Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1869)
- Date
- 1869-11-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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879 iner, die Muth und Zuversicht einflößen, die den a Willen haben, Hand in Hand mit Herrn Rabb. H. zu wirken. Ihnen ist es eine heilige Pflicht der größesten Gewissenhaftigkeit der Pflanzen zu en, deren sorgsame Pflege ihnen ans Herz gelegt „Daß sie sich bewähren, dafür bürgen ihre zum l schon vorteilhaft bekannte Namen." Die Schule theilt sich in 5 resp. 6 Knaben, und kädchenclassen, die von 7 Lehrern und dem Di- )r Herr Rabbiner Dr. H. unterrichtet werden, hebr. Unterricht beginnt mit dem Lesen, Gram, erstreckt sich bis zu incl., die Herr Rabb. t gibt; der Geschichts-Unterricht von Erschaffung Welt bis auf die Geschichte der Juden unserer , wobei vorzüglich auf die Charakterentwickelung h die Beispiele großer Männer und Frauen hinirkt werden soll. Der Unterrichtsgegenstand „Re- )n" soll besonders für d'us praktisch religiöse Levorbereiten. Mit dem hebr. - deutsch Schreiben nie leider noch nicht begonnen werden; es ist aber das kommende Semester .t"k in Aussicht genoml. Jede Klasse hat wöchentlich 6 Unterrichtsiden. Die Schule wurde am 5. ptpmD (10 Oft.) sfnet, bei welcher Feierlichkeit Herr Rabbiner Dr. eine kleine Ansprache an die Kinder und deren vesenden Eltern richtete. Wir hatten dabei Geenheit die Art und Weise zu bewundern, mit der rr Rabbiner Dr. H. mit der Jugend zu verkehren iß. Er ermuntert zu Fleiß, Ordnung und Gehorn Und hebt namentlich hervor, daß er für eine ie Disziplin Sorge tragen werde. So wünschen wir denn der Schule einen recht deihlichen Fortgang, den Lehrern Kraft, Ausdauer ad Freude am und beim Unterrichte. Wenn Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam ch beeifernd, dasselbe wollen, dann wird, muß das ch öne Ziel erreicht, zum Vorth eil erreicht werden und rnsere Zukunft wird eine lichtvolle sein, denn unsere Jugend ist unsere Zukunft, ny niD* D’^iy td II. Die Predigt. Ueber diese so überaus wichtige Thätigkeit eines Rabbiners in der Gegenwart entnehmen wir einem an uns gerichteten Privatbriese folgendes: Berlin, den 7. November. .... Gestern Vormittag hielt Herr Rabbiner Di. Hildesheimer von 11—12 wieder einen Vortrag in dem Gebäude „Gesellschaft der Freunde." Vor 14Tagen war schon einmal in dem kleineren Saale desselben Gebäudes ein Vortrag von Herrn Dr. Hildesheimer gehalten worden. DaS Auditorium war damals so groß, daß man allerseits bedauerte, nicht den größeren Saal gemiethet zu haben. Dies geschah denn dieses Mal. Ich begab mich schon um IO1/* Uhr dorthin, um eine« guten Platz zu erhallen. Schon hatten sich trotz des anhaltenden Regens Vicle eingefunden, und mit jeder Minute wuchs die Menge, so daß der Saal um 11 Uhr ebenso angefüllt war, wie bei der vor einigen Wochen ebendaselbst abgehaltenen öffentlichen Sitzung des Comite's zur Abhilfe des Nothstandes in Westrußland , bei welcher Sie zugegen waren. Aller Augen waren auf die Thüre gerichtet, durch welche Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer kommen sollte. Endlich erschien er. Die ganze Versammlung erhob sich von den Sitzen, um den Mann, der schon nach der kurzen Zeit seines Weckens hier durch sein im höchsten Grade würdevolles und zugleich liebevolles Wesen die Herzen Aller, die ihn einmal gehört oder einmal mit ihm verkehrt, mit Hochachtung und Begeisterung für sich erfüllt, zu begrüßen. Er hatte zum Text seiner Rede den Schluß der Haftara gewählt nrvn ’nna ice» ’csdi 0”nn vreiw nd-yi rpßa nrvn nc« mm :wn rim jj-d tsv zwn ccm w 7?n arcai 0P&0 :Kin niecs 'n o 'rvso wpa» mim njnncen Ihnen, geehrter Herr Dr., mitzutheilen, wie meisterhaft Herr Ralbiner Dr. Hildesheimer diesen Text bearbeitete, ist schon deßhalb eine zu hohe Aufgabe für meine schwachen Kräfte, weck ich, selbst bei dem ernstesten Bestreben, den ganzen Vortrag genau wiederzugeben, doch immer mit Recht zu befürchten hätte, es möchte an der reichen Fülle der Gedanken Manches verloren gehen. Nur einige der erhabenen Wahrheiten , welche das Forscherauge deö Meisters aus den Worten der angeführten Stelle herauögefunden, möchte ich Ihnen mittheilen. Di^m mnn scheint durchaus kein tertium comparationis zuzulassen. Aber meisterhaft ist die Idee, welche der Redner aus dieser Zusammenstellung zu schöpfen wußte. Frieden, ja Frieden zu erhalten, ist gewiß eine herrliche Ausgabe; aber nicht Frieden unter jeder Bedingung, nicht uw jeden Preis, nein, nur dann, wenn zuvor das v"n gesichert ist. Das wahrhafte, echt jüdische Leben, das Leben im Sinne der Torah, darf nicht gefährdet sein, dann sei der Friede willkommen; steht aber jenes in Gefahr, dann wäre es Sünde, den Frieden, die Ruhe, die Bequemlichkeit dem Kampfe für die Sache Gottes vorzuziehen. Hier schloß der Redner an die dritte Paraschah des Wochenabschnittes an. Er machte auf die figürliche Bedeutung, welche nach pm neben der eigentlichen zulässig, aufmerksam. Unter den Brunnen, welche Jizchak gegraben, sei nach der bildlichen Auffassung der ewig fließende Weisheitsborn der Thora zu verstehen. Nicht nur in der Geschichte des jüdischen Volkes, sondern auch in der Culturgeschichte kommt es nicht ftlten vor, daß geistige Errungenschaften durch Jndifferentismus oder sogar durch feindliche Bestrebungen gegen jene eine Zeit lang verloren gehen. Aber es treten immer