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Der Israelit · 1870-02-16 · Heft 7 (16.2.1870) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 7 (16.2.1870)
Date
1870-02-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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135 \ tu« das Portfeuille für Handel und Industrie an geboten worden; derselbe hatte es aber nicht angenommen, weil er erst 30 Jahre alt und nicht einmal als Deputirter gewählt werden kann. Vor einigen Wochen war der Arno aus Dritten Ufern getreten und hat die Stadt Pisa zum größten! Theil unter Wasser gesetzt. Unter denen, die sich bei dieser Calamitat am meisten ausgezeichnet haben wird von den Zeitungen auch unser Glaubensgenosse Enee Cavalier aus Ferrara, welcher aus der Universität zu Pisa Jurisprudenz studirt, genannt. Mit eigener Lebensgefahr eilte er mehreren Personen, die dem Ertrinken nahe waren, zu Hilfe. England. London. Vor einigen Wochen wurden mehrere Handwerker, darunter zwei oder drei Israeliten vor das Polizeigericht citirt, weil sie am Sonntag gearbeitet haben. Der Richter hat sein Uctheil noch nicht gefallt. Es ist jedenfalls eigenthLmlich, Israeliten wegen Arbeiten am Sonntag zu strafen und dies auf ein Gesetz hin, das noch von König Karl II. herrührt. Rußland. Kowno. VonMastow am Don erhielt das hiesige Comite von den dortigen Glaubensgenossen die Summe von 600 Rubeln für verschiedene Handwerker, welche Lei ihnen sich niederlassen wollen. Das Comite wählte 11 Handwerker, denen behufs Auswanderung nach dem Don dieses Geld übergeben wurde. Am 25. Dezember verließen sie mit ihren Frauen und Kindern (ungefähr 70 Personen) unsere Stadt. Herr Rabbiner Jsak Elchanan sowie viele Gemeindemitglieder begleiteten sie zur Eisenbahn und dort hielt der Herr Rabbiner eine Ansprache an sie, in der er hervorhob, daß sie dem väterlichen Glauben treu bleiben, der Obrigkeit gehorchen und ehrlich und redlich in ihren Arbeiten sein möchten, damit sie die Aufmerksamkeit der Einwohner auf sich ziehen. Asien. Jerusalem. In Palästina herrscht große Trockniß; mit Sehnsucht erwartet man den befruchtenden Regen. In Folge des Regenmangels sind die Preise der Lebensmittel enorm gestiegen; so ist jetzt der Waizen 20"/» theurer als früher. (Libanon.) Damaskus. Wir erfahrene zu unserm Bedauern, daß dahier ein Pamphlet erschienen ist, in welchem die Juden wieder beschuldigt werden, christliche Kinder ermordet zu haben, um Christenblut zur Bereitung der Mazzoth zu baben. Hoffen wir, daß die türkische Regierung bei etwaigen Ausschreitungeen von Seiten der fanatisirten Menge energische Schritte ergreifen werde. Australien. AKrldourne Die „IHuatrateck Australiaa Newa“ bringen eine biographischeSkizze unsere- Glaubensgenossen EduardCohen, Handels Ministers von Neu-Vikto ria. Als Chef einer sehr geachteten Firma versäumte er es nicht, allen Wohlthätigkeitsanftatten seine Dienste reichlich angedeihen zu lassen. Er war auch viele Jahre Präsident der jüdischen Gemeinde in Melbourne. Seit ungefähr 13 Jahren sitzt er im Stadtrath von Melbourne, und war auch daselbst Aldermann gewesen. 1862 ward er zum Mayor erwählt. Vor neun Jahren wurde er für Ost-Melbourne ins Parlement gewählt, welchen Sitz er fortwährend behielt, und als er wegen des von ihm angenommenen Portefeuilles auf die Deputirtenstelle resignirte, fand dennoch seine Wiederwahl statt. Sydney. Das australische.Parlament hatte stets eine Subvention den verschiedenen Confessionen gewahrt; bis zur letzten Session wurde dafür im Budget der Colonie eine Summe von 50000 L. zur Verkeilung an. die verschiedenen Culte, die Israeliten mit eingeschlossen, ausgenommen. Nun kommen aber auch die Kinder des Heiligen Reiches (Heiden) — sie zählen an 25000 Personen — und reklamiren einen entsprechenden Theil zur Besoldung ihrer geistlichen Oberhäupter. Da man nun einen heidnischen CultuZ nicht unterstützen will, so hat das Parlement beschlossen , die bisherige Subvention bedeutend zu vermindern und sie nach und nach aufzuheben. Adelaide. Unser Glaubensgenosse, Herr I. M. Salamon, ein sehr populärer Mann, wurde zum Mayor der Stadt Adelaide erwählt; er ist der dritte jüo^jche Mayor in den australischen Colonien. Der größte Theil der jüdischen Kaufleute in hiesiger Stadt haben an Sabbat- und Feiertagen ihre Geschäfte geschloffen. Telegraphische Depesche. Paris, 11. Februar. Graf Daru, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, hat Herrn Crömieux das Versprechen gegeben, daß sämmtliche Großmächte gemeinsam im Interesse der bedrängtem und verfolgten Juden energische Noten an die rumänische Regierung ergehen lassen.

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