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Der Israelit · 1870-03-02 · Heft 9 (2.3.1870) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 9 (2.3.1870)
Date
1870-03-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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159 im Jahre 1847 ebenfalls angewiesen waren, Israeliten die Paßertheiluttg nach St. Petersburg absolut zu verweigern. DamÄs hatte das Königreich Polen noch seine Autonomie, und konnten -ihm von St. Petersburger Behörden keine Befehle ertheilt werden, während ähnliche Befehle jetzt eo ipso auch auf hier sich erstrecken. (Berl. Zeit.) Feuilleton. R o st a n a i. (Eine, historische Erzählung aus dem 7. Jahrhundert der gew. Zeitrechnung.) IX. In Destagerd. An einem heitern Frühlingsmorgen verließ Bostanai mit seinem Freunde Achai die Stadt Mechüsa. Außer den Großeltern und der Mutter gab den beiden Jünglingen eine zahllose Menge von Glaubensgenossen das Geleite. Alle wollten dem einzigen Davidssprößling den üblichen Segensspruch mit auf den Weg geben; Alle fühlten, daß Bostanai am Königshofe große Schwierigkeiten, ja Gefahren erwarteten. Als man die Grenze des Gebietes der Stadt Mechusa erreicht hatte, umarmten die Großeltern und die Mutter den geliebten Sohn und Enkel; fort rollte dann der Wagen, der die beiden Jünglinge und deren Diener trug, und dann erscholl der tausendstimmige Segensruf: Gott segne Dich und behüte Dich, Gott lasse Sein Antlitz Dir leuchten und sei Dir gnädig, Gott wende Sein Antlitz Dir zu und schenke Dir Frieden! Noch lange weinte Jaletha, als sie in ihren Palast in Mechusa zurückgekehrt war. Das Herz der Jugend überwindet schneller den leichten Kummer. Bald wirkten die Zerstreuungen der Reise auf Bostanai und Achai, und heiter fuhren sie ihrem Ziele entgegen. Destagerd, die neue, glanzvolle Königsstadt, deren Häuser lauter Paläste, deren Paläste wunderbare Prachtbauten waren, deren Königsschlösser einen Glanz entfalteten, den unsere Phantasie sich kaum auszumalen vermag, wirkte berauschend auf die beiden Jünglinge. Als sie hineinfuhren in die prächtige Stadt, da wurden sie fast geblendet vom Glanze des Marmors und der edlen Metalle, welche sich überall auf den Straßen und öffentlichen Plätzen dem Auge darboten. Der berühmte Bildhauer und Baumeister Ferhad hatte die Stadt so wundervoll schön erbaut. Seine Kunstfertigkeit und der von seiner Meisterhand geführte Meißel hatte Wunder bewirkt. Freilich fehlte es ihm nicht an kostbarem Material, da große Züge von Kameelen während des Krieges gegen die Römer alltäglich den Raub der Nattonen herbeischleppten. Eins- Tages brachte ein solcher Zug eine Gefangene herbei, die für den Harem des Königs bestimmt war. Scherihn hieß sie; sie war eine Christin und eines vornehmen Römers Tochter; bei der Eroberung von Pelusium war sie in die Hände der Perser gefallen. Ferhad sah die Gefangene, die an Schönheit alle Frauen und Jungfrauen der Welt übntraf, und entbrannte in heftiger Liebe für sie; auch Scherihn liebte den Künstler, dessen großen Geist, dessen erhabene Schöpfungen sie täglich zu bewundern GAegenheit fand. Als Kosroös aus dem Kriege zurückgekehrt war, als er die schönen Straßen, die prachtvollen Paläste, die großen Plätze mit den das Auge entzückenden Bildhauerwerken erblickte, als er das für ihn erbaute Königsschloß schaute, das dem Himmel glich, in welchem goldene Kugeln sich bewegten und den Lauf der Gestirne beschrieben, da war er hochbeglückt und ließ den Meister vor sich kommen, der all Das voLbbracht hatte, um ihn so zu belohnen, wie es dem Schahan Schah, dem König der Könige (so nannten sich die Könige von Persien) geziemte. Ferhad erschien vor dem Könige, warf sich zur Erde nieder und küßte den Fußboden. „Erhebe Dich, Ferhad," sprach der König, „ich bin zufrieden mit Dir! Du hast mir einen Palast und eine Stadt erbaut, wie nichts Schöneres es geben kann im Himmel noch auf Erden. Wahrlich, wenn Ormuzd, der Gott des Lichtes, seine sieben Amschaspands *), seine 28 Jzeds 1 2 3) und seine unzähligen Fevwers 3) herniedergesührt hätte aus Gorotman, der Wohnung der Geister, er hätte nichts Schöneres schaffen können. Neidlos hat Ahriman, der Gott der Finsterniß, Dir zugeschaut, und seine bösen Dews 4) haben Deine Wunderwerke nicht zerstört. Fordere, und ich will Dich belohnen, wie nur ein König lohnen kann." „König der Könige," antwortete Ferhad, „ich fordere nur wenig von Dir; von allen Deinen Kleinodien und Kostbarkeiten will ich nur eins mir auswählen." „Es sei Dir gewährt," sagte der König, „wähle!" „Und wenn ich nun," sprach der Künstler, „jenen Teppich mir wählte, den Stolz und den Ruhm Deines Schatzes, der, 300 Ellen lang und 60 Ellen 1) Die höchsten Geister. 2) Die den Amschaspands untergeordneten Geister. 3) Die niedern Geister. 4) Die Dämonen oder bösen Geister.

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