Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1870)
- Date
- 1870-02-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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ros Bekanntlich hat Paris Centralhegräb-- nißplLtze, auf denen die verschiedenen Consessionen auf.von einander getrennten Theilen ihre Tovten begraben. Bei den christlichen Consessionen werden die Gräber nach einem gewissen Zeiträume umgegraben. Auch die jüdischen Gräber werden umgearaben, aber die Gebeine an einem besonder« Orte üi-fbewahrt. Neuerdings nun hat sich eine Gesellschaft gebildet, „die ewige Ruhe" genannt, die sich zur Aufgabe stellen will, ihren Mitgliedern eine bleibende Concesüou auf einem der Begräbnißplätze zu verschaffen. Die Gesellschaft w'rd Terrains kaufen, und auf denselben Familiengrüfte mit 18 oder 24 Gräbern einrichten. Der Preis für eine Familiengruft ist 80 Fr. und bewilligt die Gesellschaft die größten Erleichterungen in der Bezahlung. Die Gesellschaft wird besonders eine WohUhat für die ärmere Klasse werden, da die Reichen an und für sich Familiengrüfte erwerben, natürlich unter großem Kostenaufwands was den Armen bisher nicht möglich war. Paris. Herr Nathold Levy, Stadtsergant zu Paris, hat die silberne Medaille 2. Klasse erhalten. Derselbe hat sich mehrmals in seinem Ainte ausgezeichnet. (Univ. Jsr.) Paris. Zu Rittern der Ehrenlegion wurden ernannt: Herr Moses Levi, Kapitän im 93. Lmienregimente; derselbe bat 23 Di^rstjahre hinter sich und 6 Schlachten mitgemacht; Herr Benjamin Julius Brandon, Artillerie-Kapitän, Jnspector der militärischen Schulen und der polytechnischen Schule: hat 1 Dienstjahre hinter sich und 4 Schlachten mitgemacht. (Üniv. Jsr.) (Was sagt Herr Wantrup dazu?) Paris- Die Familie v. Rothschild hat in Bork am Meer (an der Straße von Calais) ei> en Platz erworben, worauf sie ein Hospital für isr. Kinder erbauen läßt. Paris. In ibrer homiletischen Erzählung, die Frage des Messias betitelt, wollen die Aebte Leman das Attentat Mortara auf eine Weise rechtfertigen, die der Veröffentlichung in unserem Blatte werth ist. Wir wollen d e Stelle ciriren ohne jeden weitern Commentar; denn de-s hieße den Eindruck abschwachen. Sie lautet: „O, Ihr seid die echten Nachkommen der Brüder Josephs. Vor 40 Jahrhunderten kamen dieselben Svenen, dieselben Gesinnungen, dieselben Anklagen vor. Auch sie klagten in ihren Herzen den Beherrscher Egyptens der Grausamkeit an, als er den Benjamin zurückbalten wollte, t«otz der Angst und des hohen Alters eines Vaters, der den Sohn erwartete. Aber wie groß war ihr Erstaunen, als der AuSgang der Geschichte kamt Die Vorwürfe der Grausamkeit verwandelten in Bewunderung und Dankesbezeugung. „Man hatte dm silbernen Becher Josephs im Sacke des jüngsten Sohnes gefunden. Nun, der Papst hat Besseres in der Seele Eures Kindes g funden; er hat das Blut.... gefunden, welcher überall Herr ist. Eines Tages, wenn der Ansgang kommen wird, werdet Ihr es auch begreifen und Ihr werdet den Papst segnen.!!!" Befarixon. Jüngst starb dahier Herr Alexander Lippmann im Alter von fast 100 Jahren. In feinem Testamente vermachte er der Synagoge zu Besannen die Summe von 20000 Fr. Mühlhausen. Die Herren Jsak und Lazarus Lantz in Mühlhausen haben bei Gelegenheit der Veiheiratbung ihrer Töchter zusammen 20000 Fr. und zwar 12000 Fr. dem Hospitale und 8000 Fr. der Arb iterschule gegeben. Außerdem haben sie ihr Leben mit 100000 Fr. zu Gunsten dieser Anstalten versichert. (Univ. Jsr.) Amerika. Ntew-Bork. Unsere Leser werden sich erinnern, schreibt der „I w. Mess.," daß vor einigen Jahren H;rr Dr. Mensor Rabbiner in einer der Gemeindm zu Chicago war. Nach kurzer Zeit kam er in Conflikt mit seiner Gemeinde, die ihm, um ihn los zu werden, eine große Summe auszahlte, und er ging. Seit dieser Zeit wurde öfters bei uns angefragt, was aus ihm geworden; wir konnten aber die Frage nicht beantworten. Diesen Monat brachte das „Jewish Intelligence," das Organ der Missionsgesellschaft, einen Bericht über die Beiträge von verschiedenen Geistlichen für die Mission. Uiner diesen Namen bemerkten wir auch den von I)r. M nsor, der einen Beitrag von 16 Schilling dazu beisteuerte. Wir wissen nicht genau, ob dieser derselbe Or. Mensor ist, welcher vor einigen Jahren Rabbiner zu Chicago war. W nn er es ist, scheint er durch seinen Religionswechsel nicht viel gewonnen zu haben, denn der geringe Betraa von 16 Schilling spricht nicht günstig für seine Lage oder seinen Einfluß in seinem neuen Glauben. New-Uork^ Herr Joseph Kesch wurde zum Richter am Distrikt Civil-Court ernannt. New-Bork. Herr Feldheimer, ein Jude aus Toledo, 60 Jahr alt, wurde jüngst zehn Meilen von dieser Stadt entfernt, ermordetz Der Mörder wurde arretirt und vom Gerichtshöfe zum Tod verurtheilt; aber drei Tage vor dem ^bestimmten Tage der Execution gelang es ihm, zu entkommen. Man sagt, daß