Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1869)
- Date
- 1869-11-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447440--07763-2463379- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sse wie immer zahlreich besucht war, so daß der Dorständ sich endlich entschloß, für dir Zukunft «nett grWrn Saal zumiethen. Unter den Anwesenden befand Ach auch Herr Äloert Kohn aü- Paris , der nach Beendigung des Vortrags sich das Wort erbat und in einer sehr hübschen Rehe über die Zustände der Schulen in Palästina sprach und zu eifriger, jedoch zweckmäßiger Unterstützung unserer palästinischen sowie polnischen Glaubensgenossen jaufforderte. Darauffolgenden Tages ward die Religionsschule mit etwa 50 Knaben und. Mädchen, die sich in je 5 resp. 4 Klaffen vertgeften, nach einigen einleitenden Worten deS Herrn Pabb. eröffnet. Außer dem Herrn Rabbiner, der das Tchceetorat übernommen und den too:i-Unterricht er, wirken an der Anstalt 7, junge Männer, Studlrenbe, die sich alle bereit, erklärten, einstweilen den Unterricht gratis zu ertheilen. Die Kinder stnd alle quK frommen, den besseren Ständen angehörendm LäUsern , die Lehrer sind von dem größten Eifer für Mt.gute Sache beseelt; kein Wunder also, wenn die Schule gedeiht und stets neue Anmeldungen erfolgen. Ueber die ferneren Ereignisse dieser Woche, über He, Persammlung der Alliance Univ. über die Anwesenheit so vieler weltberühmter. Männer in Berlin, ^. bereits der Herr Redakteur Ausführliches in diesen Plättern berichtet. Die Verhandlungen der All. fanden jm^ Cchände der Gesellschaft der Freunde statt, und dort sollten auch, bis eine Synagoge gebaut wäre, die Vorträge des Rabbiners gehalten werden. Von den beiden Sä^n hielt, man anfänglich den kleinern, der gegen 500 Personen faßt, für ausreichend, und ward in den Zeitungen ejn Vortrag daselbst am ao'i rov angekündigt. Mag es Sympathie, mag es Neugierde gewesen sein, lange vor Beginn des Vortrages war der Saal dicht gefüllt, standen auf Flur und Treppen die Hörer, Kops an Kopf gedrängt und mußten mindestens ebenso viele wieder umkehren, vr. H. selbst konnte kaum in den Saal gelangen, und hätte er es nicht standhaft verweigert, man hätte ihn über die Kypfe der Hörer weg auf die Rednerbühne getragen. Ueber den Vortrag selbst stnd wir nicht im Stande zu berichten, da wir auch zu denen gehörten, die mit dem.-ex, -ov sich begnügen mußten. Daß er aber Beifall gefunden, bewies der gestrige Tag, wo der große Saal, der gegen 1000 Personen faßt, trotz des ungünstigen Wetters fast ganz gefüllt war und selbst ziemlich viele Damen auf den Tribünen sich eingefunden hatten. Mit seinem Vortrage, der, angeknüpft an die letzten Worte der mosn, untermischt mit geistreichen Erklärungen von Bibelstellen die Prinzipien und Aufgaben der Religionsgesellschaft klar darlegte, erwarb vr. H. solchen Beifall, daß er vielleicht dem allgemeinen Wunsche nachgeben, und die Predigt dem Drucke übergeben wird. — Wie wir hören, wird in Zukunst der Rabb. zweimal hier und einmÄ im önta sprechen. In diesem letzteren fand auch vor acht Tagen ein ono auf .novo "onro Wtz wMi.Herr Vorsteher Hamburger einen hübschen Toast auf R. Michael Landsberger ausbrachte. Ör. H. in einer länger» mit geistreichen rimn untermischten Rede daS Gedächtniß des Rabbi Elchanan Rosenstein feierte, und Herr Brühl alle Freunde und Anhänger deS hoch lieben ließ. Das Effen bestand in einem Frühstücke, weil vr. H. noch nicht von der hiesigen nü’nv aß, ein Umstand, dem nu« abgeholstn ist. Die Bestimmungen nämlich, die vr. H. den Fleischhändlern, die fast alle unter seine Aufsicht sich stellen wollten, nach v'pois, oV stipuliren wollte, schienen den meisten derselben zu rigoros die Unterhandlungen, die sich lange hingezogen, führten zu keinem Resultate. Nur der einzige, in diesem Blatte schon oft genannte, Fleischhändler Brall war zu jedem Opfer bereit, und wird derselbe morgen zum ersten Male Fleisch von unter Aufsicht des vr. H. geschlachtete« Mehr verkaufen. Außer ihm wird ein junger Mann» der sein Geschäft erst eröffnen wird, ebenfalls von der Adaß JiSroel autorisirt «erden. Hiermit nun ist die dringendste aller Angelegenheiten erledigt und zahlreichen, noch wahrhaft frommen Familien ein Stein vom Herzen genommen. — Auch die nächstwichtige Angelegenheit ist jetzt nahezu zum Abschluß gediehen: Die Statuten der Gemeinde, vom Rabb. entworfen, sind vom Comitv bis auf wenige Paragraphen durchberathen, um dann einer allgemeinen Generalversammlung vorgelegt zu werden. ES ist eines der schönsten Zeugnisse für die Opferwilligkeit der Comitsmitglieder, daß sie, den ganzen Tag von ihren Geschäften in Anspruch genommen, einige sogar von sehr schwacher Körperconstitution, nichtsdestoweniger wöchentlich 4—5 Mal sich der Mühe unterziehen, bis spät in die Nacht hinein über die einzelnen Paragraphen zu debatt^ren und nach bestem Wissen und Gewissen zu amendiren und formuliren. Ihre Mühe wird belohnt werden durch zahlreiche Beitrittserklärungen, die mit der Veröffentlichung der Statuten zu erwarten sind. Berlin, den 9 November. Die jüngste Nummer der allg. Z. d. I. brachte eine Correspondenz aus Ungarn, worin es von Or. H. heißt, er habe in Ungarn seine Komödie auSgespielt. Bemerkungen wollen wir dazu keine machen. Aber auffallend ist'S, daß die Leute vom Schlage jenes Correspondente», wo es zum Amte gehört und Geld einbringt, so viel Komödie spielen. Oder heißt es nicht Komödie spielen, wenn vr. Aub in der alten Synagoge am n'-i, dem Jahrestage der QVvn rmn ei*t rram hält, und dabei eine Miene annimmt, als ob es ihm wirklich ernst damit wäre. Wir waren einen Augenblick anwesend, wobei