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Der Israelit · 1870-02-23 · Heft 8 (23.2.1870) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 8 (23.2.1870)
Date
1870-02-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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143 kürger ernannt, worauf der Bürgermeister Graf Mensdorff rcsignirte. Ncicbdem nun die Deputation , die dem Dr. Giskra das Chrenkürgerdiplcm Lberbrachte, aus Wien zurückkehrte, begab sie sich zum Grafen Mensdorff und führte ihm zu Gemütbe, daß er nun, nachdem Dr. GiSkra auch ebne seine Zustimmung Ehrenbürger geworden, das feit acecmpli acceptiren und die Bürgermeister würde weiter bekleiden möge über-eine Gemeinde, die einen Minister;um Mitglied« zählt, worauf sich Graf Mensdorff erweichen ließ und die Abdikation zurücknahm, ehe sie in Rechtskraft erwachsen war. Italien. Das jüngste Heft der zu Triesti erscheinenden Monatsschrift „De eorriere Israelita" (der isr. Courier) ist' in Rom ans den inäex liderornin prohibitoruin (Verzeichniß verbotener Bücher) gestellt und in Folge dessen confiscirt worden. Der zu Vercelli in Italien erscheinende »D'Dckuoatore Israelita“ (Isr. Volkslehrer), dem wir diese Mittheilung entnem, bemerkt dazu, daß demselben achtzehn Jahr lang die Ehre zu Theil geworden, daß von seinen 12 Heften jährlich fünf oder fecks in Rom confiscirt wurden , daß abo^seit zwei Jahren die päpstliche Regierung unWDNWflich den Däuoatvre Israelita aus ihren glEichm Staaten verbannt habe. — Andere jüdische Zeffmngen als die beiden genannten gibt es in italienischer Sprache nicht. Die päpstliche Regierung braucht also nicht zu fürchten, daß ihre israel. Unterthanen erfahren, daß es ihren Glaubensgenossen in den andern civilisirten Staaten Europas besser geht als ihnen. Holland. Leiden. Zum Deetor magnificus an der hiesigen Universität wurde unser Glaubensgenosse, Herr I. E. Gonsmit ernannt. (N. I. W.) Asien. Eriwan. (Armenien.) „Hamagid" veröffentlicht ein Schreiben von der jüdischen Gemeinde Eriwan an dm die kaukasischen Länder bereisenden Joseph Tscharni, deffen wesentlichen Inhalt wir im Nachstehenden wiedergeben: „Da wir gehört, daß Sie bei Ihren Reisen durch dm Kaukasus allenthalben Gelegenheit genommen, bei dm hohen Regierungen zu Gunsten unserer rnterkröckten Glaubensgenossen zu interveniren, wollen wir auch von unseren Leiden Ihnen Mittheilung machen, vielleicht gelingt es Ihnen, auch 'ür uns einen kesseren Zustand herbeizuführen. Bor Kurzem erst wurden mehrere Israeliten in den § örsern in ibren eignen Läden ermordet, ohne daß auch nur von 'Leiten des Gerichts die geringsten Anstalten zur Eruirung'der Mörder gemackt wurde. Den vergangenen -.ied or zny machten sich mehrere Türken über einen israel. Jüngling her und schlugen ihn fast todt, und als ein anderer Israelit, der dazu kam, nach der Ursache dieser Mißhandlung fragte, verfuhren sie mit ihm ebenso. Ja, am selben Tage wurden wir vdn ungefähr 2C0 Türken in unseren Wohnungen überfallen und aufs Ernstlichste bedroht — und alles dies ohne Ursache. Ein jüdischer Arzt aus Susa, Namens Wagä — Dschan wurde aufs schrecklichste geschlagen, und als einer von uns, Herr Hadschi Mordechai Levi die Ay's zeige beim Gerichte machte, begab sich diese Rost? nach dem Gerichtsgebäude und beschuldigte die Iudezs und besonders den Arzt, Christenblut vergossen haben, so daß Letzterer sofort eingekerkert und erst am N'D'D Feste vorläusig seiner Hast entlassen wurde, nachdem mehrere deutsche Juden, die hier wohnen, sich für ihn verbürgt hatten. Bis jetzt ist der Prozeß noch nicht entschieden. Der Dr wurde unS zum d&o njran. Wer sich von uns Juden auf die Straße wagte, wurde geschlagen, wir mußten einige Zeit hungernd und dürstend in unsem Wohnungen bleHey, Das Gericht verlangt von uns Zeugen, aber kein?? der Muhamedaner, die sehr fanatisch sind, trist als Zeuge auf und wenn er auch Alles mitangesehen hat. Wir sind daher rathlos und sehen mit Bangen der Entscheidung entgegen. Wir ersuchen daher Ew. Ehrwürden, unö mit Ihrem Einfluß bei der h. Regierung zu Hilfe zu kommen. (Ungefähr 200 Israeliten wohnen in Eriwan.) Herr Tscharni hat in seinem Antwortschreiben seine Intervention versprochen und zugleich angezeigt, daß er demnächst Armenien bereisen werde. P a l S st i n a. Jaffa, Ende Januar. Die Brüder Robert, Paul und Hermann Blattner, als Hotelbesitzer hierselbst rühmlrchst bekannt, haben vom General-AdMiiist ten Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich, dW nachfolgende Schreiben erhalten: Don Seiten des Gefertigten wird den Herren Gebrüder Blattner in Jaffa hiermit bezeugt, daß sie sich während der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich in Palästina vom 8.—14. November 1869 sowohl für die Allerhöchste Person Sr. Majestät, als auch für Allerhöchst dessen

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