Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1870)
- Date
- 1870-02-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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106 jet reu*.‘u Zeitschrift in uns aufgetauchtc Befürchtung, diese möchte eine destructive Richtung nehmen, h'cr zur traurigen Wirtlichkeit sich gestalten. Wir sehen nur zu deutlich weh Geistes Kind dieses Machwerk reformistischen Strebend und derlei Gelüste ist. -- Er erschien nämlich jüngst eine sogenannte abgekürzte jüdische Geschichte, l'bistoire abregee dos .Juifs, in welcher die Offenbarung als ein Pbantasicgcmälde, geschildert in poetischer Sprache, die Sündflutb als eine schreckliche Ueberschwemmuug, welche die hebräische Familie als eine Züchtigung für begangene Sünden und Fehler betrachtet, erklärt wird; die Akedah : Abraham hätte sich für verpflichtet gehauen, nach dem damals üblichen Brauch seinen Sohn dem Zeitgötzen hinzuschlachten, der Durchzug durch das rorhc Meer sei selbstverständlich nichts als ein naturgemäßes Grcigniß gewesen, herbcigeführt durch einen starken Wind, welcher die Nacht über das Meer blies und die Wasser zurnckgetritben batte. Selbst der vorn Himmel gefallene Manna - wäre ein Bild der Thätigkeit der Weisheit und der übet menschlichen Intelligenz Moses u. s. w." Eine solche Israels ganze Vergangenheit und die Basis unserer Glaubeuswaht beiten wegleugnendc Stimme, mit welcher Entrüstung und Wehmuch erfüllt sie doch jedes jüdische Herz"! Zu welch traurigem Nach enken mus; sie nicht jeden 'es noch ernst meinenden Iehudi veranlassen, wenn cs eine so grenzenlose Apostasie, von einer dao Gesetz lehren und büten sollenden Persönlichkeit antzgehen sieht! Und dennoch, der „Revue Zsraclite" war es allein Vorbehalten, eine vollständige Apologie des frevelhaften WerkchenS zu veröffentlichen. Abermals ein Rabbiner der jüngeren Generation, ein Herr Nordmann weiland Secretar der- All. Isr. Univ, tritt in die Schranken und vertheidigt in unumwundenster Weise l’histoire abregee des Juifs seines ehemaligen Mit schülers Herrn Astruc, (frand-Ikabbin de In Relgstiue. Iutereffant ist es, zu welchem Kunstgriff (?) Herr Nordmann seine Zuflucht nimmt, um für das i sich selbst verurtheilende Werkchen ein frecsprechcudeS Urtheil zu erlgugen. Dem ganz neuen, von keinem unserer Bibelerklärer, Gesetzlehrer und alten Philoso-! phen gekannten Unterschiede, zwischen dem dogmatischer und historischen Theil der Bibel, der elftere sei allein inspirirt und unantastbar, während der andere Geschichtlicheenthaltend, wie alles Historische menschlicher Kritik unterworfen sei, redet Herr Nordmann das Wort. — Or la tradition juive n’a jarnais admis que la Bible fdt tout entiere et mot a mot Yoeuvre de l’esprit de Dieutt sagt derselbe in seinem bibliographijchen Artikel. „Nie nahm die jüdische Tradition an, daß die Bibel vollständig rrud wörtlich das Werk des göttlichen Geistes sei." Welche unverschämte Lüge! Wir wissen nicht, worüber wir mehr erstaunen sollen, über Sie Tollkühnheit des jo offen den Abfall predigenden Apologeten oder über sen Indifferentismus, mit welchem das jüdische Publikum in Frankreich das Gebahren seiner rabbins und grand-rabbins mit ansiebt. Beides erfüllt uns mit Schmerz und Kummer. Doch genug hievon. Gerne möchten wir die Z.'ilen mit einer für das Iudenthum und seinen Bekenner freudigen Nachricht schtiesteu, -212 O"Ov '12 2tv. Zu luifvem Bedauern mangelt uns der Stoff hiezu und finden wir uns zum G'gentheile veranlaßt. Seit einiger IAt nämlich beschäftigt sich das isr. Consiftorium mit Lörung verschiedener auf der Tagesordnung flehender religiöser Fragen. In welchem Geiste dies geschehen wird , können und" wollen wir nicht zum Voraus bennheilen. F-lgendcs für heute: In seiner Attweisheit bat das Consisterium beschlossen, die Mezizab, einen »eit Jahrtausenden bestehenden religiösen Brauch, für gefundheitSgefäbrdend zu erklären imb den Mohelim die Vornahme derselben zu untersagen, unter Androhung gerichtlicher Perfolgnng. Es versteht nch von selbst, daß mehrere glaudenstreue Mantier '.ind mit ihnen der größte Theil der Morekim gegen obige Maßregel pröteftirt und trotz aller Drohungen und Einschüchterungen sich nicht abhalten lassen werden: den im Tastnnd uitt Postkim gebomter Alt der Mezizah auf die despotische Verordnung des Eonsistorinms bin, wie bisher auSzuüben. Hoffen wir. daß unsere jüdische Behörde rechtzeitig zur richtigen Einsicht gelangen und nicht im Aufheben und Ausgeben verfchiedc-ner religiöser Vorschriften das Schutzmittel gegen deit immermehr um sich greifenden Abfall vott unserer heiligen Thora, sondern in der Erhaltung und Befestigung des am Sinai offenbarten, mit dem Blute unserer Voreltern besiegelten, ewig wahren und dauernden Gesetzes suchen wird. Denn nur ans diese Weife kö rnen wir die Vertndem er die förmliche Abschaffung der Milah vorschlug, erreichen. Wir Alle, denen Gottes Wort in feinem ganzen Umfange und feiner vollen Bedeutung ewige und unantastbare Wahrheit ist, wir Alle leben der sicheren Uebcrzengung und geben uns der tröstenden Hoffnung hin, daß sich erfüllet jenes große Wort: vr< us? ’= D-pna“-s.n? ns? is?. vgDte rächen Ratb und er wird zerstört, sie reden Wort, und es wird nicht bestehen, denn mit uns ist Gott En ami de la verite. 3 t alten. Rom Der „Gaulcis" meldet von hier, das die Tiber ans ihre» Ufern getreten und einige Stadt