Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1870-01-05 · Heft 1 (5.1.1870) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 1 (5.1.1870)
Date
1870-01-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447447-2447449--07912-2463535
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11 triplici introductione) im Ganzen mit'denselben übereinstimmen, und bedauere es nur ungemein, daß meine Lage cs mir niemals gestattete, ein ausführlicheres Werk über die jüdische Geheimlehre (nwy nPisp), wie ich es doch im Sinne hatte, der gelehrten Welt vorzulegen. Die Grundzüge indeß meiner damaligen Darstellungen halte ich noch heute für unumstößlich, was auch Frank, Tholuck und Geiger dagegen sagen mochten. Der Hauptzweck meiner Schriften war eine doppelter: einmal die Kabbala aus den Quellen des Sohar zu schöpfen und sie danach zu ordnen — wozu schon der Philosoph Schelling dringend mahnte — alsdann die Differenz zwischen demselben und dem krassen Phantheismus nachzuweisen. Diesen Unterschied fand ich in fünf Hauptpunkten, besonders in der Persönlichkeit und Unbegreiflichkeit Gottes, während die Natur der Sache mich nöchigt, einen primären, klaren und einen sekundären, symbolischen Theil des kabbalistischen Systems zu statuiren. Doch das Weitere gehört nicht hierher; ich erlaube mir nur noch für meine Person zu bemerken, daß ich mütterlicherseits vom Scheloh v"L"t, dem Vater der modernen jüdischen Geheimlehre abstamme nnoi «jy o Tsy tmsr. — Ich eile zum Schluffe. Der in meinem letzten Briefe erwähnte schwere Verdacht, der bei Gelegenheit deö großen hiesigen Brandes ans einem armen polnischen Juden ruhte, hat sich als durchaus grundlos erwiesen. Ferner: in der Mitte der 2. Spalte meines 6. Schreiben bitte ich nach „verwenden^ ein „sondern" einzuschalten, und ersuche endlich meine Freunde und Correspondenten (auck diejenigen Herren, jdie mich noch nicht mit einer Antwort beehrt haben) sich einfach meiner oben angegebenen Adresse zu bedienen — ruob ij/-un iö: rppy i'D’Din so. Leben Sie wohl' Es ist dies vorläufig mein letzter Brief; später schreibe ich Ihnen, so Gott will, wieder unter meiner bekannten früheren Signatur. M. Almoni. Kiel. Ihr geschätztes Blatt brachte in einer der jüngsten Nummern die dem „Hamagid" entnommene Nachricht, daß das städtische Collegium der isr. Gemeinde einen unentgeltlichen Bauplatz zu einer zu errichtenden Synagoge versprochen, aber später nicht Wort gehalten habe. Diese Nachricht ist nicht ganz der Wahrheit gemäß. Das städtiscke Collegium wollte in der That den Bauplatz hergcben, aber die iSr. Gemeinde hatte bereits einen gelegenen Platz gekauft. Die Synagoge ist bereits fertig und wurde ttiv von Herrn Oberrabbir.er Ettlinger in Altona eingeweiht. Uebcr die stattgchable Feierlichkeit werde ich später berichten. B. B. L e v y, Cultusbeamter. Airs Schleswig-Hol^ein. Wir sind heute im Stande, durch einige erfreuliche Tbatsachen Ihnen und den geehrten Lesern des „Israelit" zu zeigen, welch ein bedeutenderUmschwung, welche Beffergestaltung in der Lage unserer Glaubknsgenossen in den Elbherzogthümern eingetreten ist, seitdem dieselben eine preußische Provinz geworden find. In dem Städtchen Oldesloe, das ungefähr 4000 Einwohner zählt, wohnen blcs zwei Israeliten, Gebrüder Hirsch, wovon der eine schon längere Zeit als Cassirer beim städtischen Schulbau fungirt, während der andere neuerdings zum Stadtverordneten erwählt wurde.! Dabei ist hervorzuheben, daß im Jahre 1856, als Letzterer sich etabliren wollte, gerade die Stadtverordneten es waren, welche ihn daran hinderten, weil er Jude war. Beide Brüder sind gesetzestreue Israeliten. Auch in Friedrichsstadt (Schleswig) wurde neulich ein Israelit zum Stadtverordneten gewählt. Das sind Thatsachen, die um so erfreulicher sind, weil man siw dieselben nicht barte träumen lassen können im Lande der weiland Schleswig-Holsteinischen Ständeversammlung. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. * Wien. Der Belegraum auf dem israelitischen Friedhofe, auf welchem ritual kein vorhandenes Grab mehr geöffnet und wieder verwendet werden darf, ist nunmehr ein so geringer, daß die israelitische Cultusgemeinde mit Spannung auf die Entscheidung wegen Errichtung eines Centralfriedhofes gewartet hat, damit ihr ein genügender Grund-Arear zur Abgrenzung ihres Friedhofes überlassen werden könne. (Frmdbl.) Ofen. Bor die Ofener Stadthauptmannschaft wurde vorgestern ein anständig gekleideter Mann gebracht, welcher auf der Gaffe vor Hunger ohnmächtig zwammengesunken war. Derfelbe ist ein israelitischer Zehngebotschreiber, konnte in Pesth nichts verdienen und gelierte sich, feine Noth irgend Jemandem zu entdecken. Die Stadthauptmannschast ließ demselben sogleich Nahrung reichen und wird ihn, sobald er sich erholt haben wird, in seine Heimath nach Preßburg senden. Oderberg. Wie uns berichtet wird, dürfte der Thäter des dreifachen Verbrechens bereits in den Händen der Gerechtigkeit sein. Am 15. Dez. Abends wurde das Verbrechen verübt. Schon am 17. wurde in Teschen von der städtischen Polizei-Geschäftsleitung ein junger Mann, ein Schloffergeselle, angehalten und auf Begehren des dortigen k. k. Staatsanwaltes verhaftet; der Geselle hatte'unter Verdacht erweckenden Umständen eine zerbrochene Broche verkauft. Es gelang der Behörde, diese Broche zur Stelle zu bringen, und es soll dieselbe in der That der Ermordeten geraubt worden sein. Weiter ist ermittelt, daß der Verhaftete jener junge Mann gewesen, welcher von Mährisch- Ostrau aus mit der Ermordeten in einem Coup« nach Oderberg gefahren und mit ihr ausgestiegen ist. Das Mädchen ist nach Ergebnissen der gerichtlichen Lricheni>

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.