Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1870)
- Date
- 1870-01-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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S1 in so langer Zeit wie oben bemerkt stets die gehörige Ueberwachung" bei 6-8 christlichen Arbeitern besorgen kann? Es müßten ihm denn übermenschliche Kräfte zu Gebote stehen! Wie sehr ich in meinem Berichte nach Wahrheit geschildert, zeugt, daß die wirklich Orthodoxen hiesiger Gemeinde sich von Herrn Oppenheimer losgesagt haben, nachdem derselbe den Propositronen, die man ihm gestellt, beharrlichen Widerspruch entgegenhielt; Viele werden jetzt ihre niso vyn Schwabach beziehen. »nett. Karlsruhe, 13. Jan. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer wurde mit allen gegen 1 Stimme der Gesetzentwurf angenommen, wonach an allen Gelehrtenschulen Lehrer jeder Confessio» angestellt werden können. Sodann begründete der Abg. Eckhard seine Motion über die Beseitigung der Eidesvorbereitung durch die Geistlichen, worauf Verweisung der Motion in die Abtheilungen ebenfalls mit allen gegen eine Stimme erfolgte. Aus Württemberg. Die Berichte des „Israelit" in den drei ersten Nummern des laufenden Jahres über „die Verhandlungen der israelitischen Delegirten-Commission zu Stuttgart" werden mit größtem Interesse von allen Parteien geles.m und deren Fortsetzung sehnlickst erwartet , obwohl die Veröffentlichung der amtlichen Protokolle über diese Verhandlungen in Aussicht steht. Dem geehrten Berichterstatter herzlichen Dank! Die Mitglieder des Comite's für Redaction der Protokolle, bestehend aus den Herren O.-J.-Procurat'or Heß in Ulm, Rabbiner vr. Wassermann in Mühringen und dem pensionirten Lehrer S. Levy in Stuttgart haben das amtliche Protokoll, aber nur auf einige Tage, aus der Cultminister alkanzlei bereits zur Einsicht und Beurkundung erhalten, obschon es 188 engbeschriebene Seiten umfaßt und also in so kurzer Frist kaum genügend geprüft werden kann. Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Wien, Herr Reich hier hatte vorgestern im Gedränge vor der Börse in der Strauchzasse sein Notizbuch mit einem Betrage von 1200 fl. verloren, welches bald darauf von einem Dienstmanne Namens Glokner gefunden und dem Verlustträger behändigt wurde. Reich erkundigte sich nach den Verhä'tn ffen desselben, und als er erfuhr, daß er Familienvater mit 4 Kindern sei, nahm er das Notizbuch und schenkte dem redlichen Finder die darin enthaltene Baarschaft von 1200 fl. (Geg.) Wien. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien hat schon in den Jahren 1854 und 1856 der Landesregierung eine Eingabe mit der Genesis des Wiener israel. Spitals vor mehr als 150 Jahren unterbreitet, das, ohne irgend einen Fond zu besitzen, durch Beiträge von den Gemeindem'tgliedern erhalten wird. Zugleich wurde hervorgehoben, daß die überwiegende Mehrzahl der Hilfesuchenden arme zugereiste Glaubensgenossen sind, w.eßhalb nur ein verschwindend kleiner Theil der bedeutenden ErhaltungSkoften durch zahlende Kranke gedeckt werden kann. Die Cultusgemeinde stellte die Bitte, die Landesregierung möge sich bestimmt finden, derselben bei Einbringung der Verpflegsgebühren für die im hiesigen Jsraeliten- Sp'tal verpflegten auswärtigen Kranken durch Einflußnahme der k. k. Behörden zu unterstützen. Die V't Handlungen führten jedoch damals zu keinem Resultate. Die Verhältnisse gestalteten sich immer ungünstiger. So waren unter den im Jahre 1867 in diesem Spitale verpflegten 684 Kran en aus Niederösiereich nur 38, dagegen nach Böhmen 74, nach Mähren 81, nach Galizien 5, nach Ungarn 369 zuuändig, und wurde bei eine Spitalausgabe von 13.956 fl. durch zahlende Kranke nur der B trag von 68 t fl. eingebracht. Nunmehr erneuerte der Vorstand der Cultusgemeinde abermals die Bitte bei der niederösterr. Statthalterei, dieselbe möge das Spital der Wiener israelitischen Cultusgemeinde als ein „allgeneineS öffentliches Krankenhaus für Israeliten" anerkennen. Dem ausgesprochenen Wunsche dürften keine Hindernisse mehr im Wege stehen, da sowohl der Landesausschuß als auch die k. k. Statthalter« die angesuchte Bewilligung nur von der Vorlage des Statutes er Anstalt und der Nachweisung der Höhe der Verpflegskosten abhängig machen. Wien. Die jüdische Gemeinde in W'en, die bekanmlich einen Grund zum Aufbau eines Hospitales in Währing ankauste, hat, wiewohl Spitalgebäude steuerfrei sind, der Gemeinde daselbst freiwillig einen jährlichen Betrag von 3)0 Gulden zu den Kommunallasten aui zehn auf einander folgend Jahre zugesichert. Der Architekt Herr Wilhelm Stiasny in Wren, dem der Bau des jüdischen Spitals in Währing anvertraut ist, hat eine Reise nach Berlin angetreten, um dort die neuesten Einrichtungen der Spitäler kennen zu lernen. Prag, 11. Jan. Vorige W'che hatte als am m"y die Beerdigungsbrüderscha't ihren Buß- und Fasttag, an dem von jeher zwei Predigten abgehalten w rden. Herr Rabbiner Singer predigte Nachmittags im Vereinssaal mit vielem Beifall; in der Klaussynagoge hielt am Abend Herr Professor Dr. Känpf eine Drascha. Dem Brauche gemäß gab er den Inhalt derselben in einer gediegenen hebräischen Ansprache an; worauf er recht anregend und voll Wirkung verschiedene paffende Midraschim, Agada- und B'belstell'N besprach und erklärte. Der ausgezeichnete Redner erntete reichlichen Dank. Zum Schluffe ver- , suchte sich derselbe auch in einem kleinen Vortrag über eine halachische Materie. In Folge dieser Drascha hat Herr vr. Kämpf viele Verehrer gewonnen, die