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Der Israelit · 1870-02-09 · Heft 6 (9.2.1870) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 6 (9.2.1870)
Date
1870-02-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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100 den Sphäre segensreich gewirkt und Unvergängliches geleistet hat. Vier und dreißig Jahre war er im Dienste der Gemeinde als Vorstandsmitglied *) tbätig, und allezeit bewährte er sich als ein )sro Elohim, isch emeth und sone boza, als ein gottesfürchtiger, wahrheitliebender und Eigennutz hastender Mann. Wie er selbst einen frommen Lebenswandel führte, seine Kinder in der Furcht des.fterrn erzog, und seine Anhänglichkeit an der Väter Glauben und Satzung in und außer dem Hause bewährte, so ließ er keine Gelegenheit unbenutzt vorübergehen, um alle Institutionen, welche die Festigung des konservativen Judenthums erzielten, thatkräftig zu unterstützen. Wo er'S konnte, bestrebte er sich, daß die rituellen Observanzen, als das heilige Erbe der Vorzeit, unangetastet erhallen blieben, trat destruktiven Gelüsten muthig entgegen und begnügte sich nicht damit, in dem Collegium als stimmberechtigtes Mitglied Synagogenordnungen für Andere berathen zu helfen, sondern besuchte selbst alltäglich das Gotteshaus, wachte gewissenhaft über die Handhabung des Cultus, als andächtiger Beter nachahmungswüroiges Beispiel darstellend. Außer den verschiedenen Functionen,**) die er nicht nur dem Namen nach sondern mit ganzer Hingebung be^munab 8oh6l6mah bekleidete, war er fast zehn Jahre hindurch Präses der israelitischen Armenverwaltung. Wahrlich, die mit peinlicher Gewissenhaftigkeit verbundene Ausübung dieses unsäglich schwierigen Amtes allein sichert ihm in unser Aller Herzen ein dauerndes Denkmal der Anerkennung und Verehrung. Von frühem Morgen bis zum späten Abend war sein Haus ein Asyl für fremde und einheimische Hilfesuchende, Arme und Nothleidende, — und es gehört nicht nur volle Muße, sondern auch volle Selbstverleugnung, tiefer Scharfblick, richtige Erfahrung und vor allen Dingen ein zartes Gejühl und weiches Herz zu diesem Amte. Und diesen Mann haben wir verloren. Groß ist die Trduer um ihn, gerecht unsere Klage, die seiner Söhne und Töchter, Freunde, Genossen und Verehrer von nah und fern. „Aufgeht die Sonne und untergeht die Sonne und strebt ihrer Stätte zu, woselbst sie aufgeht." En *) Unter dem Vorsitze der Herren D- Heß, s- A-; I. Cohn, s A-; M- Morel, Isaac Kaufman, s- A.; David Elkan, s- A.; ür. Bendix; Lazarus Heß und S- M- Frank. **) Er war langjähriger Präses des Vereins Gcmilath chassadim, und ju gleicher Zeit und bis an sein Ende: Synagogenvorsteher; Vorsitzender der Begräbnißcommission (in welcher Eigenschaft er fast jede Leiche bis an diesen geweihten Ort begleitete) und Mitglied des Curatoriums für das israelitische Asyl und des Frauen-Vereins. zeddik niftar min haolam ad schenibra zaddik kemotho, so möge denn ein edler Wetteifer uns Alle beseelen, die Stätte auszufüllen, die verwaist ist. Mainz, 3. Febr. Die alljährliche Versammlung der Mitglieder des 3. israelitischen Krankenpflege- Vereins fand gestern Abend, in Verbindung mit einer besonderen Feierlichkeit, statt. Dem Finanzvorsteher deö Vereins, Herrn L. Lorch, wurde, in Anerkennung seiner uneigennützigen 25jährigen Thät'gkeit, welche derselbe dem Vereine widmete, ein silberner Pokal überreicht. An Reden verschiedenen Charakters fehlte es nicht. Der Jubilar dankte mit warmen Worten. Tchnatttach. (Bayern), den 30. Januar. Montag, den 24. d. fand die Installation unseres neuernannten Distriktsrabbiners Or. M. Salzer in feierlichster Weise statt. Nicht nur der hiesige Ort nahm allgemeinen Antheil, sondern auch die übrigen Gemeinden des Distrikts Hüttenbach, Forth und Ottensooö betheiligten sich eb nfalls in großer Anzahl daran. Schon der frühe Morgen des 24. brachte uns die fremden Gäste im festlichen Schmucke, welche sich alsbald in der schön decorirten Synagoge versammelten. Nach Ankunft des kgl. CommissairS, deS Herrn Bezirksamtsastestor Herrmann von Hersbruck, ging der Festzuz unter Musikbegleitung zur Synagoge, deren Räume von den Magistratsherrn, Gemeindebevollmächt'gten, Geist ichen und andern Gästen bereits angefüllt waren. Nachdem von einem Männerchore ein Choralgesang vorgetragen war, hielt der k. Commissär eine warme Anrede an die Gemeinde und den Rabbiner und nahm den Akt der Einweisung und Beeidigung des Hrn. Rabbiners vor. Derselbe beantwortete nun die Rede und bestieg alsdann während deö Absingens eines weiteren Chorals die Kanzel und hielt eine treffliche Rede über den Vers 3 Kap. 24 des Wochenabschnitts. Mit dem Gebete für Sr. Majestät den König und dem Schlußgesang Psalm 150 schloß die Feier in der Synagoge. Bei der Gratulation wurden dem Herrn Rabbiner von den Vorständen der vier Distriktsgemeinden schöne und werthvolle Ehrengaben überreicht. Mittags fand ein Festdiner statt, das in angenehmer Unterhaltung und mit schönen Toasten gewürzt bis gegen Abend währte. Den Schluß bildete gesellige Abendunterhaltung mit Musik und Gesang unter Betheiligung der angesehensten Bürger der christlichen Bevölkerung Schnaittachs, als auch der auswärtigen Gäste. Möge dieses Fest, das in schöner Einigkeit seinen Anfang und Abschluß fand, den Grundste'n zu einem ferneren, religiösen und friedlichen Leben in unserer Gemeinde bilden.

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