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Der Israelit · 1870-01-05 · Heft 1 (5.1.1870) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 1 (5.1.1870)
Date
1870-01-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Liners über die Gründe der Ausbreitung des Christenthums und die übermenschlichen (surhumaines) Eigenschaften seines Gründers. Wie auf dem Titelblatt ersichtlich, hat sich der Verfasser das Recht der Uebersetzung seines Buches Vorbehalten. Die Mühe, glauben wir, könnte er sich sparen. Ein deutscher Jugendlehrer wird das Buch nicht benutzen, er müsse dann seinen Beruf völlig verkennen und mißverstehen. Deutsche Eltern, die ihren Kindern Liebe zum Judenthume einflößen wollen, werden ihnen keine derartigen Machwerke in die Hände liefern. vr. Jacob Cohn. Zeitungsnachrichten und Correfpon- -enzen. Deutschland. Berlin. Zum Mitgliede des Bundes - Oberlandesgerichts ist auch der Prof. vr. gur. Goldschmidt in Heidelberg, ein im Handelsrecht heimischer Gelehrter ernannt worden. Der Ernannte ist Jude und durch diese Ernennung das Bundesgesetz vom 3. Juli v. I. zuerst praktisch zur Geltung gekommen. Dieser Vorgang wird auch für Preußen ohne Zweifel nicht ohne Nachfolge bleiben, wo bisher die jüdischen Assessoren vom Richteramte ausgeschlossen waren. Königsberg. Briefe von M. Almoni. (Freystadt, vr.) Achter Brief vom 20. December 1869. Ich komme jetzt endlich zur Besprechung i des westrussischen Nothstandes und der vor- - geschlagenen radicalen Heilmittel desselben. Daß unj sere unglücklichen Glaubensgenossen im benachbarten! Czarenreich unschuldig leiden, daß alle gegen sie von j inneren und äußeren Feinden geschleuderten Vorwürfe,! Anklagen und Verleumdungen rein aus der Luft gegriffen sind, und nur von der schlechten, faulen Logik ihrer Urbeber Zeugniß ablegen, daß gewisse Fehler und Schwächen, welche den betreffenden Juden anhaften mögen, lediglich die Wirkungen ihrer gedrückten Lage sind: dies Alles ist in diesen Blättern oft genug so schön, wahr und unwiderleglich gesagt worden. Wir kennen diese Verhältnisse zu genau, als daß wir anders darüber urtheilen sollten. Das bisherige Einpferchen der russischen Juden in sieben Gouvernements erklärt hinreichend die ganze Misere. Wir selbst haben die einstige Vertreibung geliebter Angehörigen aus Petersburg zu beklagen und deren traurige Folgen noch jetzt bitter zu empfinden. Aus Norddentschland dahingekommen, wurden sie unschuldigerweise aus der Hauptstadt verjagt, ihr Handel und Verkehr gehemmt, und somit in das tiefste Elend gestürzt bis auf den heutigen Tag. Der getaufte Jude mag in Rußland vielleicht immer sein Glück gemacht habe», aber der treue Anhänger des israelitischen Glaubens genoß dort selten politische und bürgerliche Rechte. Volle Freizügigkeit im ganzen russischen Reiche für alle Juden ohne. Ausnahme ist daher das erste Rad.calmittel zur Heilung der geschlagenen Wunden; dies unschätzbare, dem Lande selbst so nützliche Gut vom Czaren ungesäumt zu erlangen, das muß die hauptsächliche Aufgabe aller Edlen in Israel sein. Diese hei'same Maßregel bei der kaiserlichen Regierung auszuwirken, bezweckte schon gleich nach dem Krimmkriege der Inhalt eine Petition, welche wir damals im Namen vieler russischen Notablen und in Verbindung mit dem sel. Oberrabbiner I. Mecklenburg an die Pariser Conserenz zu richten uns erlaubten. Doch dieses allgemeine politische Recht wird so bald nicht von dem Moskowitentbume für unsere Glaubensbrüder zu erreichen sein; die neueste Grenzverweisung in Bessarabien beweist wieder das Festhalten desselben an alten Vorurtheilen und Willkürlichkeiten. Die theilweise Auswanderung aus Rußland ist also das andere Rettungsmittel für die dortigen Juden, dessen Besorgung und Anwendung das hiesige Hauptcomitv jetzt erstrebt, von dem es nur zu bedauern bleibt, daß es nicht auch den gewiegten Fachkenner Herrn Julius Lebegott aus Tilsit zu seinem Mitgl-ede zählt. Wie oft haben wir nach unseren schwachen Kräften dieses Mittels uns bedient; wie vielen flüchtigen jungen Leuten und ganzen Familien aus dem Nachbarlande, waren wir zur Seereise nach Amerika behilflich; wie viele unglückliche fremde Personen begleiteten wir selbst bis zur nächsten Hafenstadt Pillau, und wie viele polizeilche Schwierigkeiten hatten wir oabei gu überwinden! ,-iw>2b *'? 'n rro:. Für die sogenannte Bildung aber werden die freigewordenen russischen Juden schon selber sorgen; die ihnen eingepsropste fremde Cultur wird leider häusig genug in ihren Händen zur zweischneidigen Waffe, die sich in der Regel gegen das ererbte Judenthum, gegen unsere alte Religion kehrt. Wir haben darin die traurigsten Erfahrungen gemacht und machen sie täglich noch mehr. Uebri.wnS haben wir uns sehr darüber gewundert, daß man von hier aus für obige Zwecke Ihre Hilfe in Anspruch nimmt, ohne daß die Gemeinde vorher für gewisse in unseren Briefen enthaltenen begründete Vorwürfe ein Wort der Entschuldigung und Vertheidigung hatte. Heber der Kritik steht und für infallibel erklärt iü auch noch nicht das Oberhaupr der christlichen Kirche in Rom. — In Bezug auf die jüngst in diesem Journal gebrachten vorrrefflichen „ Änalekten über die Kabbala" von Herrn B. I. Rnoensobn in Beverungen freue ich mich, daß meine lateinischen Jugcndschriften über den wichtigen Gegenstand (Philosophia cabbalistica et Pantheismus und Choker et Mekubbal prämissa

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