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Der Israelit · 1870-01-12 · Heft 2 (12.1.1870) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 2 (12.1.1870)
Date
1870-01-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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XI. Jahrgang. Beilage za Nr. 2 des Israelit. ZeLtuugsnachrichten nnd Correfpondenzen. Deuts chland. Würzburg itnb Altona. Um das Publikum vor Täuschung und dessen Wohlthätigkeitssinn vor Mißbrauch zu wahren, sieht man sich zu folgender Veröffentlichung veranlaßt: ES treibt sich z. Z. in Paris ein gewiffer Abraham Dov (Bär) Cohen mit dem Vorgeben herum, er sei von der israelitischen Gemeinde zu Safet im heiligen Lande nach Europa gesandt, um Spenden zum Zwecke der Gründung eines jüdischen Krankenhauses in genannter Stadt zu sammeln. Derselbe zeigt auch Papiere vor, die ihn als bezeichneten Sendboten beglaubigen sollen. Allein in einem zu Paris in hebräischer Sprache erscheinenden Blatte, „Le Libanon" und zwar in Nr. 45 wird der erwähnte Cohen entlarvt, indem darin ein Brief aus Safet abgedruckt ist, welcher die Unterschriften des dortigen Rabbinats der Aichknastm und der österreichischen Gemeinde trägt, der die Zeugnisse des genannten Abraham Dov Cohen als gsfäffcht bezeichnet. Wenn nun das Erwähnte schon als Warnung binreicht, so soll zum Ueberflusse noch Folgendes aus Jerusalem anher gelangte Schreiben in Abschrift hier angefügt werden, welches also lautet: Jerusalem, den 13. Thebet 5630. Aufruf aus Ziou! Die Unterzeichneten, im Aufträge der Deutschen Israelitischen Gemeinde, sehen sich veranlaßt, Nachstehendes zu veröffentlichen: Wir haben aus brieflichen Nachrichten, wie auch aus verschiedenen jüdischen Organen das Treiben eines gewissen Abraham Beer Cohn z. Z. in Paris, ersehen. Wir sind überzeugt, daß, wer mit dem A. B. Cohn nur einige Minuten in Berührung kommt, ersehen muß, daß es sowohl unfern Brüdern in Europa, wie auch in Palästina entehrend sein muß, daß „er" deren Vertreter sein soll. Daß sämmtliche Gemeinden Palästinas zu dem Treiben dieses Menschen nicht schweigen dürfen, mag Nachstehendes beweisen: „er" erdreistet sich gegen die ehrenwerihen Pekidim und Amarkelim in Amsterdam, welche bereits seit 50 Jahren, für das beste Wohl unserer Brüder im heiligen Lande mit aller Kraft und Macht wirken, und das einzige Europäische Comite Palästinas ist, welches jährlich öffentliche Rechnungen, der eingehendmund der vertheilten Spenden, verabfolgt, zu agiren. Es ist leider eine traurige Zeit, wenn „eine" in jeder Hinsicht unzurechnungsfähige Person, sich erkühnt, gegen einen solchen weltberühmten, frommen, wohlthätigen und ehrenwerihen Manne wie Akiba Lehren zu intriguiren. Wir sind fest überzeugt, daß unsere Brüder in Deutschland, welche es mit unfern Brüdern in Palästina gut meinen und für ihr Wohl bestrebt sind, diese Warnungen zu würdigen wissen und den erwähnten A. B. Cohn bei seinem Vorkommen abweisen und die nöthigen Schritte veranlassen werden, daß dessen intrügische Anmaßungen, nirgendwo Eingang finden möchten. Wir können doch darauf wahrlich keine Rücksicht nehmen, wenn auch vor 5 Jahren, dem A. B. Cohn, da „er" in Schulden geraihen war, aus Mitleid einige unserer Mitglieder Unterschriften ertheilt haben^ Wir glauben, was in unfern Kräften stand gethan zu haben und hoffen, daß unsere Brüder in Europa auch das Ihrige dazu beitragen werden. Es erlauben sich zu zeichnen die Mitglieder ^der Gemeinde (L. S.) (gez.) Bergmann. I. H. Marcus. N. Coronet. S. H aus d orf. M. Sachs. I. H. Zellniker. Da nun anzunehmen ist, daß erwähnter Abraham Dov Cohen auch nach Deutschland reisen wird, so wollten wir nicht Unterlasten, unfern deutschen Glaubensbrüdern von Vorstehendem Kenntniß zu geben , und damit folgende Bemerkung zu verbinden. In Amsterdam besteht seit circa 50 Jahren ein Somit«, das Spenden für's heilige Land in Empfang nimmt und dorthin übermittelt. Die Herren, die dieses Comit4 bilden, und insbesondere dessen hochgeehrter Vorstand, Herr Akiba Lehren, sind Männer von' anerkannter Frömmigkeit, strenger Gewissenhaftigkeit und rühmlichst bekannter Solidität. Erwähntes Comit« hat eine Reihe von Jahren öffentliche Rechenschaftsberichte gedruckt, worin alle Einnahmen und Ausgaben und r«8p. die Vertheilung der Spenden auf die betreffenden Gemeinden im heiligen Lande aufgefübrt sind, und zwar besteht seit vier Decennien eine Uebereinkunft 4>cr sammtlichen Gemeinden des heiligen Landes, narb welcher die eingehenden Spenden von genanntem Comitö verheilt und in den Rechenschaftsberichten aufgeführt sind. Hierdurch haben sowohl Geber als Empfänger die Contröle vor sich,

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