Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1869)
- Date
- 1869-12-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447443--07818-2463437- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
938 Fuße lebt, so kann aus ihm gewiß ein tüchtiger Schriftsteller werden. Bis dahin Gott besohlen! Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 29. Nov. Herr Rabbinatscandidat Skutsch aus München hat uns eine Entgegnung gegen den Artikel in Nr. 45, dat. München eingesandt, die wir deßhalb nicht ausgenommen, weil ihm darin Herr Jos. Stern aus München bereits zurorgekommen. Es ist selbstverständlich mit Obigem ausgesprochen, daß Herr Sk. den Art. in Nr. 45 weder verfaßt noch eirmesandt hat. □ Frankfurt a. M., im Nov. (Statist.) Zn der Zeitschrift deö „Königl. Ttatist. Bureaus" zu Berlin, hat vr. Engel die Verkeilung der nach dem Glaubensbekenntnisse geschiedenen Schüler der höheren Schulen, auf die Gesammtbevölkerung gleichen Bekenntnisses berechnet und für den ganzen Staat gefunden, daß zur Zeit ein preußischer Schüler in den höheren Schulen überhaupt auf 283 Bewohner kommt; daß auf einen evangel. Schüler der höheren Schulen, 243 Evangel. kommen, auf Einen Kathol. 462 Kathol. aber auf Einen jüdischen, nur 53 Juden kämmen. In Bezug auf die Elementarschulen stellt sich das Verhältniß der jüdischen Kinder noch günstiger. Berlin, 24. Novemb. Erster Gegenstand der Tagesordnung in der heutigen Sitzung des Hauses der Abgeordneten ist die Generalabstimmung über den in der Vorberathung beschlossenen Gesetzentwurf, betreffend die Erweiterung, Umwandlung und Neueinrichtung von Wittwen- und Waisenkassen für Elementarlehrer. Der Cultusminister: Ich habe dem Hause die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß, nachdem der Herr Finanzminister die bekannte Erörterung über die Angelegenheit abgegeben und dieses Haus die Wiederherstellung der von ihm im verflossenen Jahre gefaßten Beschlüsse beschlossen hat, das Staatsministerium beschloß, Sr. Mas. dem Könige nunmehr die Sanction dieses Gesetzes zu empfehlen, in der Voraussetzung, daß auch der andere Factor der Gesetzgebung dem Gesetze wieder seine Zustimmung ertheilen werde. (Bravo! rechts; heitere Bewegung links.) Dr Techow: An die erfreuliche Mittheilung, welche wir soeben vernommen haben, erlaube ich mir eine Anfrage zu knüpfm. Es stnd mir ütefe Zuschnften von jüdischen Lehrern, namentlich aus dem Großherzogthum Posen, zugekommen, in welchen angefragt wird, ob das beschloss ne Gesetz sich auch auf die jüd schen Elementarleb rer beziehen werde. Ich meinerseits bezweifle dies kernen Augenblick; auch hat im verflossenen Jahre in der Unterrichtscommission kein Zweifel darüber bestanden. Ich hoffe, daß jetzt auch der Cultusminister eine Erklärung darüber abgibt, welche den betreffenden Lehrerfamilien zur Beruhigung gerelchen kann. Der Cultusminister: In sofern es sich um solche jüdische Lehrer handelt, welche an anerkannten öffentlichen Schufen angestellt sind, scheint es mir unzweifelhaft zu sein, daß das Gesetz sich auf sie beziehen wird. Das Haus genehmigte hierauf das Gesetz in der .in der Berathung beschlossenen Fassung abermals und zwar fast mit Einstimmigkeit. Hamburg, 25. November. Den Prozeß der Oppenheimer-Stiftung gegen Hirsch Lebensbaum hat die Stiftung bei der Prätur fallen lassen und nunmehr bei dem Niedergericht anhängig gemacht. Die Verwalter der Stiftung verlangen hier die Aussetzung des Lebensbaum aus der Stiftöwohnung, weil er sich gegen die Statuten vergangen habe. Ueber die Wirksamkeit des israelitischen Unterstützungs-Vereins für den Freiwilligendienst ist Folgendes mstzutheilen: Nachdem sofort bei Constitution des Vereins einem bereits dienenden Freiwilligen die erforderlichen Mittel zur Bestreitung eines Theils der Kosten seiner Dienstzeit zur Verfügung gestellt worden, sind zu dem Einstkllungstermin des verflossenen 14. Oktober vier Bewilligungen erfolgt. Der Verein bewilligt seine Unterstützungen als Darleben, indem er den Unterstützten die moralische Verpflichtung späterer Zurückzahlung auflegt. Eö ist zu hoffen, daß der Beitritt recht vieler neuer Mitglieder den Verein in den Stand setzen möge, allen Anforderungen gerecht zu werden und so den befähigten jungen Leuten die Dienfterleichterung zu verschaffen, zu welcher die erworbene Bildung berechtigt. Hamburg, den 29'. Nov. Nach dem öffentlichen Berichte der Hamburger Schulsection für Privatschulen hat dieselbe die Talmud-Thora-Schule in Hamburg unter denjenigen Schulen namhaft gemacht, welche Berechtigungs-Scheine für den einjährigen, freiwilligen Militärdienst an ihre Abiturienten zu.ertheilen befähigt sein sollen. Bekanntlich steht die erwähnte Schule unter der umsichtigen Leitung des Herrn Oberrabbiner Stern und huldigt streng orthodoxen Principien. Memel, 23. Nov. Ueber den neulich berichteten siebenfachen Mord nahe bei Schoden an der kurlandifchen Grenze ist der Unterzeichnete jetzt nähere Angaben zu machen im Stande. Vater und Bruder