Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1870)
- Date
- 1870-01-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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43 Panduren bei Nacht und Nebel wieder weg, ohne daß Jemand gewagt hätte, ihn aufzuhalten. Und ein solcher Mensch, selbst Räuber, soll die Bevölkerung vor Räubern schützen! Sarbogard, 15. Dezember. In Folge einer Ansprache des Herrn Löwy, welche großen. Beifall chatte, wurde dieser Tage dahier ein o'dm npa man gegründet, wodurch einem großen Bedürfnisse in hiesiger Gemeinde abqeholfen wurde. I. A. Abeles. Feuilleton. M o st an a i. (Eine historische Erzählung aus dem 7. Jahrhundert der gew. Zeitrechnung.) IN. Auf nach Jerusalem. .Ein reges Treiben herrschte nach den erzählten Begebenheiten im großen Perserreiche. Alle Fürsten rüsteten ihre Heeresabtheilungen; aus den entferntesten Provinzen führten die Satrapen die Krieger ihrer Heimath herbei. Die Eilboten des Exilsfürsten riefen die Juden aus allen Gegenden, in welchen sie sich niedergelassen, nach Mechusa. Die Botschaft: „Auf, -nach"Jerusalem! König KoSroös will uns das Land unserer Väter wiedererobern!" diese Botschaft wirkte wie ein Zauberwort. Alle kräftigen Männer und Jünglinge verließen freudig Vater und Mutter, Weib und Kiyder, um der Fahne des Prinzen Hnnna zu folgen, um auf's Neue ein jüdisches Reich zu gründen , um das HMgthum Gottes wieder auszubauen. Seinem Versprechen gemäß führte Hunna dem Könige ein Heer von dreißigtausend jüdischen Kriegern zu. Es war ein herzzerreißender Abschied, als Prinz Hunna sich von seiner jungen Gemahlin trennte. „Weine nicht, Jaletha," sprach er, „bald lasse ich Dich Nachkommen nach der Stadt des allmächtigen Königs, bald wirst Du als Königin in Jerusalem herrschen und das Kind, das Dn unter Deinem Herzen trägst, wird der Erbe sein des Reiches Davids." In der Ebene bei Mechusa beteten >'l0,000 jüdische Krieger das Mincha-Gebet; dann stießen sie zum Heere des Königs. Siegreich rückte Kosroös vor. Aber in Syrien befehligte ein römischer Feldherr, NarseS, ein , tapferer Held, dessen Name schon den Persern Schreki ken einflößte; er war es, welcher einst aus Befehl des Kaisers Mauritius Kosroes wieder zu seinem Königthume verholfen hatte. Dieser Umstand jedoch machte den Helden dem feigen Tyrannen Phocas verj dächtig. Durch falsche Vorspiegelungen wurde Rarses nach Constantinopel gelockt und Per auf öffentlichem Markte verbrannt. So belohnte Rom seine Helden, und diesem Scheusal Phocas sandte Papst Gregor l., welchen die Kirche zu ihren Heiligen zählt, ein Beglückwünschungsschreiben, das den Meuchelmord deS edlen Kaisers Mauritius und die Thronbesteigung des Mörders Phocas als ein glückliches Ereigniß begrüßte! . Nach dem Tode des gefürchteten Narses konnte Nichts mehr den Siegeslauf des persischen Heeres aufhalten. Merdin, Dara, Armida und Edesta wurden erobert, der Euphrat wurde überschritten, Hierapolis, Chalcis und Aleppo in Sturm genommen. So kam das siegreiche Heer vor die Mauern von Antiochia. Freude beseelte Hunna, als es ihm vergönnt war, seine jüdischen Krieger gegen diese alte Feindin des jüdischen Volkes zu führen. Mit dem Schlachtrufe: „Wenn Antiochia fällt, wird Jerusalem auferstehen!" stürmten sie gegen die Mauern der Stadt und verrichteten Wunder von Tapferkeit. „Dir Eroberung von Antiochia," sagte Kosroös, „habe ich nur meinen tapfern Juden zu verdanken. Freue Dich, Hunna, bald wirst Du König von Jerusalem sein!" Unaufhaltsam schritt das stegreiche Heer vor; Cäsarea und Damaöcus wurden erobert und nach wenigen Tagen rückten die Perser in Galiläa ein. Prinz Hunna und seine Heeresabtheilung waren die Ersten, welche den heiligen Boden betraten. Hunna warf sich auf die Erde und küßte sie; dann zerriß er lautweinend sein Gewand. Seinem Beispiele folgten alle jüdischen Krieger. Unter den Juden Palästina's hatte sich die Freudenkunde verbreitet: ein jüdisches Heer nahet heran unter der Führung des Sohnes des Resch Gelutha, um Davids Thron wieder aufzurichten in Jerusalem. Da eilten sie herbei alle rüstigen Männer und Jünglinge aus Tiberias, aus Nazareth und von den Bergen Galiläas, um die Reihen ihrer Brüder zu verstärken und zu vermehren, um mrtzuhelfen, das große Werk zu vollbringen. Jerusalem konnte nicht lange widerstehen. Die großen Wurfmaschinen des Perserheeres zerstörten die Mauern, nud die siegreichen Krieger zogen über die Trümmer derselben hinweg in das Innere der Stadt. Während die Perser und ihre tartarischen und scythischen Hilfstruppen die Einwohner uiedermachten, die Kirchen und Häuser plünderten, zogen die jüdischen Schaareu nach dem heiligen Tempelbergs und warfen sich betend an der westlichen Mauer des Heiligthums, deren Ueberresie noch heute emporragen, nieder und benetzten den heiligen Boden mit ihren Thränen. Unterdeß hatte sich in Constantinopel das Ge-