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Der Israelit · 1869-11-17 · Heft 46 (17.11.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 46 (17.11.1869)
Date
1869-11-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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m ft gerade von der „Dora" (min) sprach und den KuSspruch der Weisen erwähnte '*rw*v po;so mi Dos ist freilich» wie Hay« Sachs sagt, eine Komödie, sehr vergleichbar einer Tragödie, lustig bis hin zum End' wo sich'S dann zum Trau- Men «end! Bis auf die Spitze getrieben wird Moch die Komödie durck einen Anschlag vom 4. November un Schulhofe der alten Synagoge, in welchem Herr vr. Aub alles nicht mit feinem Siegel versehene geschlachtete Federvieh für nv'iv erklärte Auch das bedarf keine« weiteren CommentareS. Ätjcf. In Folge des von Herrn Julius Lebegott au« Tilsit eingesandten, in No. 44 der Beilage dieses Blattes abg^druckten Artikels, seheich mich veranlaßt, Folgendes zu erwidern: Tsen Vorwurf, welchen Herr siebcgott d?m Herrn Kprno.wsky aus Königsberg «egen seines Vortrages in der Comitv - Sitzung der Alliance JSr. Univ. am 11. Dctpber in B rlm — über die Ursachen der trau- .rsgen Lage unserer Glaub-nSgenossm in Rußland — ryacht, finde ich nicht gerechtf.rtigt. Auch ich stand leider eine Reihe von Jahren mit ihnen in geschäftlicher Verbindung, habe sehr oft Reisen dahin gemacht — vielleicht öfter ZlS Herr L- und kenne die dorttgen Zustände sehr genau. Seit der Gründung des hiesigen UnterstützungS- Comit4'S bin ich Mitglied desselben, habe öfter bis in die Nacht hinein gearbeitet; dies werden mir meine Hern» College» bezeugen. Aber eben so treu ich den Rothlelderrden zur Seite stehe, fühle ich mich anderseits auch verpflichtet, die Schäden, welche zum größten Theil diese Verarmung hervorgerufen, klar darzulegen. Herr Lebegott thut Unrecht, wenn er Herrn KarnowSky Parteilichkeit unterschiebt. und desf*n Beschuldigungen als aus der Luft gegriffen bezeichnet; ich kenne Herrn K. persönlich; es ist derselbe ein Ehrenmann.*) Darin stimme ich Herr L. bei, daß die Zurücksetzungen und Beschränkungen, denen die Juden in An«, der Red. Wir wollen gern glauben, daß Herr K. ein Ehrenmann; od aber aucheln vorurthttlSfreier Benrtheiler jüdischer Zustände? Als in der Mittwochssitzung der 15-Commission Herr vr. Goldschmidt aus Leipzig auf die Gefahren bei Gründung von Schulen hipwies, erzählte er von ««em Manne, für dessen Ausbildung man viel gethan. Und der sich dann habe taufen lasse». Dü sprang Herr K. ans und sagte: „Jener Mann ist der edelste, beste Jude in der ganzen Welt!" — „Wenn ich recht verstanden", entgegnxte der Lerapsarber dieser Blätter, .so hat sich der in.Rede Stehende ta urüsrn lassen!" — „Ja", sagte Herr K., „das hat er gethatt!" — Also, ist nach Herrn A.'S mrficht: der bkste',' edelste Jude in der ganzen Wett: getauft!! Herr Jt. wollte zwar behaupten, rer Mann fei ein Lnuß gewesen; aber einerseits wagen Wir -n .dchwejsem, daß man — selbst in Rußland — chM IS» rarlstrn mit dem Lode bedroht,, der sich weigert, stch'Mfen zu 'kajstn, u«d aicktrerse ts hätte der *befle, edePe Jude in dir ganzen Ättt'in diesem Falled en Lob vmüebcnsMm.?Dies — SsffWk derLnfchauungm drSHerrn K. Äer Juden Rußland seitens der Regierung auSgefetzt sind, th«lwrife 'zu ihrer BeranyWg heigetragen haben. Mxr haben nicht die Juden anderer Länder wir brauchen nicht wr?t zu geben — eben so gelitten, und lediglich durch ihren Drqng nach Bildung haben ^sie sich empprgeschwungen, so daß ihre Intelligenz in gewissen Kreisen gefürchtet wird! Die polnisch-russischen Juden streben nicht nach Bildung, sie wollen nichts lernen; profanes Mstpr belächeln sie. Von frühester Jugend werden sie ugch dem Cheder geschickt und verbringen da den größten Theil ihrer Jugendjahre; wer einem solchen Unteprscht einmal beigewodnt, bedauert Lehrer und Schüler. Nachdem nun ein solcher Schüler die Schstle verlassen — gewöhnlich geschieht dies im Alter,hqn 13—15 Jahren — suchen die Ettern ihn zu HWheirathen. Die ersten zwei Jahre nach der Hochzeit wird dieses Kinderpaar im Haufe der resp. Ettern gefüttert, der Ehemann sitzt den ganzen Tag iw amon n?2 und lernt so nach wie vor. Nach Watzf dieser zwei Jahre wird ein eigner Hausstand und Geschäft begründet — die Familie hat sich miGerweile vergrößert — und in den meisten Fällen ist das Vermögen bald verhandelt. Ich weiß eS aus eigner Erfahrung, daß sich junge Leute verheirakhet haben, die nicht einmal wußten, wovon sie den Tag nach der Hochzeit leben werden, die HochzeitHmahlzeit bestand aus Häring und Brod; dieser Fall steht nicht vereinzelt da. Shd das nicht, Herr Lebegott, abnorme Zustände, wodurch das Proletariat vergrößert und daß Land eine Pflgyzstätt« der Armuth wird? Die Rabbinen — unter denen eS allerdings sehr ehrenwerthe Männer gibt — trifft vorzugsweise der Porwurf, daß sie das frühe Verheirathen der Kinder begünstigen; nur sie allein hahen die Macht es LU perhindern, ihren Horten wird Gehör geschenkt. Hxrr KarnowSky hat weiter über die Rabbizien nichts geMt. Der Herausgeber des „Hamagid", Her' dessen Schweigen in der Comit«- Sitzung Herr 8. sich HUNdM, kennt die dortigen Zustände sehr genau, Lat solche in den Nummern 20 bj,S 29 des Hamagid dieses Jahres eingehend geschildert; ich empfehlende dem Herrn 8. zum Durchlesen. Puch befindet sich in einer Nummer de« genannten Plnms ein Ar^ckel von . einem , jüdischen Prehjger aus Mck in Mßlgyd, der die dortigen Zustsiände eben so geschildert; dieser Mann ist dort geboren und erzogest. Die Rabbinen und Diejenigen, welche talrnMsc Wissen besitzen, belächeln den deutschen Juden, f' wenn, dieser.im Tasmüd besser bewandert ist, als sie:. kettund solche Heffenmachi,wix sie, ist Lesnstjommer^ Mr Mvstzä^uiffrn zu.he-eMen,-hen;eM^.. dq-ß lich dgS M-uOchsiun sehr hoch .achte Md F»it

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