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Der Israelit · 1869-12-22 · Heft 51 (22.12.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 51 (22.12.1869)
Date
1869-12-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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S77 Monate, Womöglich bis zum März 4870 verlängern mögen, und wird unser Schriftführer, Herr Dr. Sternheim dies als Antrag formu-lire« und motivkren. Derselbe wird auch die Güte haben, Ihnen die Bestätigung unserer Gemeinde von Seiten des Polizeipräsidenten vorzulesen und die Anzahl der hiesigen und auswärtigen Mitglieder anzugeben. Zur Geschäftsordnung bemerke ich, daß es durchaus nöthig ist, unserm Herrn Schriftführer zwei coordinirte Schriftführer beizugeben, und mache ich Sie auf die parlamentarische Sitte aufmerksam, daß die jüngsten Gemeindemitglieder dazu erwählt werden." Die Herren vr. Carlebacb und vr. Marx wurden mit diesem Amte beauftragt, und nahmen jener zur Seite des als Referent fungirenden Herrn Rabbiners, dieser neben dem Schriftführer Platz. Hierauf ertheilte Herr Jacob Bamberger als Vorsitzender dem Herrn vr. Hildesheimer das Wort. Dieser machte nochmals auf die seit seinem Weilen in Berlin von ihm gegründeten und bereits in vbeudiaer Thätigkeit dastehenden Institutionen aufmerksam. Er hob hervor, dieser Moment sei der erste seit seinem Hiersein, da es ihm vergönnt, im ausschließlichen Kreise der ihm anvertrauten Gemeinde sich auszufprechen. „Ich habe nicht Anfangs Sie zusammenberusen, fubr er fort, um Sie zu benachrichtigen: Dies und jenes wollen wir thun; denn eö ist mir mit unserm Lehrer 7wd jenes djn Dnm nb gemem: ich bin nicht der Mann vieler Worte, nicht gebe ich Versprechungen; sondern jetzt habe ich Sie zu mir kommen lassen, da ich so glücklich bin. Ihnen sagen zu können: Das und das haben wir gethan. Auch wir haben das nvp* dem vorausgehen lassen." Er ging alsdann auf die einzelnen Punkte über. Auch er stellte ols erstes, unabweislickes Bedürfniß der Gemeinde die Synagoge hin. Es ist nun einmal dies das äußerliche Zeichen der Verbindung und Vereinigung Gottes mit Seiner Gemeinde. Hat Er doch selbst gegen Sein Volk, nachdem er es zu einem solchen gemacht und emporgrhoben, die Worte ausgesprochen: V-ipv 'b npjn DDlfD ’H-Dff? Zur Schechitah übergehend, fügte er den Worten des Vorredners noch bei, daß die Metzger selbst, mit welchen er über die Berliner Zustände in dieser Beziehung gleich nach seiner Ankunft sich benommen, ihm gestanden hätten: „Wir wissen recht wohl, daß es um die Schechitahangelegenheiten durchaus nicht nach Erwartung steht.- Jetzt aber sei die Schechitah auffs beste bestellt, die Schochtim sowohl wie die Maschgichim seien nicht nur in dem Eifer ihvsr Pfii terfiillung unübertrefflich, sie besäßen sogar Kenntnisse weit über ihren Stand hinaus, welche der Gemeinde »ach einiger Zeit in mancher Beziehung sehr zu Statte« kommen dürften. Hierauf hob er die Wichtigkett der Regelung der ZeschibahangAegeuherten, sowie der Gründung eines Lehrerseminars hervor; es müßten jedoch diese beide« Anstakten, so unbedingt nothwendig sie immer zur Heranbildung und frommen Erziehung der Zugevd seien, vor den dringende» nächsten Gememdeinftitutionen in den Hintergrund treten, mb über die Iefchrbah soweit sie bis jetzt gediehen, wolle er des Werteren nicht sprechen, da seine Person in zu enger Beziehung damit stehe. Hier lenkte der Redner auf die Religionsschule und ihre bis jetzt erlangten Erfolge ein. Den besten Beweis ihres Gedeihens lieferte die unverkennbare, innere Frcude, das wahrhaft glückliche Gefühl, welches sich in den Zügen des Redners ausprägte, während er von Schule und Schülern sprach. Wie kann es fehle«, daß, wie er versicherte, alle Lehrer der Anstalt sich glücklich schätzen, bei der Ausführung eines solchen Werkes sich betheiligen zu können, wenn sie sich in ihrer Mühe durch die Liebe der Kinder zu ihnen selbst, wie zu dem gebotenen Unterricht in schönster Weise belohnt sehen? Als die wichtigste aller Institutionen bezeichnete der Redner eine Mikwah. Er habe auf die Herrichtung einer neuen Mikawh nur deßhalb für's erste zu Gunsten des Synagogenbaues, der allerdings an Wichtigkeit jener weit nachstehe, verzichtet, weil wenigstens noch eine den rituellen Anforderungen entsprechende vorhanden sei. Sobald jedoch der Synagogenbau in Angriff genommen, werde er auf jene zurückkomme«. Die Rede währte über eine volle Stunde, und ward der Redner durch stürmischen Beifallsruf wiederholt unterbrochen worden. Nun wurden die einzelnen Amendements von dem Herrn Schriftführer verlesen. Es waren ihrer i« Ganzen fünf bis acht smnmt denen, welche noch während der Verhandlung eingebracht wurden. ES wurden nur ganz unbedeutende Veränderungen getroffen. Außer dem Herrn Rabbiner führten besonders das Wort die Vorsteher Herr Bamberger und Herr S. Rofenberg, Herr Heyancmn, dann die Gemeindenütglieder Herr Pleßner, Herr Schreiber; die HH. vr. Sternheim, Vr. Carlebach, vr. Marx, vr. Seligmann und einige Andere. Bezeichnend für die Stimmung, welche während der ganzen Sitzung herrschte, sind die Worte, welche Herr Heymann nach Erledigung der Amendements an die Versammlung richtete: „Meine Herren," sagte er, „es kommt ja bei uns nicht darauf an, ob nach diese oder jene mehr oder minder bedeutende Veränderung in «»ferm Statute« getroffen wird: Schließe» wir uns vielmehr den gestern von unserm hochverehrten Herrn Rabbiner so schön behandelten Prophetenworten D« o rD3 ^na *6 'W'O an. Wen« auch bei uns der richtige Geist herrscht, wenn wir vom Geiste Gottes, vom Geiste

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