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Der Israelit · 1869-11-17 · Heft 46 (17.11.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 46 (17.11.1869)
Date
1869-11-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X. Jahrga«g. Beilage zu Nr. 48 des Israelit AeitrrngSrrachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus Bayern, den 8. November. Die Nummer 44 des „Israelit" brachte den Lesern eine Beilage, auf die nachträglich noch ganz besonders aufmerksam zn machen. ich für. ein Bedürfnitz erachte. Die erwähnte Beilage enthielt die „Constituirungs-Urkunde der gesetzestreuen jüdischen Reiigionsgesellschaft Adas Jisroel zu Berlin", riebst der Einlaoung zum Beitritte dieser Gemeinde. Wem die Wiederbelebung und gedeihliche Entfaltung des Thorastudiums in Deutschland aufrichtig am Herzen liegt, wer nicht bloS mit frommen Redensarten, sondern mit seinem tiefinnersten Empfinden dem Glauben der Väter zugethan, und nicht, mit Allen und Jedem liebäugelnd, sich zur Wahrheit offen und ohne Scheu zu be kennen Anstoß nimmt, sondern, auch in unseren Tagen noch, den nöthigen Muth, oder sagen wir lieber, das unumgänglich nöthige jüdische Wissen dazu besitzt, der ist heilig verpflichtet,*) der „ A d a s - Jisroel" sofort als Mitglied beizutreten, und zum JnSlebentreten und mächtigen Fortschreiten und Zunehmen einer Jeschibah milzuwirken, die binnen wenigen Jahren schon etnj Weltbedeutung erlangen kann! Was den Schreiber dieser Zeilen beim Lesen der „Constituirungs Urkunde" sowohl, als auch des Einladungscirculars ganz besonders wohlthuend berührt hat, ist der Umstand, daß in jener wie diesem jede Phrase, diese gefährliche und verderbliche Bundesgenvssin der Halbheit und Oberflächlichkeit, der Geünnungs- und Charaeterlosigk it, der Heuchelei und Scheinheiligkeit, ferngehallen, und die zu Instrebenden Zwecke mit wenigen klaren und bündigen der Sprache lauterster Wahrheit angemessenen, und diese darum in um so strahlenderem Glanze erscheinen lassenden Worten dargelegt sind. Ich wäre glücklich, zu hören: daß ich der Erste geiwesen sei, der sich als auswärtiges Mitglied dieser Gemeinde gemeldet habe. Jedem Einzelnen kann man in Bezug darauf mit vollem Rechte I *) Anm. der Red: Der geehrte Herr Correspondent Igcht hierin doch wohl zu weit. Nicht Jeder bat 4 Thlr. jährlich übrig; Anrere s nd in den Hei» athkreifen für nicht mm er ►Wf Zwecke derart in Anspruch genommen, daß sie ihr Geld »nicht nach Berlin send.n können. zurufen: I^jcoo ■jrrnn m (ü"’p O’^nn) sowie die frommen Begründer dieser Gemeinde, als sie an das große und schwere Werk gingen, mit gleicher Berechtigung an die jenen schönen Psalmworten unmittelbar folgenden gedacht haben müssen:!'5>'L7p -prosoi 'n ti-ds? .TIÖN Aus Weftphahlen. Der löbliche Vorstand der Synagogengemeinde Münster hat vor einigen Tagen an sämmtliche zum Rabbinatsbezirke Münster gehörigen jüd. Gemeinden ein Circnlär ergehen lassen, in welchem dieselben zu Beitragen für ein dem kürzlich dahingegangenen Herrn Oberrabbindr Sutro VW zu setzendes Grabmonument höflichfl ersucht werden. Der hierauf bezügliche Passus in dem erwähnten Schriftstücke lautet; „Um dem Dahingegangenen auch nach dem Tode unsere Achtung zu bezeigen und ihm ein dauerndes, sichtbares Andenken zu wahren, halten wir es für eine Ehrensache, daß dem seligen Herrn Oberrabbinrr von den Gemeinden seines Rabbinatsbefirks ein seiner Würde angemessenes Grabmonument gesetzt wird und bitten Sie auch Seitens Ihrer Gemeindekasse oder durch eine freiwil-! lige Collecte beizusteuern. Oestrich. M. Rosenwald Lehrer. Berlin, 8. Nov. Unsere heutige Correspondenz könnten wir füglich einen Monatbericht nennen, da wir als Fortsetzung unseres Artikels in No. 39 mit n"n Cheschwan beginnen müssen. An diesem Tage nämlich hat unser Rabb. Herr Dr. Hildesheimer den mit einer sehr hübschen Ansprache an seine Schüler begonnen. Di. H. hält wörtlich den Ausspruch unserer Weisen, '“nr6 cpny yjip Mn er trägt nämlich nicht weniger als dreimal täglich vor und zwar von 1/29—10 rv.Dir, von 2- 4 in seinem Vortragszimmer und Abends von 8—9 ü”n m» im Dn"3. Wie voraus zu sehen war, strömten ihm von allen Seiten die Schüler zu, aus Amerika wie auS Ungarn, aus Westpreußen wie aus Baden und Hessen, solche, die schon in Eisenstadt zu seinen Füßen gesessen, und solche, zu denen nur der Ruf seiner Ge* lehrsamkeit gedrungen war. Die zählt bereits 30 bis 40 D’TüTa, die fast alle das Gymnasium absolvirt haben und zugleich die Vorlesungen an der hiesigen Universität besuchen. Die Gewissenhaftigkeit des Herrn Di. H. kennt namentlich in Bezug auf den -ny'E» keine Grenzen, und fast nichts ist im Stande, ihn vom Vortrage abzuhalten. Unterdessen waren auch die Vorbereitungen zu der am 10. October zu eröffnenden Religionsschule vollendet worden und am ru 's ns» hielt Dr. H. einen darauf bezüglichen Vortrag, der,

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