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Der Israelit · 1870-02-16 · Heft 7 (16.2.1870) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 7 (16.2.1870)
Date
1870-02-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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124 seiner achtzehnjährigen segensreichem Wirksamkeit hier durch seine unerreichbaren Geistes- und Herzensvorzüge sich die innige Zuneigung sämmtlicher Gemeinderuitglieder erworben. Wir haben ihn mit tiefem, schmerzlichem Bedauern aus unserer Mitte scheiden sehen. Davon gab die herzzereißende Abschiedsscene das beste Zeugniß. Nicht seinethalben erwähnen wir dessen hier. Herr Dr. Hildesheimer verlangt weder unsere Dertheidigung, noch bedarf es ihrer und es ist der beste Beweis für seine Größe, daß keiner seiner Gegner beim besten Willen etwas anders gegen ihn Vorbringen kann, als — Schimpfreden. Von uns aber möchten wir nicht glauben machen, daß jener vorgebliche „ Correspondent aus Eisenstadt" unsere wirkliche Meinung ausgedrückt. Wohl gibt es Manche in unserer Mitte, denen die religiöse Richtung des Herrn vr. Hildesheimer nicht ganz zusagte — ihre Hochachtung und Verehrung aber werden auch diese dem unvergeßlichen Manne stets bewahren. Das in Karlsbnrg erscheinde Blatt „Echo" schreibt: „Es wird uns folgende, beinahe unglaublich klingende Geschichte gemeldet, welche wir daher auch nur mit Reserve bringen. Ein armer Jude, der in TöviS übernachtet hatte, setzte des Morgens seine Wanderschaft fort. Auf offener Straße wurde er von einem Sttolche überfallen, der ihm die Pfeife abnahm, Tabak und Geld unter Drohungen von dem armen Teufel fordernd. Als dieser behauptete, kein Geld zu haben, erhob der Wegelagerer den Stock und der Angegriffene wäre jedenfalls das Opfer einer Brutalität geworden, wenn nicht zufällig ein Wagen mit Reisenden gekommen wäre, bei deren Anblick der Strolch die Flucht ergriff. Die Reisenden setzten ihm nach, erwischten ihn glücklich und brachten ihn nach Tövis zu Gericht. Hier wurde er zum Straferlag von fünfzig Kreuzern östrr. Whr. verurtheilt, und freigelaffen." NtkolsburK In Graz, der Hauptstadt Steyermarks, wohnten vor wenigm Jahren nur ganz wenige Juden; seitdem aber die neue Verfassung in Oesterreich eingeführt ist, hat sich dasolbst eine jüdische Gemeinde gebildet, die den bereits schon früher dort wohnenden Herrn I. Kalisch als jin u. ürnff angestellt und in neuester Zeit noch eine Persönlichkeit zu diesen Funktionen engagirt hat und jetzt auch einen Rabbiner sucht. Vor Kurzem wurde Herr Nathan Kohn zum Adjunct an der steier. Landes-Münz- und Äntikensammlang ernannt. Gelobt sei Gott, der die Zeiten ändert. Moses Löb Kohn Aus T.-Rnna, 27. Januar, schreibt man dem P. L.: Mittwoch den 26. wurde hier die Leiche eines Israeliten vor seinem Hause gefunden. In Folg« dessen begaben sich sofort zwei Personen in die Wohnung des Ermordeten, um der Gattin desselben Nachricht zu geben und von ihr Erkundigungen ernzuholen, die vielleicht auf die Spur des Mörders führen könnten. Doch zu ihrem größten Entsetzen fanden die Betreffenden auch die (schwangere) Frau und deren einjähriges Kind ermordet. Der Mörder wurde bald eruirt. Es ist ein gewisser Franz Gulyas, der eingestand, daß er dem Ermordeten, Klein, 2 st. schuldig war; wegen dieser Forderung sei es zwischen ihnen zu einem Streite gekommen, in deffen Verlauf er Klein tödtete; dann aber habe er auch die übrigen umgebracht. Das Scheusal ist ein 18jähriger Bursche und befindet sich jetzt in den Händen der Gerechtigkeit. In Czernovic (Bezirk Pilgram) lebt ein Mann, Namens Samuel Allina, der 110 Jahre alt ist, und noch im Jahre 1869 an dem Versöhnungstage durch volle 25 Stunden weder Trank noch Speise zu sich genommen hat. Derselbe ist beim besten Wohlsein und sehr rüstig. (Ggt.) Frankreich. Paris. Baron Hausmann, der gewesene Seinepräfekt, hatte keine besondere Vorliebe für jüd. Angelegenheiten. Als es sich darum handelte, daß in Paris zwei jüd. Tempel erbaut werden sollten, kostete es viele Mühe, ihn für das Princip zu gewinnen, und er wollte durchaus nicht, daß die Stadt diese Psticht, die ihr zukam, übernehmen sollte. Er war ,es, der verlangte, daß der Tempel des 9. Arrondiffements in einer engen Gasse sich erhebe, und in der Gasse Kardinal Fech den einzig annehmbaren Zugang nicht gestattete. Belgien. Brüssel. In Brüssel starb vor Kurzem Herr M. G. Cassel im Alter von 62 Jahren. Derselbe war lange Zeit Mitglied und Cassirer des ConsistoriumS. Herr Lasten, Präsident dieser Administration, hat am Grabe des Verstorbenen eine Rede gehalten in welcher er die Verdienste des Dahingeschiedenen hervorhob. Die Familie hat mit zahlreichen Wohlthätigkeitsacten dieses für sie so traurige Ereigniß begleitet. Frau Wittwe Cassel hat der Gemeinde, dem Wohltätigkeitsco'mitv und der israelitischen Schule 1000 Fr. und der Darleihens-Gesellschaft ohne Zinsen, 500 Fr. gegeben. Außerdem sollen noch andern Institutionen der Gemeinde Brüssel bedacht werden Herr C. war ein geborener Mainzer; seine Familie hat auch unter die israelitischen Armen dieser Stadt 500 fl. vertheilen lasten. Italien. Florenz. Bei der jüngsten Neubildung des Ministeriums wäre ein Israelit Minister geworden, wenn ihn nicht eine lobenswerthe Gesinnung und Dekicateffe davon zurückgehalten hatte. Herrn Louis Luzatti

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