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Der Israelit · 1870-02-02 · Heft 5 (2.2.1870) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 5 (2.2.1870)
Date
1870-02-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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T XL Jahrgang. Erste Beilage z« Nr. 5 des Israelit. Leitender Artikel. AieHlnzutäsfigKeit und Gefährlichkeit einer israet. HSer-KirchenSehorde. I« der Stuttgarter Delegirtencommisfion gesprochen von de« Oelegirten für den Bezirk Mergentheim. Meine Herren? Sie haben in der ersten Sitzung dieser verehrlichen Versammlung trotz des Widerspruches und des Protestes von unserer Seite die Fortdauer der CentraNsation der Israeliten Württembergs mit einer Oberbehörde an der Spitze beschlossen und die Festsetzung der dieser Behörde zu;nweisenden Befugnisse weiterer Berathung und Bech!ußfsssung Vorbehalten. Wir sind jetzt, meine Herren, bei dieser Eornpetenzfrage angelangt. Es wird Sie nicht überraschen, wenn ich und meine Freunde, die wir gegen das ganze Institut uns ausgesprochen heben, die Eompetenz dieser Behörde möglichst eingeschränkt und ihr jede Machtvollkommenheit in religiösen Dingen entzogen wissen woben. Zu diesem Behuse erlaube ich mir den Antrag zu stellen: Es mögen die Ziffern 18, 19, 20 und 21 des §. 43 aus dem Entwürfe gestrichen werden. Heber andere Punkte, besonders Ziffer 9 des genannten Paragraphen erlaube ich mir, weitere Anträge vorzubehalten. *) Meine Herren! Indem ich mich zur BegrünSnng meines Antrags ansck'cke, lege ick allerdings des größte Gewicht auf die religionsgesetzliche Unzulässigkeit «iner solchen Behörde und auf die Gesalren iür daS gesetzliche Iudenthum, welche dieselbe in ihrem Cchooße *) Anmerkung: Die angefochtenen Bestimmungen lauten: 18) Allgemeine Anordnungen, die sich auf die Pflege der jüdischen Religion beziehen; 19) Festsetzung der GotteSdienfi-Ordnnng für die Synagogen und der AmlSobliegenheit der Rabbinen und Vorsänger; 20) Bestimmung der in den Synagogen- und Religionsschulen zu gebrauchenden Erbaungs- und Lehrbücher; 21) Erledigung von Anständen nnd Zweifeln in Beziehung auf die Auslegung und Anwendung von Religion-Vorschriften. trägt; der Gang Ihrer Verhandlungen veranlaßt mich jedoch zunächst Ein g>s zurückzukommen, waS dletz zur Sprache ..., ..ckt worden ist. — Als in der erste« Sitzung, über die Eentralisatiow verhandelt wurde — das mochte ich vo Allem constatiren - da bob Se. Excelle 6, und wenn ich nicht irre, onck Herr Negierrrugsrath Jordan hervor, daß mit dieserEmtralisali'on nid t nnwestntliche malern lle Vortheile — die Cnwalcoffe und die in d esetbe sties^nden Eiaalsbeiträge — verbunden seien. Ohne Zweifel war das der ent ckeidenste Grund für die Beibehaltung der Cewralisalion. Damit ist ober auck, wie ich glaube, der Charakrer dieser Centralisat'on und der Oberbehörde, in der sie gipfeln soll, ein sür allemal gegeben, er ist ein materieller. administrativer Ich und meine Freunde, wir müssen r„,S grg«m die Ansdhnung dieser Centralijation auch ans das religiöse Gebiet um so entschiedener vermehren wenn wir die Schwindel erregende Tragw eite ermessen, welcke der aulogrophnt vorliegende Antrag dcö Herrn Jnstizpr» cnrators Heß. D legirter sür Stuttgart, dieser Centralisat on zu geben beabsichngt. Nach den so sehr zritgew aßen (?!) nnd freisinnigen (?!) Ideen dtS Iustizp,rcuratoro könnte in Zukunft sich Niemand mebr dem Bannkreise der ia Arbeit genommenen israet. Landeokircke entziehen, er müßte denn erklären: er sei kein In de. So könnte eö denn kommen daß gerade die besten Juden. west« sick ihr Gewissen sträubte, einer unjüdisch g Word n n Genossen chasl anzugehören oder unjüdiscke Institutionen zu unterhalten, ork.üren müßten: wir sind keine Juden. Welch unerhörter Gewissenszwang! Dieser Fall wird um so eber eintreten, da, waS ich ber ito Horror ehoben, der Entwurf gar nichtdarüber «agt. welche positive Grundlage daS In enrhum Würlt mbrigs, das er oganni en will, eigentlich Halen 'oll, und da m hrere Stimmen in diesem Saa^e behaupt t haben, doS Judentbum müsse nach dem Zeitgoiste gestattet werden. Obstl on Herr Rabbiner Verlang r Ihrrn tresstich h'eranf erwoert hat, daß Iud ».»hum nnd Zoit-eist fin Ibrom Sin« e) unversövnli: e Gegen ätze si"d, wie ArrahuMög aube und Nimrodsg ist. so möchte ick Ihnen dock eie Worte Goth?S ins Geräckn iß nif *n: Was die Herren Z'ikgeist nennen, ist der Herren eigner Geist!! Den Z'iigrift mack«n die Mens en; da aber die Zetn ' ck ändern, ur>d mit ihnen di» Menick n» so werde« Cie olle ein Jahre ein , ruoS Indent um macken, mit dem sich unser positiv tradrrl S nid t wi« d v rtragm kr neu, und nach dem, wad Sie im Sckiloe

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