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Der Israelit · 1870-02-02 · Heft 5 (2.2.1870) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 5 (2.2.1870)
Date
1870-02-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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83 ' Mächte ablehnen kann. Sollte etwa der Pakt, welcher die Rumänen als Nation anerkannt hat, sie nicht binden? Kann daS civilisirte Europa, nachdem eS den Vertrag von 1858 unterschrieben hat, eine solche Achterklärung gegen eine Bevölkerung von 2- bis 300,000 Seelen dulden? Ist es nicht dringend, daß die großen Machte sich ins Einvernehmen setzen, um die Respektirung der Convention von 1858 gebieterisch zu verlangen? Wir appelliren an die Schutzmächte." Feuilleton. W o st a it a t. (Eine historische Erzählung aus dem 7. Jahrhundert der gew. Zeitrechnung.) V. Toll denn erlöschen Davids Licht? In Mechusa, im Hause des Exilsfürsten Chaninai, hatte man mit Jubel all die Siegesnachrichten vernommen, welche die Männer verkündeten, die da die Schätze der geplünterten Nationen nach der neuerbauten Residenz Deftagerd führten. Jetzt hieß es plötzlich, der König sei zurückgekehrt. Die ganze Familie des Exilsfürsten, Männer, Frauen und Kinder wurden in den Palast des Königs entboten, um die großen Siegesseste, die der König geben wollte, mitzufeiern. Alle folgten dem Befehle; nur Ialetha, welche ihrer Niederkunft entgegensah, blieb zu Hause. In einem prachtvollen Staatswagen begab sich der greise Chaninai an den Hof des Königs. Vor ihm her liefen 50 Läufer, welche riefen: Machet Platz, machet Platz dem Fürsten von Juda! Dann famen 12 Trompeter, hoch zu Roß, in die Trompeken stoßend; hierauf folgte der Wagen des Exilstürstn, in dem er allein saß; dann kamen die Wagen alle, in welchen die Glieder det fürstlichen Familie sich an den Hof begaben. Auf seinem prachtvollen Throne Takh-Dis saß König Kosroös auf einem freien Platze vor seinem Patafte, als Chaninai mit seinem Gefolge erschien. Der Exilsfürst warf sich mit dem Antlitze zur Erde, erhob sich dann und sprach: „Heil Dir, o König, der Du als Sieger heimkehrst, nachdem Du Deine Feinde bezwungen!" „„Wohl,"" sprach der König, „„ich habe meine Feinde bezwungen. Dein Sohn Hunna wird nun König von Jerusalem werden!"" „Dank Dir, großer König," entgegnete Chanrnai, „so wird wieder erblühen Davids Reich! Dank Dir, daß D» Deines Versprechen gedenkst! Der Gott meines Vaters David hat Dir detzhalb Sieg verliehen!^ . „Dchbalb? Nicht doch, Chaninai! Ormuz, der Gott der Perser, war mir gnädig. Ist dies Deine ganze Familie, Chaninai?" „„Hier stehen all die Meinen vor Deinem glorreichen Throne; nur die Gattin meines Sohne- Hunna kottnte uns nicht begleiten."" „Und Ihr seid wirklich die Nachkommen Davids des Königs von Israel?" „„Wir sind es, Herr!"" „Und Ihr glaubt mit Zuversicht, daß der Thron Davids wird wieder errichtet werden?" „„Wir glauben und wissen es, mein Herr und König, denn unser Gott hat es uns verheißen."" „So will ich denn diesen Glauben und diese Hoffnung vernichten; denn so lange die Juden auf den Erlöser hoffen, werden sie mir nicht treue Unterthanen fein; ich aber will ausrotten Davids Nachkommenschaft, damit dem jüdischen Volke die thörichten Hoffnungen entschwinden. So w sie denn, Atter, Dein Sohn Hunna starb den Tod des Verräthers, und Du und Dein ganzes Haus, ihr Alle müßt sterben!" Wie ein Donnerschlag traf dies fürchterliche Wort Chaninai's Ohr. „Herr, mein Gott!" rief er, „soll denn erlöschen Davids- Licht?" Da traf ihn auf einen Wink des Tyrannen das Mordschwert eines Schergen, und die Leibwächter des Königs fielen über die Famklienglieder des Fürsten her und mordeten alle Nachkommen Davids, mehr als hundert an der Zahl. Dann sandte der König seine Schergen aus, um die in Mechusa allein zurü^ gebliebene Schwiegertochter Chaninai's zu ermorden. So feierte Kosroes seine Siegesfeste, so vermeinte er die Hoffnung Israels zu vertilgen. Allein, es schläft und schlummert nicht der Hüter Israels. Nach dem Tode Hunna's war Benjamin sofort nach Persien entflohen, um den Fürsten Chaninai zu warnen. Mit ungeheuren Mühseligkeiten und Gefahren kämpfend, war er gerade an dem Tage iu Mechusa angelangt, als der Exilsfücst mit den Sei-

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