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Der Israelit · 1869-12-15 · Heft 50 (15.12.1869) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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966 Rumänien. Bukarest Der jüdische Kreis-Arzt vr. Markstein aus Waslui kam bei der Regierung um Pension ein, da er die gesetzlichen Dienstjahre hinter ,sich hatte. Die Regierung antwortete auf dessen Gesuch, daß er wohl berechtigt wäre, Pension zu beanspruchen, aber er hätte vergessen, seinen Taufschein mitzuschicken, und daß so lange er Jude bliebe, er auf keine Pension rechnen könne. - (Jb. An.) Feuilleton. Der Hraum in seiner Deutung und Bedeutung. Eine historische Studie. Von Abr. Tendlau. (Fortsetzung.) Nach einiger Zeit tritt Joseph in Aegypten selbst als Traumdeuter auf. Er läßt sich von seinen Mitgefangenen, nachdem er die bemerkenswerthe Worte zu ihnen gesprochen: „Sind die Traumdeutungen nicht Gottes?" (vergl. Daniel 2, 27. 28.) ihre Träume erzählen und deutet sie ihnen dann. - Pharao vernimmt davon später, läßt Joseph um eines Traumes willen kommen und spricht: „Ich habe von Dir sagen hören, daß Du es verstehest, einen Traum zu deuten", und auch hier antwortet Joseph: „Fern von mir! Jndeß Gott wird zum Wohlergehen Pharao's antworten lasten." — Endlich heißt es noch (4. B. M. 12, 6—8.): „Und der Herr sprach zu Aharon und Miriam: „Hört meine Worte! Einem Propheten Euresgleichen gebe ich, der Herr, mich in einem Gesichte zu erkennen, rede mit ihm in einem Traume. Nicht also mein Knecht Moses! In meinem ganzen Hause ist er zuversichtlich, Mund zu Mund rede ich mit ihm, mit voller Klarheit, nicht in Räthseln." — So heißt es auch von Saul (1. Sam. 28, 6. 15.): „Und Saul frug an bei dem Herrn, doch der Herr antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch Propheten." — „Drei unreif abgefallene Früchte," heißt es bei den Rabbinen, „gleichsam drei Probestücke gibt es: Das Probestück des Todes ist der Schlaf, das Probestück der Prophetie — der Traum, und das Probestück der künftigen Welt — der Sabbat." — Ebenso: „Der Traum ist ein Sechzigstel der Prophetie." — Bei diesem scheinbaren Widerspruch in Bezug auf die Bedeutung des 'Traumes lag der Gedanke nahe, zur Lösung dieses Widerspruches eine Verschiedenheit in der Art des Traumes zur Geltung zu bringen, sowohl rücksichtlich der Veranlassung, als auch der Form und der Zeit. — So sagt derCommentar Jepheh toar mit Bezug auf den oben angeführten Spruch Abahu's: „Es kann der «sinn nicht sein, daß an den Träumen gar nichts sei, daß sie sämmtlich nur leere Einbildung und Albernheit schwatzen, denn es laßt sich die bekannte Thatsache nicht leugnen, daß Vielen tiefe Geheimnisse durch Träume offenbar geworden, wie z. B. Joseph mit dem Obermundschenk und Oberbäcker und Pharao, wie bei Nebukadnezar, wenn auch ihre Träume keine vollkommene Prophetie waren. Haben doch unsere Weisen an vielen Stellen davon gesprochen und den Traum mit der Prophetie zusammengestellt, obgleich sie ihn nur ein Abbild, nur ein Sechzigstel derselben genannt. Heißt es in der Schrift (Hiob 4, 12. 13.) doch ausdrücklich: „„Ein Wort stahl sich mir zu. Doch wenig nur vernahm mein O^r davon, Im Gezweigs nächtlicher Gesichte, Als tiefer Schlaf auf Menschen lag."" — „Auch haben unsere Weisen für schlimme Träume ein Fasten angeordnet, und selbst am Sabbattage deßhalb zu fasten gestattet, und sie würden gewiß die Sabbatfreude nicht so gestört haben, wenn der Traum so ganz bedeutungslos wäre. Wie viele Stellen der heiligen Schrift bezeugen das Gegentheil, und weise Männer der Heilkunde haben bezeugt, daß ihnen gar manches vorzügliche Heilmittel im Traume offenbar geworden, wie wir dieses auch bei unfern Weisen gesegneten Andenkens öfters finden. Das ist so bekannt, daß es keines Beweises bedarf. Wie viele Menschen sehen wir, deren Träume sich erfüllt haben, ja manche zeichnen sich darin besonders aus, und ich selbst, der Schreiber dieses, bezeuge, daß Vieles, was mir zugekommen, ich zuvor, was Gutes daran war, deutlich im Traume geschaut, fast ganz so, wie es mir nachher im Wachen sich ereignet; daß ich oftmals im Traume gewarnt worden bin, mancherlei Dinge zu unternehmen; ja daß mehrmals mir ein Traum durch einen Traum gedeutet ward, indem es hieß: „„Du siehst einen Traum, und das ist seine Deutung."" Zuweilen auch habe ich im Traume Andeutungen in Bezug aus Andere erhalten, und so sehen wir denn anch viele gelehrte und verständige Männer durch kabbalistisches Wissen Traumfragen stellen und richtig beantworten, und ich kenne einen solchen ruhmvollen Zeitgenossen und frug ihn, um die Sache zu prüfen, nach der Art und Weise seines Thuns. Er gab mir zwei geschriebene Hefte, welche ihm als Führer hierin dienen; ich konnte mich aber nicht entschließen, eben so zu thun, weil ick, behüte Gott! einen Mißbrauch des Heiligen scheute." — „Mag es auch in der Schrift heißen: „„Träume schwatzen EiteleS,"" und eS ist wahr, wir haben auch

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