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Der Israelit · 1870-02-16 · Heft 7 (16.2.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 7 (16.2.1870)
Date
1870-02-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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118 Kreisen bekannt geworden und erfreut sich in seiner Vaterstadt Fürth einer wohlverdienten großen Beliebtheit besonders bei dem Arbeiterstande und dessen Freunden, indem er sich seit langer Zeit unablässig um die Wohlfahrt dieses Standes im Allgemeinen und dessen hiesiger Mitglieder im Besonderen, anderseits aber auch um die hies. Gesammtbürgerschaft bemüht und verdient gemacht hat. Wir heben besonders hervor, daß Herr L. geraume Zeit hindurch ganz allein und uneigennützig die Vorgänge bei der städtischen Verwaltung in jeder Hinsicht controllirt, Vorgefundene Mängel öffentlich zur Sprache brachte und auf deren Abstellung bei den betr. Behörden persönlich drang, und in diesen wie in anderen Kämpfen mit städt. und königlichen Behörden — deren Verfahren er auch in einigen vortrefflich geschriebenen Broschüren scharf kritisirte, den Reinertrag der letzteren den beiheiligten Privaten oder der Gemeindekasse zuweiscnd — das Interesse der Gemeinde oder einzelner Einwohner aufs Beste zu wahren wußte. Ais Mitglied des Gemeindebevollmächtigten ist nun seinem Verdienste ein nicht minder ersprießliches Feld der Thätigkeit eröffnet und ein nicht geringer Einfluß auf die Leitung der städt. Angelegenheiten vergönnt. Ein solcher steht übrigens den israel. Deputirt^n in den beiden städtischen Collegien — in welchen sich z. Z. nicht ein christlicher Gelehrter befindet und erstere vorzugsweise die „Intelligenz^ repräsentiren — in reichem Maaße zu Gebote. Es ist dies bei einer Stadt von der Größe und noch mehr von der Bedeutung Fürth'S eine diese Stadt selbst in Rücksicht auf ibre so ausgezeichnete Toleranz, sowie die von ihr gewählten Israeliten höchst ehrende Thatsache, den hies. Israeliten im Ganzen aber und indirect dem Iudenthum überhaupt von großem moralischen Werthe, und hielten wir eine ausführliche Besprechung dieses so erfreulichen Vorgangs namentlich in jetziger Zeit, wo eine ultramontan-reactionäre Kammermehrheit in München und eine Syllabusmajorität in Rom tagt, als den geehrten Lesern des „Israelit" nicht unwillkommen. Gleicherweise ist es höchst erfreulich, daß den ulrramontanen Patrioten gegenüber im bayer. Landtag gegenwärtig 3 Juden sitzen, nämlich die Herren Advocat Or. Frankenburger aus Nürnberg, Levi und vr. Adler aus der Pfalz, . sämmtlich der Fortschrittspartei angehörig. Mögen diese sämmtlichen den Israeliten so günstigen Ereignisse auch wirklich in jeder Hinsicht zu ihrem Heile gereichen. Das wolle der Ewige geben idj; nx *na» "n Hamburg Der israelitische Unterstützungs- Verein für den Freiwilligcndienst ward am 19. März 1868 mit 176 contribuirenden Teilnehmern constitutirt. Zweck des Vereins ist, mittellose junge Israeliten, welche ihre Befähigung zum Einjährig-Freiwilligendienft nachgewiesen haben, während ihrer Dienstzeit mit Geld zu unterstützen, um zu ermöglichen^. daß auch Söhne nicht wohlhabender Eltern, welche hinreichende Schulkenntnisse erworben haben, mit einjähriger Dienstzeit ihrer activen Militärpflicht Genüge leisten können. Ein Versuch, der bei Gründung dieses Vereins gemacht wurde, ihn ohne Rücksicht auf confessionellen Unterschied als einen allgemeinen Hamburgischen zu conftituiren, scheiterte daran, daß zu diesem Zweck eingeladene einflußreiche Männer, einen solchen allgemeinen Verein für unthunlich erklärten. Am Schluffe des Jahres 1869 zählte der israeliti'che Verein 151 contribuirende Mitglieder. Da der Verein sich erst im Laufe des Jahres 1868 constituirte, so war die Folge davon, daß von Aspiranten, welche 1868 in Dienst treten wollten, keine Meldungen mehr stattfinden konnten. Im verflossenen Jahre wurden vier jungen Militärpflichtigen die Mittel zur Ermöglichung des Freiwilligendienstes bewilligt, hiervon sind zwei. Zöglinge d r hiesigen israelitischen Gemcindesckulen, am i. Oktober v.> I. als Freiwillige in das Militär getreten. Die beiden anderen wollen erst später ihre Dienstpflicht erfüllen und hat sich der Vorstand des Vereins die etwaige spätere Wiederbewilligung der Unterstützung für die noch nicht in Dienst Getretenen, Vorbehalten. Für die am 1. Oktober v. I. in Dienst getretenen beiden Freiwilligen sind Crt. Mk. 1100 Unterstützung bewilligt, wovon Crt. Mk. 495 bis Ende v. I. bezahlt wurden. Beiträge erhielt der Verein Crt. Mk. 2069. 8 Sch. im Jahr 1868 und Crt. Mk. 2081. 11 Sch. im Jahre 1869. Seit Constituirung des Vereins erhielt er außerdem Crt. Mk. 746. 4 Sch. Geschenke, wovon Crt. Mk. 503. 12 Sch. zur Ansammlung eines Capitalsonds bestimmt sind. Ende 1869 besaß der Verein ein Vermögen Crt. Mk. 3223. 15 Sch. Hamburg. In dem Prozeß der israelitischen Freischule g'gen den Vorstand der deutsch-israelitischen Gemeinde erkannte gestern das Niedergericht: „daß der klägerische Vorstand der Freischule hinsichtlich der in den Jahren 1820 und 1823 bewilligten Zuschüsse von Crt. Mk. 1200 und Crt. Mk. 600 pro Anno mit der angestellten Klage abzuweisen, der beklagte Vorstand der israelitischen Gemeinde aber zu verpflichten sei, so lange Herr Dr. A. R«e an der israelitischen Freischule angestellt sein wird, dem Schulvorstand jährlich Crt. Mk. 1000 zu bezahlen, demselben auch für die prompte Erfüllung dieser Verbindlichkeit eine genügende Sicherheit zu bestellen, in welcher letzteren Beziehung den Parteien alle Gerechtsam $ und weiteren Anträge Vorbehalten bleiben. Die Pro, zeßkosten sind zu compenstren." Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Wien. In der Versammlung der jüdischen Rechtspraktikanten wurde durch eine Reihe von Fällen

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