Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1869)
- Date
- 1869-11-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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883 Pöbel auszursteher e sehr ß für kl man önne: e, so- >etheiklichen i Sie mir, Voretilen hatte und erten ewiß nochecht- ' so ngte rito. nem chen den?rzwir fiodie ge-;aL her kür ich lfc, ick nt> en m ' > kr tt 5 können Sie sogleich einen griechischen Pfarrer auS Stroh fabriziren? „Zu Befehl, Ew. Herrlichkeit". Nun, dann bitte ich Sie dies unverzüglich zu thtttt, verschaffen sie sich das Priestercostüme mit der Tiare und einen langen Bart, stellen sie mir meinen Mann auf den großen Marktplatz und wenn er ganz vollendet ist. legen sie Feuer daran. Die gewandten Söhne Altenglands legten sogleich Hand ans Werk, inmitten einer von Staunen verblüfften Menschenmenge. Eilends lief man zu Lord Mettlen, um ihm von dem unerhörten Thun seiner Officiere zu melden. Ich weiß es. gab er zur Antwort, allein was kann ich dagegen, thun es ist bei uns Gebrauch alljährlich die Gestalt eines griechischen Geistlichen den Flammen zu übergeben. Man bat, man flehte, Lord Mettlen pocbte auf den Usus, bis er endlich seinen Lieutenants Einhalt zu thun versprach, wenn auch sie. die Bewohner Zante's, ihrem alten Mißbrauche, einen Juden in effigie zu verbrennen , entsagen wollten. Was konnten sie thun? Die Fackel stand schon bereit, Feuer an das ehrwürdige Ebenbild ihres geistlichen Hirten zu legen; so verpflichteten sie sich, diesen frommen Gebrauch für allemal aus den Kirchenceremonien zu streichen. Lord Mettlen's Verwaltung war eine freisinnige, gerechte und im höchste Grade tolerante. Wie sehr die Israeliten seinen Tod betrauerten mag sich daraus ergeben, daß bei der Trauerfeier um sein rasches Ableben an dem Eingänge der Corfuer Synagoge zu lesen war aa jw D’Din\ — Wo Englands Panier webt, da hat die Freiheit eine sichere Stätte. Gandia Am rmn nnoiy Abende wohnte ein hoher Beamter als Delegirter der Regierung auf specielle Einladung des Rabbiners dem Gottesdienste in der Synagoge zu Cauna bei. Die Synagoge war glänzend beleuchtet und geschmückt mit Blumen und Fahnen. Feuilleton. Kraf oder Jude? vm. Die Verhaftung. Als Gräfin Agnes nach Prag kam, begab sie sich zu einem hohen, geistlichen Würdenträger und trug ihm Alles vor, was sie über ihr geraubtes Kind wußte und vermuthete; auch dieser teilte die Ansicht der Gräfin, daß del Monte aus Rache den Knaben geraubt und ihn zum Juden habe erziehen lassen. Durch den Einfluß des Kirchenfürsten wurde sofort ein Berhaftbefehl gegen Raphael erlassen und ein Polizeirath mit mehreren Polizisten der Gräfin zur Verfügung gestellt. Es war Abend. Raphael del Monte saß mit Frau und Tochter am Tische und las ihnen den ebenempfangenen Brief Josephs vor, der seine Rerfeeindrücke und seine Ankunft in Dornbach schilderte. Da öffnete sich die Thüre, und Gräfin Agnes trat ein. „Raphael del Monte", sagte sie, „kennen Sie mich noch?" „„Agnes von Hohenstein!"" ries Raphael erstaunt aus. „Nicht mehr Agnes von Hohenstein, sondern Agnes, Gräfin Dornbach." „„Gräfin Dornbach? etwa dieselbe, deren Sohn der Freund meines Joseph ist?"" „Heuchler? Was haben Sie mit meinem Kinde gemacht, das Sie geraubt haben?" „„Gräfin, sind Sie wahnsinnig? ich, Ihr Kind geraubt?"" „Ja, um sich an mir zu rächen! Weil ich einst den Juden verschmähte, mußte mein Sohn zum Juden erzogen werden!" „„Noch einmal, Gräfin, ich verstehe Sie nicht."" „Sie werden mich bald verstehen lernen!" entgegnete die Gräfin bitter, indem sie die Thüre öffnete und die draußen wart'nden Polizeibeamten herbeiwinkte. Diese traten ein. „Raphael del Monte!" sagte der Polizeirath, „ich verha,te Sie. Sie sind angeklagt, ein christliches Kind geraubt und es dem christlichen Glauben entfremdet zu haben!" „„Wie"", entgegnete del Monte, „„in unserm Jahrhundert wagt man eS, solche thörichte, mittelalterliche Beschuldigungen vorzubringen und einen rechtlichen, angesehenen Kaufmann auf die Anklage eines wahnsinnigen Weibes hin zu verhaften?"" „Ich befolge nur meine Ordre"; entgegnete der Polizeirath, „sind Sie an dem Ihnen zur Last gelegten Verbrechen unschuldig, so werden Sie wieder in Freiheit gesetzt werden. Beantworten Sie jetzt einige Fragen: Ist der junge Mann, der den Namen Joseph del Monte führt, Ihr und Ihrer Gattin leiblicher Sohn?" „„Nein!"" entgegnete del Monte. „Da haben wir's!" rief die Gräfin dazwischen. „In welcher Weise sind Sie zu dem Kinde gekommen?" fragte der Beamte werter. „„Er ist der Sohn eines armen jüdischen Händlers aus Jung-Bunzlau; der Mann, seine Frau und drei Kinder starben hier im Hospitale vor nunmehr fast 20 Jahren. Ich habe die allein überlebende Waise zu mir genommen und als mein Kind erzogen.""