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Der Israelit · 1869-12-15 · Heft 50 (15.12.1869) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
– (sequence 19)
Language
German
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973 bctn und Wandeln war nur für Jerusalem. Selbst im hohen Alter unternahm er noch große Reisen durch Frankreich und Deutschland, um sowohl für die Armen Jerusalems überhaupt, als auch für die von ihm daselbst gegründete Lehranstalt Gelder zu sammeln. Thränen um Jerusalem entströmten seinen Augen, wenn er bei reichen Glaubensgenossen um Gaben bat. Hätte man ihn nicht als einen wohlhabenden Mann gekannt, so wäre man bei solchen Gelegenheiten versucht gewesen, zu glauben, er sammle für sich und er hätte nicht Brod auf drei Tage zu Hause, so dringend wußte er für die Armen Jerusalems zu bitten. Und welche Freude hatte er, wenn er eine Gabe empfangen! Wahrlich der ärmste Bettler hätte sich nicht mehr freuen können. Herr Rabbiner Weißkopf hielt im Sterbehause eine ergreifende Trauerrede und nach ihm Rabbinatsassessor Maier. Ersterer wirb außerdem noch später einen iDDn im der rron dV, zu besten Gründern der Verstorbene gehörte, abhalten. Eine große Anzahl von Männern begleiteten die Leiche an die Eisenbahn, die nach Weißenburg gebracht wurde, woselbst er früher Lehrer gewesen, um auf demselben Begräbnißplatze begraben zu werden, wo auch das Grab einer seiner Schwestern ist. Hoffen wir, daß die Männer, die an der Spitze der q-obm-p mdw ’ccnn rmn stehen, deren Gründer der verstorbene Blumenthal gewesen, ihr Augenmerk auf die von dem Verstorbenen in Jerusalem ins Leben gerufene Institute richten und sie forterhalten, damit das Andenken dieses edlen Mannes stets in der heil. Stadt erhalten bleibe. England. London. Herr Michael Hyam wurde zum Mayor von Nowra Shoalhaven erwählt. Türkei. Confkanlinopel. Bei seiner Durchreise nach Jerusalem besuchte Herr Eduard v. Rothschild aus Paris unsere Synagoge, in welcher er Kaddisch zum Andenken an seinen verstorbenen Vater sagte. Er machte der Synagoge ein Geschenk von 2400 frs. Die Gemeinde hat ihm einen glänzenden Empfing bereitet. (Un. Jsr.) Constanlinopel. Bei seiner Durchreise nach Conftantinopel wurde dem Kaiser von Oesterreich von der jüdischen Gemeinde in Rustschuk durch ihren Rabbiner eine Adresse in deutscher Sprache überreicht, die der Kaiser mit großem Wohlwollen au'nahm, wobei er die Gelegenheit wabrnahm, sich genau nach den Verhältnissen der dort lebenden Juden zu erkundigen. Auch der Kaiserin von Frankreich wurde vom Rabbiner in Adrianopel eine Adresse überreicht. Die Kaiserin war mit derselben um so mehr überrascht, als sie in ihrer Muttersprache (Spanisch) abgesaßt war. Conftantinopel. Die Mission muß doch immer von sich reden machen. Jetzt hat sie dahier ein neues Mittelchen erfun» den. Sie sendet ihre Agenten an den Hafen, um bei der Ankunft der Schiffe die auf denselben sich befindenden sündigen Juden durch allerlei Vorspiegelungen von materiellen Dortheilen, dem Christenthume zuzuführen, und damit dies Mittelchen um so mehr zündet, sendet sie einen getauften Juden dorthin, der sich leichter mit seinen früheren Glaubensgenoffen in Verbindung zu setzen weiß. Eben diesem getauften Juden gelang es in der That vor Kurzem einen von Mohilew (Rußland) kommenden Juden, einen sonst wohlhabenden Mann, der aber durch verschiedene Unglücksfälle um sein Vermögen gekommen und nun heimlich aus der Heimath mit Hinterlassung eines Weibes entflohen war, in die Netze der Mission zu führen und ihn zur Taufe zu überreden. Der Schwiegervater desselben, der aus Rußland hierhergekommen, gab sich alle Mühe, den Neubekehrten zu veranlaffen, daß er sich von seiner Frau scheiden lasse, aber Alles war vergebens. Da wandte er sich an den russischen Consul, der den Convertiten einsperren ließ, und als die Missionäre dagegen Schritte thun wollten und ihn als einen Missionär ausgaben, wurden sie vom ruffischen Consul. aus dem Hause gejagt, ja sogar als bei der Uebersührung des Gefangenen auf ein Schiff, um nach Odessa gebracht zu werden, einer der Missionäre ihn zu befreien trachtete, ließ der Consul auch den Missionär verhaften. Die Misiionsfunktionäre sind nunmehr in großer Angst und werden jedenfalls ihre segensreiche (?) Geschäfte auf eine Zeitlang einsiellen. . (Jb. An.) P al ä st i n a. Jerusalem. Ueber den Empfang des Kaisers von Oesterreich in Jerusalem entnehmen wir einem detaillirten Berichte des Herrn I. Ryblin weiter Folgendes : Die Israeliten waren die ersten, die die Ehre hatten, den Kaiser zu begrüßen. Der Empfang bei den beiden Hütten, in denen sich sämmtliche Rabbinen und Repräsentanten der Gemeinden befanden, hatte Höchstdemselben so gut gefallen, daß er noch am selben Tag durch den österr. Consul die Anzeige machen ließ, daß er mit seinem ganzen Gefolge die sephardische Synagoge besuchen werde. Zum würdigen

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