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Der Israelit · 1869-12-01 · Heft 48 (1.12.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 48 (1.12.1869)
Date
1869-12-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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grfm im Stande, was man selber nicht besitzt. Ebenso selbstredend ist auch der Umstand, daß zur Bildung solcher Lebrer «ine Anstalt röthig ist. „Das Ebengesagie war der leitende Gedanke bei der Gründung der Anstalt, war und ist es bei ihrer Entwickelung und dessen immer größere Verwirklichung ist unser lies inniger Wu» sch für ihre Zukunft bis der Hnr jene Zeit herbeigesührt Laben wird, die er durch seinen Propheten (Jeremias 31, 34.) verheißen : „Und sie werden nimmer lehren brauchen Einer den Andern oder den Bruder, sprechend: Erkennet den Ewigen? denn. Alle werden mich erkennen von dem Kleinstcn bis zum Größten, spricht der Ewige." Welch großen Anklong die Anstalt überall gefunden, das crgibt sich aus den von allen Seiten her reichlich fließenden Spenden; so kam bereits im ersten Zähre ein Gründungsbeitrag von mehr als 24000 fl. zusammen; ferner wurden im Laufe des Jahres mehr als 4,500 gespendet, nebst 400 fl. in Staatspapieren. Die Ausgaben beliefen sich in dem erwähnten Jahre (incl. Ankauf des Hauses und der Einrichtung) aus circa 21,000 fl. — Im zweiten Jahre beliefen sich die Einnahmen auf 7,000, die Ausgaben auf 5,300 fl.; im dritten Jahre waren die Einnahmen 7,850 fl., im vierten Jahre 5,609 fl. und im fünften Jahre 6,683 fl. während die Ausgaben durchschnittlich in jedem Jahre 5,000 fl. circa betrugen. Die Anstalt besitzt demnach außer ihren» Schulharise ein Vermögen von beinahe 15,000 fl., welches dieselbe in bayerischen Staatspapieren angelegt hat. Herr Distr.- Rabb. Bamberger hat sich, bei seinen sonstigen, großartigln Verdiensten um Juden und Judenthum, durch Gründung dieser so überaus segensreich wirkenden Anstalt ein dauerndes Nuhmesdenkmal errichtet. Möge es ihm unter göttlichem Bei stände gelingen, der Anstalt die Ausdehnung zu geben, die er anstrebt; möge ihn der Allgütige zum Heile und Wvhle des Judenthums noch eine lange Reihe von Jahren in ungeschwächler Kraft und Rüstigkeit fortwirken lassen. man pdiI'v? np! — Zeitungsnachrichten und <$oWefpi>ti» denzen. Deutschland. rtittj, den 23. November. Wir werden von den Herren Pekidim und Amarkalim der israelitischen Gemeinden des heiligen Landes zu Amsterdam ersucht, die Aufmerksamkeit drs verehrlichen gakenspendenden Publikums nochmals zu lenken auf die n der Nr. 31 dieser Blätter (S. 602) vor kommenden Mittheilnng aus Palästina enthaltene Warnung gegen das Borgehen des für einen „Chief rabbi" sich ausgebenden Abraham Baer Eohen (tron 2H Drro*?) aus Zefa t. Es wird darin hervorgehoben, daß die von demselben producirten Schriftstücke, laut aus Palästina erhaltenen glaubwürdigen Mittheilungen, mit gefälschten Unterschriften versehen sind — und daß die von' ihm vorgegebene Sendung ihm mit Nichten von den Vorstehern der aschkeria-iscben Gemeinden übertragew worden ist. Genannter Cohen war vor Kurzem in Amsterdam und hat, als ihm sein Sündenregister vorgehalten wurde, vor genannten Petwim seine Reue bekannt und Besserung versprochen — ist aber dessen ungeachtet an die energische Vertvsrklichung seines mindestens unrechtmäßigen Vorhabens gegangen. Unsere verehrten Glaubensgenossen mögen sich diese Mittheilungen zu Herren nehmen und sich nicht irre führen lassen von etwaigen anderweitigen Emipfthlungen des Cohenschen Unternehmens, die nur der Unkennrniß von der Persönlichkeit des Trägers desselben entstammt sein können. Berlin, 12. Nov. (Jüdische Briefe aus Berlin.)' Temper mutantur et nos mutamur in illis! — Verzeihen Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, wenn ich meine Berliner Briese über das hiesige Judenthum mit diesem schon trivial gewordenen Gemeinplätze eröffne; aber ich wüßte in Wirklichkeit kein Citat, das die gründliche Umgestaltung, die sich seit Kurzent im Schoße der Berliner jüdischen Gemeinde vollzogen, treffender kennzeichnen würde, als eben der angeführte römische Kernspruch. Wer hätte es vor einem Jahrs z. B. geahnt, daß der hochgehende Reformschwindel, der die ganze Gemeinde zu den hohlen Beglückungsprinzipien der Herren Or. Holdbeim und Stern bekehren wollte, in den hiesigen gesetzestreuen Jehib dim eine solche Empörung Hervorrufen würde, daß die wahren, echten Israeliten sich von der s. g. Muttergemeinde losreißen und eine auf den ewigen, unerschütterlichen Grundfesten der Bibel und des Talmudfußende Gemeinde errichten und — Herrn Rabbinet Dr. Hildesheimer, den hochverdienten, unsterblichen Führer der Orthodoxie in Ungarn, zu ihreiK Lehrer und Leiter berufen würden?! — Die wohlthätige, väterliche Hand der Vorsehung, die die Geschicke Israels durch die Jahrtausende der Weltgeschichte hindurch stets zu unserem Heile geleitet, hat sich bei dieser Gelegenheit für jeden Unbefangenen sichtbar gezeigt; die Re? formhelden, mit ihren wohlbekannten Phrasen und Lügen, suchten das größtentheilS ganz und gar in Gencchsucht und Materialismus aufgegangene Berliner Judenthum mit dem Eyapvpeya ihrer seichten Tiraden emgii* lullen; die I n d i f f e r e n t e n, die einen leisen Schauder verspüren vorAllemwaS positive Religion heißt,

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