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Der Israelit · 1870-02-02 · Heft 5 (2.2.1870) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 5 (2.2.1870)
Date
1870-02-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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*0 f&ifraim im Wnde, h-beu am 12. Wgüst 1663 die Arugrung abgegeben, daß der Tasmub die Religions- Quelle für die Juden Württembergs sei. Doch ich bin damit nicht zu Ende. In dcm mit AuHmwung der Rebbinen des Landes herausgege- Lenür ReUgionslehrbuche W. 38 und 46 wird die!staditian als göttlichen Ursprungs gelehrt, §. 342 gerben die Tephillin als göttliches Gebot gelehrt, und nach diesem Gutachten ist die Tradition nickt göttlick Md 'sollen die Tephillin durch daS Medium des Religionsunterrichts lederne Riemen werden, und sonst nichts. Ja die Oberkirchenbehörde will durch den von' ihr organisirten Religionsunterricht dgS, was in dcm von ihr.herausgegebknen ReligionS- ,lehrbüche gelehrt wird, zur Lüge machen. Das ist doch Merkwürdig, merkwürdig im höchsten Grade. Suchen Sie, meine Herren, einen Ausdruck fnr so etwas, ich finde keinen parlamentarisch en. Und diese Oberkirchen b eh örde Mar bis jetzt und soll fürder sein unsere höchste Autorität in Religionösackkn. Wenn das kein Gewissenszwang ist, wenn das keine Vernich lung. des Judentbums ist, dann ist auch eine künstlich, durch kleine Giftgaben bewirkte Tödtung auch kein Mord. Es mag genug sein; ich habe Ihnen, meine Herren, den gähnenden Abgrund gezeigt, an welchen eine O. K. B. das Judenthum geschleppt hat und über besten Rand eine rkstituirte Kirchenbehörde es schleudern wird. Schwindelt Ihnen nicht? Sträubt sich Ihr Gewissen nicht, eine selche O. K. B. einzu- ,hetzen, so mag es geschehen. Ich aber wahre meine und meiner Committenten Gewissensreclle gegen solche Eingriffe. Mögen Sie uns zeitleb.ns Narren nennen, wir werden das gesetzliche Judenthum nimmer verrathen. — Aeitrrrrgsuachrrchten irnd Corresponderrzeu. Deutschland. Frankfurt a. M., 28. Januar. Die hiesige Stadt wurde in den letzten Tagen um ein Wohlthäligkeits-Jnstitut reicher, indem sich eine neue Krankencaste „zur Freundschaft" gründete. Die Statuten sind bereits von der Regierung geü'hmigt. Die Ccste . wurde von einer Anzahl hiesiger israelitischer Einwohner ins Leben gerufen und bezweckt, arme hier n'cht auf Unterstützung Anspruch macken könnende Israeliten im Erkrankungsfalle mit 5 fl. wöchentlich zu unterstützen. Die Casse zählt bereits 1(X) Mitglieder. — Berlin, 15. Schtbas. Ich benutze diesen halben Feiertag, um ein wenig mit Ihren Lesern . zu plaudern, nvd beginne damit, mich auf ein Terrain .3S1 Legeben, dem wir prinzipiell aus dem Wege gehen wollen, und das nur insofern es uns unwiderkglnche Ärgumestte für. die Dringlickkeit und Nothwendigkeit unsere Trennung lieferte, in's Auge gefaßt werden muß. . Ich meine nämlich die Dinge, welche in jenseitigem Lager Vorgehen. Dazu gehört .wohl auch der ° sehr interessante Rechenschaftsbericht der „hiesigen jüdischen (?) Gemeinde" mit Zuschüssen von je Hunderten ja nicht weniger Tausenden, (wze bei der neuen Synagoge (?) und zwar für Institute, welche anderswo das eigentliche Feld der Einnahmen und Ueberschüste lind, wie das genannte, die Mikwa Uo. m. Derselbe fuhrt zu höchst verführerischen Ideenassociationen über den Zustand einer Gemeinde, in welcher die Erleichterung des Ausgabenetot durch freiwillige Mitwirkung des Einzelnen, wie bei Abnahme bon rwdp rc. gleich Null, in welcher es den Arischest: gewinnt, als ob die Institute nur dazu da sind/' die reich dotirten Functionäre zu besolden. - Wir gehjm dennoch dieser so verführerischen Betrachtung ans dem Wege, mögen die Partisanen der Conc rtsynagoge, die wohl einstweilen ziemlich lange noch unbezahlt bleiben, aber wohl keine 700000 Thlr. gekostet haben wird; mögen diejenigen, welche mit dem Vorstände durch dick und dünn gehen, sehen, wie sie sölche Wirlhschast verantworten, wie sie vor der Geschichte verantworten, die protestirendenDissidenten zurSreuer für solche Luxusartikel zu zwingen. Wir woll<n heute eine Scene aus derFleischangelegenheit vorführen. Als die rrsy diese so brennende Frage in die erste Linie der von ihr in’$ Auge zu fassenden stellte, wurde Zetermordio hinter ihr her geschrien, ganze Chöre wutentbrannter Interessenten und ihrer Leibgardist' n ergingen sich in Schimpfereien aus den verschiedensten Tonarten, sie ständen ja unter Aufsicht des alten im Grabe ruhenden Ra-.binatScol.legiums, und fertigten diejenigen, denen doch solche Grabesaufsicht nicht so ganz genügte, mit stolzester Geringschätzung ab. Wurden aber selbst im Lager der so vornehm Thuenden alle jene Tiraden für baare Münze genommen? Nichts weniger als dieses. Die aus alter Gewohnheit noch bestehende Scharrenkvmmission machte dem Vorstande gegenüber gar kein Hehl daraus, daß man doch ein lebendes Wesen;ur Beaufsichtigung bedürfe, und daß eS mit der bisherigen Spiegelfechterei einer Carrikaiur von Aufsicht (lucus a non lucendo) nicht mehr fortgehen könne. Es wurde gesesten und gesessn, und soll sogar bei einer Sitzung folgende sehr charakteristische Controverse vorgekvmmen sein. Herr Anb lamentirte über die „Neuerungen," L'ki'tiVv eknzusetzen, warum habe man früher Nichts davon gewuht, >"i ynbn seinen Co Argen und Vorgängern bie-nnarn ruhig überlassen, warum

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