Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1869)
- Date
- 1869-12-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447444--07853-2463473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
972 eben verblichene« würdigen Sohnes. Die Herzen beider glichen immer offenen Quellen, aus denen die wärmsten Gefühle flössen, die mildesten Worte quollen. — Dieses bescheidene, menschenfreundliche und milde Wesen war übrigens schon dem Großvater des Verblichenen, dem unvergeßlichen Rabbi David Deutsch y r, Rabbiner zu Wag-Neustadtl, Verfasser des "in!vw" eigen. — Wenn ich nun noch hinzufüge, daß Rabbi Menachem Eisenstädter zu B. Gyarmath, wo sein Vater damals Rabbiner war, geboren, Schüler des ^t’prrp "ihd, pso y'T üjnn, Rabbiner zu Neutra war und bevor er die Stelle seines Vaters in Ungwar einnahm, das Rabbinat in Hüßt bekleidete, so sind die bedeutendsten Momente seines Lebens berührt. Es war dies Leben nichts anderes, als eine ununterbrochene, rege Begeisterung für die göttliche Lehre und den wahren GotteSglauben, eine menschenfreundliche Empfindung, die Jedem wohlthuend war, Jedem sanft und mild entgegenlächelte! M. Horowitz. MofchLtt. Dieser Tage starb dahier der sehr geachtete und angesehene Herr G. Z. Rosenberg in einem Alter von 99 Jahren. Bis vor zwei Monaten, wo er aufs Krankenlager fiel, erfreute er sich stets einer vollkommenen Gesundheit und konnte er ungestört seinem Geschäfte nachgehen. An seinem Leichenbegängniffe betheiligte sich fast die ganze Stadt, ohne Unterschied der Confefsion. M. Lazarus. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Schütt-Szerdahely wird unter dem 10 November geschrieben; Als vorige Woche der hiesige Stuhlrichter mit den Geschworenen in der Nacht von seinen auswärtigen Geschäften über die Landstraße heimfuhr, warfen sich einige Strauchdiebe in die Zügel seiner Pferde und brachten sie zum Stehen. Der Stuhlrichter sprang muthig vom Wagen und ging mit seinem Revolver ihnen hart an den Leib. Als sie den.Stuhlrichter erkannten, ließen sie den Wagen fahren und entschuldigten sich höflichst mit der Bemerkung, datz diese Aufwartung nicht ihm, sondern einem Israeliten, der eben diesen Weg zurückzulegen hatte, gelten sollte. Der Geschworene erkannte die Strolche als Abonyer Insassen und sie wurden von Panduren rechtzeitig festgenommen. Rußland und Polen. Keschirrub Die jüngsten Nummern unserer eitung brachten aus Rußland die Nachricht von an uden begangenen Mordthaten; leider haben wir heute wieder die traurige Pflicht, von einer solchen zu berichten: Eine dahier wohnende jüdische Frau, deren Mann nach Moskau verreist war, woll'e bebufs Einkäufe Geld aus einem Schreibpulte nehmen, fand aber den Schlüffe! nicht. Sie schickte daher zu einem Schlosser, der seinen Gesellen beauftragte, das Schloß zu offnen. Als der Schlossergeselle ins Haus kam, schrie gerade das von einer Magd gehaltene Kind der Frau sehr laut; der Geselle forderte die Frau auf, die Magd mit dem Kinde fortzuschicken, damit er seine Arbeit ungestört vollziehen könne. Das Kindermädchen entfernte sich. Der Schlosser erbrach den Sckreibpult und vor seinen Blicken lag eine große Summe Geldes. Als die Frau sich hinabneigte, um etwas ^eld in ihre Börse zu thun, da schlug der Schloffergeselle mit seinem Hammer mit einer solchen Wucht auf den Kopf der Frau, daß diese sofort zusammenstürzte und als der Wütherich bemerkte, daß noch etwas Leben in der Frau ist, hieb er zum zweitenmale auf sie ein, bis sie ihren Geist aufgab. Hierauf nahm er das vorhandene Geld, riß die Ohrringe mit Gewalt von der Leiche ab, verschloß die Thüre und ergriff die Flucht. Längere Zeit dauerte es, bis der Mörder eingeholt wurde, der nun seiner gerechten Strafe entgegensieht. Schweden. O Stockholm, 11. November. Das oberste Tribunal hat vier von den Gesetzvorschlägen mißbilligt, welche von dem letzten Reichstag vorgelegt worden sind, und von der Bestätigung derselben abgerathen; darunter sind die Veränderung der bestehenden Gesetze in Betreff fremder Glaubensbekenner und ihrer Religionsausübung. Holland. Haag» Zur Erinnerung an die Feier des 25jährigen Bestehens unserer Synagoge, worüber in Ihrem geschätzten Blatte berichtet wurde, ließen einzelne Mitglieder der Gemeinde eine.um idd schreiben, die sie der Gemeinde als Geschenk Übermochten und die am 18. November unter großen Feierlichkeiten in die Synagoge gebracht wurde. L. D. Simons. Frankreich. Paris. Eine traurige Botschaft haben wir heute unfern geehrten Lesern mitzutheilen. Der in Deutschland und Frankreich sehr beliebte und angesehene Joseph Blumenthal starb den 16. November in Paris im Alter von 77 Jahren. In ihm verlieren die Armen Jerusalems einen ihrer größten Wohlthäter. Sein Sinnen und Trachten, fein Han-