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Der Israelit · 1870-02-23 · Heft 8 (23.2.1870) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 8 (23.2.1870)
Date
1870-02-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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135 verkündete er dem Volke jiu seiner Redeweise, in der wundervollen Farbenpracht seiner eigenen Sprache. Die Offenbarung aber, die dem Moscheh wurde, unmittelbar von Gott m’ND «n^PDOKa, die gab, die mußte Moscheh so wiedergeben, mit denselben Worten wiedergeben, wie er sie von Gott empfangen; er durfte nichts Eigenes hinzufügen. Nicht einen redefertigen, mit kühnem Redeschwunge begeisternden Abgesandten wählte sich Gott, sondern den im Sprechen Gehinderten, weil Gott für alle Folgezeiten damit darthun wollte, daß die Thora, welche Gottes Gebote und Verbote enthält, unmittelbar von Ihm stamme. Daß der Unterschied, welchen wir zwischen .12 und -oin dt gemacht haben, der richtige und zutreffende ist, beweist uns eine merkwürdige Midraschstelle zu 2. B. M., Cap. 32, V. 27. Da Moscheh vom Berge Sinai herabkömmt, versammelt er zu sich die Söhne Levi's, die sich am Götzendienste nicht betheiligt hatten, und sagt zu ihnen: 'w 'finff» hi1?« 'i “>ök ro. Also hat der Ewige gesprochen, der Gott Israels: leget ein Zeder sein Schwert an seine Hüfte, ziehet hin und her von Thor zu Thor im Lager und erschlaget ein Zeder seinen Bruder und ein Zeder seinen Nächsten und ein Zeder seinen Verwandten. Hierzu bemerkt (N'n'n'c) 'rp^« '21 wn: riwvd p*0 D’Dff 'dp ’JK 1'PQ. Zch rufe zu Zeugen an Himmel und Erde, daß Gott dem Moscheh niät gesagt, daß die Leviten im Thore des Lagers stehen, daß ein Jeder von ihnen seinen Bruder erschlagen soll rc. — Sonderbar: Moscheh spricht: 'i -io« ns, also hat Gott gesprochen, und der Midrasch ruft Himmel und Erde zu Zeugen, daß dies nicht geschehen! Aber ein Blick auf Raschi zur Stelle wird uns das Richtige lehren und den scheinbaren Widerspruch lösen. Raschi schreibt: mtr “p; D“iri' nun? no« pvn. „Und wo hat Er es gesagt?" H. B. M. 22. 19: Wer Götzen opfert, soll getödtet werden. — So wird es gelehrt in der Mechiltha." Die Mechiltha und Raschi wollen uns dasselbe sagen, wie Tana debe Elijahu; nicht hier in diesem besonder» Falle hat Gott den Befehl ergehen lassen, die Götzendiener mit dem Tode zu bestrafen, sondern schon früher als allgemeines Gebot. Deßhalb kann Elijahu Himmel und Erde zu Zeugen anrufen, daß Gott nicht zu Moscheh gesagt, daß die Leviten an das Thor des Lagers sich stellen und Diejenigen tödten sollen, welche dem goldenen Kalbe gedient; Moscheh hat das vielmehr aus dem lange schon erlaffenen Gebote gefolgert, und deßhalb gebraucht er als Einleitung tmi ro nicht wörtlich, sondern dem Sinne und Geiste nach. AuS all dem Gesagten geht hervor, daß der Hauptlehrinhalt des Judenthums, die Gebote und Verbote unseres Gottes, unmittelbar von Ihm stammen, daß sie kein Object der Kritik sein können, daß sie nach schriftlicher und mündlicher Lehre vor Allem in unser Gedächtniß ausgenommen werden müssen. Ob und in welcher Weise der menschlichen Vernunft in Bezug auf dieselben, ein Kriterium gestattet ist — das zu untersuchen wollen wir einem folgenden Artikel Vorbehalten. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Der hiesige „Anzeiger" berichtet: „Von Frankfurt aus erfahren wir, daß nächsten Samstag den 12. Februar Herr Dr. Geiger, der nach Berlin berufene Rabbiner, in der Synagoge seine Abschiedsrede halten wird. Sonntag Abend, am 13. Febr., geben ihm seine Verehrer im Saalbau ein Bankett. Von diesem Bankette heißt es in der betreffenden Nachricht, daß, um auch strenagläubigen Israeliten den Zutritt zu ermöglichen, die Speisen (0 welche Ironie!) nach mosaischem Ritus zubereitet werden. Man gibt einem Rabbiner zu Ehren ein Essen und versichert den Strenggläubigen, daß die Speisen koscher zubereitet sind! O temporal Die Herren Reform-Rabbiner haben's doch weit gebracht. In dieser kleinen Anzeige liegt sehr viel Ironie!" — Dlainz. Wir brachten vor ungefähr einem Jahre einen ausführlichen Bericht über die in Deutschland und Frankreich bestehenden jüdischen Literaturvereine, wobei wir Gelegenheit halten, uns besonders belobend über den unter dem Namen d»dtu 'S’po rron existirenden auszusprechen, welcher unter der Leitung des Herrn Elieser L'ppmann Silbermann, Redacteur des „Hamagid" in Lick in Preußen, und der Herren Particulier M. S. Magnus in Königsberg i. Pr., Sir Moses Montestore Bart. , RamSgate in England, Dr. L. Löwe, RamSgate und Dr. Albert Cohn in Paris noch jedes Jahr feit der Zeit seines Bestehens werthvolle Werke zu Tage gefördert hat. Wir sprachen eö damals aus, daß dieser Verein zur Zierde des Judenthums gereiche und diese Behauptung hallen wir heute noch aufrecht; denn wie wir dem unS vorliegenden Rechenschaftsberichte für das Jahr CDff“)n-rf:nn entnehmen, werden die Veröffentlichungen des kommenden Vereinsjahres nicht minder von Bedeutung sein als die vorhergehenden. Es werden nämlich erscheinen: 1) «*£> ni» pns» ins,

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