Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1869)
- Date
- 1869-11-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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880 wieder Männer auf, welche es verstehen, mit Liebe für.die Sache und mit Energie die Wahrheit wieder ans Tageslicht zu fördern. Sv ging eö auch hier. Was Abraham geschaffen und gewirkt im Sinne Gottes, das war durch die feindlichen Bestrebungen der Drucks wieder zu nichte geworden. Vergebens aber hatten diese dw^d die Brunnen zugeworfen, unter dem Schutt sprudelte frisch das Wasser fort, das B'Ti D’O ind, bis da Jizchak auftrat, um dem Wasser wiederum seinen freien, ungehinderten Lauf zu verschaffen, i'DN fn1? Nip-itPN mono nio» und er gab ihnen dieselben Namen, die ihnen bereits sein Vater gegeben hatte; den ersten nannte er p&y, Beschäftigung, den folgenden rutav Hatz und den dritten num Freiheit. Zuerst gilt es, mit Energie aufzutreten, vor keiner Beschäftigung zurückzuscheuen, Alles zu unternehmen, wenn man dem Jndifferentismus und der Feindschaft gegen alles Göttliche mit Erfolg Einhalt zu thun bemüht ist, ptffy; alsdann, wenn es die Aufrechterhaltung der Wahrheit verlangt, selbst mit ruDtP, mit Haß aufzutreten, mit Haß gegen alle Bestrebungen, welche darauf hinzielen, das Reich der Lüge an die Stelle der Wahrheit zu setzen, und endlich wird, wenn man so jedes Opfer zu bringen bereit ist, die Freiheit, die religiöse Freiheit, die Gewissensfreiheit zur höchsten Freude eines jeden wahrhaften nin» erblühen, nam. wn nm »o» bddi. Wer eine hohe Stellung im sozialen Leben einnimmt, der wähnt sich oftmals zu hoch, um irgend einer Sache sich selbst unterzuordnen. Er glaubt sich berechtigt, Alles, was seinen Sinnen behagt, zu genießen, er meint, seiner Ehre geschehe ein Abbruch, wenn er jemals von seinem Genüsse, seinem Wunsche abstehe. Nicht so der, den der Ewige würdig gefunden, ein Bündnitz mit ihm zu schließen, dem die religiöse Selbstständigkeit Grund und Vorbedingung des Friedens ist, dessen Herzen die wahre Gottesfurcht innewohnt, ihm gelten die Worte des Propheten Nin nm ’üiff ’jsoi und vor meinem Namen, wenn es gilt, meinem Namen zu Huld gen und ihn zu verherrlichen, so ist er gern bereit, in Demuth zurückzutreten. pyo 3’wn o^dh i.T23 nnn NON nun. Wer stets das Gotteswort im Munde hat, wer nicht nur zeitweise für Gott wirkt, sondern immerfort, auch im gewöhnlichen Leben mit ernster Consequenz an dem Gottesworte fefthält, auf dessen Lippen niemals ndip anzutreffen, wer ferner, was erst den Ausschlag gibt, in seinen Thaten nur iikpqi ov?cer, Frieden und Geradheit an den Tag gelegt, und endlich durch dieses erhabene Beispiel Viele von der Sünde zurückgehalten, dem kann man vertrauen, auf ihn sich verlosten. Denn in diesen Versen sind uns die Eigenschaften eines Mannes geschildert, dessen Worten wir unumschränktes Vertrauen schenken dürfen. Besonders schön erklärte der Redner dann noch im weiteren Verlauf der Rede 'i -)i6o ’D 'msa wpa’ mim, «in nwasr indem er die niva ansührt: non Din dn* bü 'Dl 'DH Din PN ON bDN ,.1'SO 'PpD’ min -juba'?! 'rpBD 'wpD'; gleicht der Lehrer einem Engel Gottes/ dann soll man Torah aus seinem Munde zu lernen? suchen, ist dies Nicht der Fall, dann keineswegs. Er' erklärte hierauf, daß nach Auffassung des dddi unter' “jnPd nicht gerade immer ein überirdisches Wesen verstehen sei, daß selbst ein Prophet, ja jeder vom Gottesgeiste beseelte, vom Gottesworte durchdrungene? Mann *i*6o genannt werden könne. Was ist abers das untrügliche Merkmal des? Es ist die Unwandelbarkeit, die Beständigkeit. Auch der Mensch kann es zu dem Grade von Vollkommenheit bringen, daß er in Empfindungen, Worten und Thaten das höchste Wahre und Gute stets mit aller Kraft anstrebt, und hat er diesen Grad erreicht, so wird er mit Recht "jnPo genannt. Aus dem Munde eines solchen Mannes also, der nicht nur, wenn die Verhältnisse es erheischen, sondern in jeder Lage des Lebens dieselben Grundsätze, denselben Eifer o'Bttf vrr^ gezeigt, sollen wir zu lernen uns bestreben. Sdmit sind die Eigenschaften des wahrhaften Lehrers und folglich auch der wahrhaften Lehre bestimmt, deren wir uns befleißigen sollen. Dies sind einige dem Vortrag entnommene Worte. Während der ganzen Dauer desselben war in den Blicken eines jeden Anwesenden die höchste Begeisterung für den Redner und die innigste Freude zu lesen. Als er geendet hatte, entstand ein ungeheures Gedränge; ein Jeder wollte hrneilen, um dem Herrn Rabbiner durch Händedruck seinen Dank zu bezeigen. Ja, Einige, denen es zu schwer wurde, durchzudringen, dankten den Vorstehern der Adath- Üisraöl-Gemeinde für den geistigen Genuß, den man theilweise doch auch ihnen verdanke. Ich hörte einen aus der Menge zu seinem Nachbar sagen: „Man darf beginnen, wo immer man will, man wird an diesem Manne keinen Fehler finden. Mögen die Gegner aufsuchen und ausspüren so viel ihnen beliebt, die Sonne bleibt doch ohne Makel." Ern Andrer äußerte sich folgendermaßen: „Die neuen Rabbiner verlegen sich darauf, in ihren Predigten die Zuhörer durch abgenutzte Kunstgriffe zu Thränen zu rühren. Gewöhnlich werden die Todten herausbeschworen, um dem Redner, der ja mit dem besten Willen auf andre Weise seinem Publikum kein Interesse zu entlocken vermag, beizustehen, daß man ihnen den theuren Dahingeschiedenen zu Liebe auch ihm einige Aufmerksamkeit schenke. Ganz anders macht es Herr Rabbiner Vr. Hildesheimer. Trotz der Tiefe seiner Gedanken versteht er es, sein Publikum stets in größter Heiterkeit, sowie in gespanntester Erwartung zu erhalten."