seine Zuhörer in diesem Sinne zu belehren, Md seinen überzeugungsvollen Worten wird es w"« gelingen, die zerstreuten Glieder der Gemeinde zusammenzuführen, sie zu einen in dem Bewußtsein, daß nur so die Ziele zu erreichen sind, die eine strenge Religiösität verlangt. Der Kampf ist ihm zwar nicht leicht gemacht. Geiger und Consorten werden, da sie wissen, welch' gewappneter und schlagfertiger Gegner in vr. H. ihnen entgegensteht,

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