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Der Israelit · 1870-02-09 · Heft 6 (9.2.1870) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 6 (9.2.1870)
Date
1870-02-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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107 sten Sympathien des Herrn Z. Cahn, Qberrabbinen dahier und steht mit einem Werte sous le patronage de Mr. le Grand-Rabbin de Paris. Ebenso zahlreich als characteristisch sind überhaupt die Rainen seiner; Gönner und Beschützer. Auster Herrn Rodrigue, secietaiie de la societe Uttoraire israelite bemerken wir Herr Frank, Prokessernau evllege de France, welcher in pompöser Weise dieses erhabene Product jüdischer Journalistik seinen Glaubensgenossen empfiehlt. Es ist dies derselbe Herr Frank, ler keine Gelegenheit vrrübergehen läßt, das Christenthum auf Kosten des Judentbums zu erheben und zu glorificiren und vor kurzer Zeit erst fick nickt eniblödete, von der Höhe seines Lebrstublcs herab, die Gröste und Erhabenheit der christlicken Moral gegen jede andere mit einer Energie zu betonen, die eines Louis Beuillot würdig gewesen wäre. Tenneck, so befremdend es auch scheinen mag, in Beherzigung des bekannten Grundsatzes: „Le* extremes se touclient“ ist Herr Frank zu gleicher -Feit Repräsentant des officiellen Judenthums in Frankreick. Wir vergasten nämlich zu bemerken, daß Herr Frank seit Jahren Pice-Prästdent des C-ntralconsistoriums d. h. Vertreter des positiven-tradilonellen Judenthums, obgleich er längst schon in Wort und That mit demselben gebrochen. ES dürfte mithin überflüssig erscheinen, ein weiteres Wort über Tendenz und Inhalt der „Revue Israelis" zu verlieren, nachdem ein Mann wie Herr Frank das Entstehen dieses neuen, Wunder versprechenden Organs jüdischer „pasteurs* und Schriftsteller in Frankreich, mit so großen! Beifall begrüßt. Wir können jedoch nicht umhin folgende Stelle aus dem an Spitze der ersten Nummer sich befindenden Artikels hier wörtlich folgen zu lassen. " „ Unser Programm" heißt es daselbst, „ist das eines jeden vernünftigen freisinnigen Geistes. In Bezug auf Religion, wie in allem klebrigen, wollen wir den Fortschritt. Ja wir wollen vorwärts schreiten. Die Bewegungslosigkeit ist der Tod. Die Welt schreitet voran; tleiben wir nicht zurück und verurtheilen wir uns mcht, zu einer verehrungswürdigen Ruine herabzusinken." „Will das Judenthum leben, so muß es theilweise seine abgenützten Formen erneuern. Es ist wohl schön, ja, nothwendig die Vergangenheit zu verehren; hüten wir uns jedoch, innerhalb derselben uns einzuschließen. Die Talmudisten, so oft angeführt und so wenig verstanden, wagen es auf dem Standpunkte ihrer Zeit zu stehen; mögen auch wir auf dem Standpunkte der unsrigen stehen." „Die Israeliten haben die großen Hoffnungen der Propheten nicht aufgegeben; sie thun hingegen nichts, um dieselben zu realisiren. Poll die Welt zu den jüdischen Ideen und Pr ncipien bekehrt werden, so müssen wir unsere Derschanzungen verlassen, muffen Antheil nehj men an der Schlacht; sprechen, handeln und kämpfen i wir, dies ist unsere Pflicht, und unsere Anstrengungen! werden dahin gerichtet sein, dieselbe zu erfüllen." Wir enthalten uns jedes Commentars und be- > schränken uns lediglich darauf, an den Gründer dieser! neuen Zeitschrift, dem es seine allzugroße Bescheidenj heit nicht gestattet, das eigene Programm zu unterzeichnen, folgende Fragen zu stellen: Wer gib: Ihnen ein Reckt, sich mit den Talmudisten zu vergleichen urw dieselben als Ihre Gewährsmänner hiuzustellen? Aus welchem Born der Weisheit haben Sie geschöpft. Sie und Ihre noch im Dunkel sich hüllenden Genossen, um zu der anmaßenden Behauptung gelangt sein zu können, daß all Diejenigen, welche Ihre Ideen und Ansichten nicht theilen und nicht die Ehre haben, Schüler der französischen Rabbinatsschule gewesen zu sein, den Geist des Talmuds nicht ersaßt und dessen Inhalt und Lehren mißverstanden haben? Wo sind Ihre Werke und Entdeckungen aus dem Gebiete der Halachah? Welches sind die Verdienste um Beleuchtung und Aufklärung auch nur eines einzigen Punktes aus diesem unermeßlich großen Ocean der Thora schebaal Peh auf, daß Sie es wagen, sich über alle lld'p Pn:i WM der Gegenwart und der Vergangenheit hinwcgzusetzen, die sämmtlich nicht so gedacht, nicht so geschrieben, wie Sie es eben gethan, welche vielmehr, uns das Beispiel der eisernsten Consequenz und Festigkeit in getreuer, genauer Erfüllung und Erh-ltung des uns von unseren Vätern überlieferten schriftlichen und mündlichen Gesetzes gaben und fortwährend geben? Oder sind Sie vielleicht gar mit jener erhabenen Kraft begabt, vermöge welcher, nach einer bekannten Tradition der Vorläufer des von Israel immer noch erwarteten Messias alle schwierigen Fragen und Punkte (;p’n) zu lösen im Stande sein wird, und würden Sie, o Wunder, auch Ihr so erstaunliches Auftreten dadurch erklären?? Vergebens suchen wir jedoch nach irgendwelchem, Ihre Autorität bekundenden Beweis. Von Ihrer schriftstellerischen Thätigkeit kennen wir bis heute n«r, ein im „Univ. Jsr." erschienenes Charactergemälde der rvnoK ym«, das eine Mischung von Romantik und gelinde gesagt.... gesunden UnstnneS ist. Für Begründung Ihrer gedachten dreisten Behauptung erwarten wir daher ganz andere Belege als die', welche Sie bis heute uns zu geben vermochten und sehen wir denselben mit Spannung entgegen. Indem wir anderen antorifirten Federn, die Aufgabe überlsiffen, den übrigen Theil obigen Programms der verdienten Kritik zu unterzeichnen, beeilen wir uns, zu Rr. Z ■ her „Revue Israelite" überzugehen. Wir fürchten es nicht, eS öffentlich hier auSzui sprechen: von Anwendung des bekannten Grundsatzes; mDi rpd cm m p mn kann hier keine Rede fein Nur zu deutlich sehen wir, die beim Anblick die-

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