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Der Israelit · 1869-12-08 · Heft 49 (8.12.1869) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 49 (8.12.1869)
Date
1869-12-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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946 bemt jenes Gesetz beruht nur auf dem Streben, den Schmuggel zu hintertreiben. Daß aber die Behörde zu solch inhumanem Gebühren sich hergiebl, bleibt unbegreiflich, und es kann nur der Uebereifer untergeordneter Organe in dieser Weise wüthen. Noch ist zu hoffen, daß von höchster'Stelle diesen Grausamkeiten e'm Ende gemacht wird, wenn auch der angerichtete Schaden nicht mehr gänzlich gut zu machen ist. Asien. Beirut. Ein'Franzose hat mit der türkischen Regierung ein Vertrag geschloffen, nach welchem er sich verbindlich macht, Beirut vermittelst einer Wasserleitung mit Wasser zu versehen, woran diese Stadt bisher großen Mangel hatte. Für jeden Eimer Wasser erhält hingegen der Franzose Bezahlung. Die Regierung hat sich jedoch Vorbehalten, daß er den Regierungsgebäuden, Moscheen und Synagogen umsonst Wasser für ihren ganzen Bedarf verabreichen muß. Das Werk soll in zwei Jahren vollendet sein. (Libanon.) Palästina. Jerusalem, den 2. Kislew 5630 (5. Nov. 1869) Gestern den 4. November traf hier in der heiligen Stadt Se. Königl. Hoheit der Kronprinz von Preußen ein. Es wurde von Seiten der türkischen Regierung eine außerordentliche großartige Parade veranstaltet. Der Pascha und alle Consuln sind in ihren Uniformen dem hohen Gaste entgegengeritten. Die israelitischen Gemeinden haben zwei schön verzierte Hütten für den Empfang aufstellen lassen; die eine war von der Aschkenasim Gemeinde, in welcher sich die Preuß. Unterthanen und Schutzgenossen befanden, und die andere von der Sephardischen Gemeinde, in welcher der Chacham Baschie und die Rabbinen unsrer Gemeinde, Rabbi Mayer Auerbach und Rabbi S. Salant und die Vorsteher der deutsch-holländischen Gemeinde, Rabbi Iochanan Hirsch Marcus (aus Filehne) und Herr Selig Hausdorff (aus Myslowitz) wie auch die Vorsteher der Russischen und Oesterr. Gemeinden sich befanden. Viele preuß. Unterthanen und Schutzgenossen gingen 2 Stunden vorder Stadt dem Prinzen entgegen, welcher dieselben mit Vergnügen und mit Auszeichnung empfing. Als der Prinz an die Hütten kam, blieb er stehen und begrüßte Jedermann und fragte jeden Einzelnen nach seinem Vaterlande und seiner Beschäftigung, was mehr als 1/4 Stunde in Anspruch nahm. Abends wurden die Rabbinen und Vorsteher zur Audienz eingeladen und mit der größten Auszeichnung empfangen. Der Prinz versprach bei seiner Rückreise von Hebron, wenn die Zeit es ihm noch erlauben würde, den Grundstein zum Aufbau eines Thores auf dem Berge Zion bei den Armen- und Pilgerwohnüngen zu legen. Bei der Audienz hob der Kronprinz besonder» hervor, daß in Preußen Alle gleich geachtet, Juden und Nichtjuden gleichgestellt seien, und daß er von Tempelplatz Steine mitgenommen habe, die er sehr geschätzten Israeliten in Berlin als Geschenk geben wolle. G. Schlank. Feuilleton. Der Hraum in seiner Deutung und Bedeutung. Eine historische Studie. Von Abr. Tendlau. „Träume find Schäume" sagt ein deutsches Sprichwort, „Träume schwatzen Eiteles", sagt der Hebräer (nach Sechar. 10, 2.), und so pflegt man auch zu sagen: „Es war ein Traum!" „ein Chalom", wie es im Munde des alten Juden hieß, (nach 1. B. M. 41, 7.1. Könige 3, 15.), wenn man sagen will, daß man umsonst auf etwas gehofft, oder auch, daß etwas Angenehmes völlig dahingeschwunden sei, fast ohne eine Spur seines Daseins zurückgelassen zu haben, wie dieses Jesaias (29, 18.) so schön ausdrückt: „Es ist, wie wenn der Hungernde träumt, daß er esse, und wenn er aufwacht, ist sein Lüb leer, und wie wenn der Dürstende träumt, daß er trinke^ und wenn er aufwacht, ist er matt, und seine <?eele lechzet." — Auch dem Römer bedeutete sein somnium sowohl Traum, als leere Eitelkeit, Posse, so wie der Grieche sein onar, Traum, anwendete, um ein Unvollkommenes zu bezeichnen, wie wir unser „Schatten" gebrauchen: „Nicht ein vnar, ein Schatten davon!" — Rabbi Ab ahn, heißt es bei den Rabbinen*), hatte das Wort: „Träume lassen weder steigen noch fallen," sind ohne Wirkung, und dennoch wird unmittelbar nach der Anführung des Spruches des Abahu weiter erzählt: „Es kam einmal ein Mann vor Jose ben *) Wir wollen hier die benutzten rabbin. Quellen sogleich zusammen geben: Lei. rab. par. 68, nebst dem Commentar Jepheh toar, dessen berühmter Verfasser R. Samuel Japhe, mit dem Bemannen „Der Deutsche" im Anfänge des 17. Jhdts. zu Constantinopel lebte. — Dann: Ber. rab. par. 17. — Echah rab. cap. 62. — Berach. >ö—57, b. — Jalkut Rubeni par. Mike; und par. Wajez. nach Ziuni. — Pirke Elies. cap. 39.

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