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Der Israelit · 1869-12-15 · Heft 50 (15.12.1869) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
– (sequence 20)
Language
German
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974 Empfange wurden Vorbereitungen getroffen. In der Synagoge stellte der österr. Consul dem Kaiser Herrn Rabbiner Kalisch als Oberrabbiner aller dahier wohnenden europäischen Juden vor. Der Kaiser richtete dann an Herrn Rabbiner Kalisch einige Fragen. Nachdem das Gebet nyien jnun vom Vorsänger vorgetragen worden war, wurde dem Kaiser das beim Empfang desselben von Sä ulkindern abgesungene Lied snL nnp überreicht. Wie schon mitgetheilt besuchte der Kaiser dann das Rothschild'sche Hospital und das Lämmel'sche Institut. Jerusalem. Zum würdigen Empfang des Kaisers von Oesterreich und des Kronprinzen von Preußen wurden auch von Seiten der jüdischen Gemeinden große Vorbereitungen getroffen. Herr Karl Netter ist bereits dahier eingetreffen, er ist von einem theoretisch und practisch gebildeten Oeconomisten aus Paris begleitet, welcher die Zöglinge der zu gründenden Ackerbauschule zu Jaffa im Feldbau unterrichten soll. Die hiesigen Rabbiner sorgen dafür, daß die Cjni “HD3 ü\JH galten werden. Herr Netter ist diese Woche nach DamascuS abgereift, um feinen Firman vom Sultan dem dortigen Pascha vorzuzeigen. Don Seiten der Stadtbehörde wurde nunmehr die Erlaubniß ertheilt, daß an der 'myo too des Nachts eine Laterne angezündet werden darf. Seit rnmo n"n ist ber^tS diese Einrichtung getroffen. Herr Hausdorf und mein Sohn Jsak Israel haben sich am meisten um diese Conzession bemüht; diese haben auch die Unterhaltungskosten bis jetzt bezahlt. Kleine Gaben für diesen Zweck wären sehr erwünscht. M. Sachs. Amerika. Akew-Aork. Herr Jacob Cohn von New-Dork hat zu Gunsten des deutschen Hospitals und des jüdischen Waisenhauses sein Leben mit der Summe von 10C00 Dollars versichert, ein Beispiel, das auch für anderwärts nachahmungswürdig wäre. Im Ganzen wurden für letzteres Institut bereits 132,000 Dollar versichert. Auf dem Isthmus Panama wohnen nach neueren Nachrichten 30 jüdische Familien. An der Spitze der Gemeinde sieht Herr Samuel Piza, welcher bereits die Erlaubniß zur Anlegung eines eigenen Begräbnißplatzes erlangt hat. Philadelphia, 3. Nov. Die Amerikanischen Reformrabbinen sind eifersüchtig aus ihre Genossen in Deutschland; auch sie haben daher eine Rabbinerversammlung und zwar nach Philadelphia berufen. Dieselbe wurde heute eröffnet. Die Herren Dr. Adler (früher in Alzey) und Einhorn von New-Aor? haben die Versammlung berufens, und berühmte (U) Männer wie Sonneschein (ehemals Prediger an einer kleinen Synagoge in Prag), Köhler (ein junger, aus Fürth stammender Rabbinatskandidat, der die große Entdeckung — abgeschrieben hat, Abraham sei eigentlich ein Stein und Sarah ein Brunnen gewesen), der alte Kofer Hirsch (früher in Luxemburg), Chronik (der vor Jahren in Amsterdam beinahe gesteinigt worden wäre) sind, dem Rufe folgend, erschienen. Die übrigen ganz unbekannten Theilnehmer heißen: Deutsch, Mayer, Mielziner und Felsenthal. Zur Charakteristik der Versammlung möge der Antrag des Herrn Chronik genügen: „Alle israelitische Schulen sollen abgeschasft werden." Als ein neues Dogma hat die Conferenz nicht etwa die Unfehlbarkeit des Dr. Einhorn proclamkrt, sondern daß Chorban Beth Hamikdasch als ein freudiges Ereigniß zu betrachten sei; denn sonst wären ja die Herren nie nach der neuen Welt gekommen, und in der alten hat man sie nicht brauchen können. Ferner wurde beschlossen, daß sowohl beim Gottesdienst als auch im praktischen Leben alle Vorrechte Pflichten re. der Kohanim aufgehoben sein sollen. (An ihre Stelle werden dann später die Reformrabbinen treten; nicht mehr ppn po sondern rma p^n (Resormrabbiner) m my, wird es heißen.) Man Hai ferner erklärt, die Lehre von n"’nn D'non entbehre der religiösen Begründung (Man sieht, daß diese Herren vollständig ausgehört haben, Juden zu sein.) Die Anträge, die Herr Dr. Einhorn, der amerikanische Philippsohn, gestellt hat, sind gar possierlich. Nach ihnen soll die Braut dem Bräutigam einen Ring an den Finger stecken und die Formel 'b rw^npo n« nn sprechen (da der Mann zum Weibe werden soll, so ist das g-enus fern, ritt DBHipD nicht zu verwundern); die Worte ntffQ ms 'n-ibh sollen wegfallen, auch ,'vn'tt mm soll umgestaltet werden; die Berachah soll künftig lauten nntt -ibo* 1? rni (wir waren versucht, den Bericht unseres Herrn Correspondenten für eine Satyre zu halten» aber das Einhornsche Blatt „the Jewisch Timest das uns soeben zukömmt, bestätigt das Obige allen Ernstes.) Und Frauen , die von ihren Männern verlassen werden, sollen sich auch ohne vorangegangene Scheidung wieder verheirathen dürfen. Die Chalizah soll abgeschafft sein. Die Beschneidung sei nicht mehr nothwendig. — — Herz, was begehrst Du noch? — Lerantworlliche Stedactio«: Dr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hvfbuchhandlimg. — Dampf-Schnell? reffendrack von I. Gott»lebe« in Mainz.

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