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Der Israelit · 1869-12-22 · Heft 51 (22.12.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 51 (22.12.1869)
Date
1869-12-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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976 Wenige - ewig unvergeßlich bleiben. Der Mahnruf, welcher damals aus sänem beredten Munde erscholl V2vn arn D’^yj on«, Ahr steht heute Alle da, fest entschlossen, für Gott und Seme heilige Sache einzutreten, und so wird Gott auch für Euch einstehen! dieser aus tiefster Seele hervorgegangme Mahnruf war nicht vergebens gesprochen. Im Aufträge des Vorstandes bin ich in der glücklichen Lage. Ihnen Allen den vollsten und innigsten Dank für Ihre Aufopferung und Hingebung an die gute Sache hiermit feierlichst abzustatten. Aber auch der zweite Theil jenes Wortes ist in Erfüllung gegangen! Gott ist auch für uns eingetreten, und wir haben mit Seiner Hilfe bereits Erhebliches geschaffen. Wir besitzen bereits eine, wenn auch im Hinblicke auf die Mitgliederzahl unserer Gemeinde nur kleine Synagoge. Wir wollen diele als eine rprw p«, als einen Grundstein für eine groß-, recht große Synagoge betrachten. Wir hoffen, unter dem Beistände Gottes und Ihrer regen und kräftigen Betheiligung recht bald einen Bau erstehen zu sehen, wie er immer der Adath Jisroel würdig ist. Wir werden dann nicht mehr gezwungen sein, für die Vorträge unsres Herrn Rabbiners von Local zu Local wandern zu müssen und am Ende doch hie und da von der Loyalität und der Duldsamkeit seiner Besitzer abhängig zu sein. Die große und zahlreiche Betheiligung, welche sich ungeschwächt und in immer größerem Maße bei den begeisterten Vorträgen des Herrn vr. Hildesheimer gezeigt hat, gibt uns den Muth und das Recht, ohne jede. Scheu und Aengstlichkeit dieses Werk möglichst bald ins Leben zu rufen. Ferner ist eine sehr wichtige, vielleicht die wichtigste Institution bereits geregelt; ich meine die Schechitah. Zwei der hiesigen Herrn Fleichwaarenh'nrdler, Brall und Jacobi, haben sich bereitwillig den Anordnungen unseres RabbinatS gefügt. Es ist diese Institution eine Errungenschaft, zu der wir nur nach großer Mühe und mit großen Geldopfern gelangen konnten. Wir haben eö auch nicht an Bemühung fehlen lassen, die übrigen Herren Fleischwaarenhändler, dir sich zum größten Theile der Adath-Iisroel angefchloss n haben, zur Theilnahme aufzusordern; unser Streben war zu unserm größten Bedauern bis zu dieser Stunde vergeblich. Auf die Ihnen bekannte Zeitungsannonce, welche angeblich im Ramm der Herren ^fleischwaarenhändler erschienen, glaube ich wohl besser hier nicht eingehen zu dürfen. Wir leben vielmehr der festen Hoffnung,- daß jene Herren, wenn sie von crottf dnt» beseelt sind, woran wir nicht zweifeln wollen, sich recht bald den nur billigen und gewiß rrligionsgesetzlich gerechten Anforderungen unseres RabbinatS fügen werden. Ich will mich nicht ausführlicher über die kurz nach der Ankunft unseres Herrn Rabbiners von ihm eröffneten Zefchibah aussprechen. Es mag Ihnen genügen, wenn ich Ihnen mittheile, daß bereits aus alle» Gauen des deutschen Vaterlandes und aus ferneren Ländern auch außerhalb unseres Welttheils über 40 junge Männer herbeieilten, um sich der Leitung dieses großen Lehrers anzuvertrauen. Wenn ich noch hinzufüge, daß die bei unserm Rabbiner Studirenden großentheils akademisch graduirte oder mindestens mit dem Ab turientenzeugniß eines Gymnasiums versehene junge Leute sind, so ist es erklärlich, und wir find auch stolz darauf, welchen Anklang unser Bestreben allüberall bei treuen Gesinnungsgenossen findet, und daß in Zukunft von Berlin aus^ie jüdischen Volkslehrer auSgehen werden. Wir gehen nun auf die Religionsschule über, die auch eine unserer wichtigsten Errungenschaften ist. Dieselbe ward mit kaum 50 Schülern eröffnet, und ist im Laufe einiger Wochen zu 90 herangewachsen. Die bis heute erzielten Resultate lassen uns der frohen Hoffnung Raum geben, daß diese Schule nach dem allgemein gehegten Wunsch, des Rabbiners sowohl als der Gemeindemitglieder, sich recht bald zu einer Realschule erweitern werde. Es gereicht mir ferner zu besonderem großen Vergnügen, Ihnen mittheilen zu dürfen, daß der Geist, der unsere Schule beseelt, unv die Disciplin, die in ihr maltet, eine vorzügliche zu nennen ist, Vorzüge, die wohl werth sind, besonders in Berlin hervorgehoben zu werden. Das ist dasjenige, was ich Ihnen über unsere Wirksamkeit mitzutheilen habe, das sind unsere gewonnenen Resultate, die nur möglich, weil wir unter der Leitung eines Mannes, wie vr. Hildesheimer, standen, dessen rastlose und unermüdliche Thätigkeit nirgends seines Gleichen finden dürfte. Ich greife nun wiederholt auf die Generalversammlung vom 29. August zurück. Sie beauftragten damals uns, den provisorischen Vorstand, mit der Abfassung der Statuten, heute sind sie bereits in Ihren Händen. Sie selbst haben ja zum großen Theile den Berathungen bei Abfassung derselben beigewohnt, und ist ein jeder Paragraph nach reichlicher Erwägung, und nach vielstündigen, heißen Debatten endgültig festgestellt worden. Unsere Einladung vom 36. KiSlew zur Generalversammlung ersuchte Sie, etwaige Amendements, welche nicht cultuelle, noch rituelle Angelegenheiten betreffen, zu stellen. Der Herr Schriftführer wird die Güte haben, die bis gestern Abend 6 Uhr eingelaufenen Amendements später vorzulesen. Sollten die Statuten heute durch Majoritätsbeschluß dieser verehrten Versammlung angenommen werden, woran ich meinerseits nicht zweifeln darf, so halte ich es nach den heute obwaltenden Verhältnissen für angemessen, daß Sie daS Provisorium, noch einige

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