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Der Israelit · 1869-11-10 · Heft 45 (10.11.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 45 (10.11.1869)
Date
1869-11-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X. Jahrgang. Beilage z« Rr. 45 des Israelit. Leitender Artikel. Aphorismen. Pädagogischen und religiösen Inhalts. II. Die besten Gesellschafter der Kinder aber sind die Eltern, Lehrer und Erzieher. Dieser Satz ist an und für sich so allgemein verständlich, so unbestritten wahr, daß er, da cs ja sattsam und zur Genüge bekannt ist, die Erfahrung es uns auch hinlänglich lehrt, was der Umgang zu schaffen vermag, keiner weitläufigen Auseinandersetzung bedarf, noch weniger erst bewiesen zu werden braucht. Daher kann es den Eltern nicht eindringlich und warm genug ans Herz gelegt, nicht zu oft wiederholt werden, daß es eine ihre Hauptpflichten sei, ihre Kinder, so viel ihnen dieses nur irgend möglich, unter ihrer Aufsicht zu halten, ihr Augenmerk auf sie zu richten, damit sie ihren Blicken nicht entzogen, aber auch Acht darauf zu geben, daß dieselben in ihrer Umgebung — so weit dieses unbeschadet ihrer Gesundheit und körperlichen wie geistigen Entwickelung möglich ist — nützlich beschäftigt werden, damit sie nicht von Langeweile geplagt, böse, sie in das Netz des Verderbens und des Unterganges führende Gesellschaften aufsuchen; denn bekannt ist ja wvyp 'Tb N»3D nbran Müßiggang ist aller Laster Anfang! Besonders kann Eingangs Gesagtes in der Gegenwart, wo leider der Abfall von unserer heiligen Religion immer größere Dimensionen anzunehmen drohet, das Streben nach dem Materiellen keine Grenze mehr kennt, wo Lethargie und JndifferentismuS immer mehr und mehr an Tcrrain gewinnen und die Abgestumpftheit für alles Höhere und Heiligere an Jntension gewinnen, wo sogar vielfach Atheismus öffentlich gelehrt und gepredigt wird und wo man alles Göttliche und Heilige, was die Feuerprobe der Afterkritik -z icht aushalten, was mit der schwachen menschlichen ^'rnunst nicht begriffen werden kann, für Phantasmagorien, Hirngespinnste, Ausgeburten und Grübeleien krankhafter unwissender Menschen hält, wo man sogar in Gegenwart der unmündigen, flatterhaften, für äußere Eindrücke so leicht empfänglichen Jugend mit Verachtung und Geringschätzung iiwd byi "n dy über unsere narnpn min und bemühet ist na pn:1? o.Tnny rin crrnnmo — in einer solchen in religiöser Beziehung so sehr tief gesunkenen Zeit, sagen wir, kann es denjenigen Ettern, deren Herz noch warm schlägt für unsere uralte, ewig bestehende Religion und ihre heiligen Institutionen, denen das zeitliche und ewige Wohl ihrer ihnen von Gott geschenkten und ihrer Obhut, Leitung und Führung anvertrauten Kinder, die zur Ehre Gottes zu erziehen, eine ihrer größten Pflichten ist, am Herzen liegt und denen darum die religiöse Erziehung und Ausbildung derselben nicht gleichgiltig und das "21 cu man Drunten und das pobn dd\d n«i kein leeres Wort ist — nicht genug zur Beherzigung empfohlen und tief genug eingeprägt werden; denn wer trägt wohl von solchen, wie soeben erwähnten Gesprächen einen größeren Schaden davon, wer leidet wohl mehr darunter und hat einen größern Nacktheil daran, als eben die unreife Jugend, die noch kein selbständiges Urtheil, am allerwenigsten in religiöses Angelegenheiten besitzt? Und . was ist die notwendige Folge davon? Ganz sicher die, daß solche Kinder, die derartige Gespräche Erwachsener mit anhören, für Zeit und Ew'gkeit verdorben werden und sowohl für das zeitliche, als auch — und das ist sicher — für das jenseitige, ewige Leben verloren sind. Daher sollte die die Schule noch besuchende Jugend nur bei ganz außerordentlichen Gelegenheiten und nur in den dringendsten Fällen, wo entweder ihre Abwesenheit ihnen — den Kindern nämlich — zum Nutzen gereicht, oder auch, wo ihre Abwesenheit den Eltern Störung verursacht, den Blicken ihrer sie überwachenden Eltern entzogen werden. — Eben so kann nicht oft genug auf den Nachtheil hingewiesen werden, der für die religiöse Ausbildung jüdischer Kinder daraus erwächst, wenn, wie das heutigen Tages noch in vielen Ländern der Fall ist, die jüdische Religionsnicht auch zugleich Elementarschule ist und die jüdischen Kinder gezwungen sind, nichtjüdische Elementarschulen zu besuchen. (Wir wollen hier keinesweges alle Vorzüge, die die jüd. Religions- und Elementarschulen vor den bloßen Religionsschulen haben, hervorheben, da wir hier nur Aphorismen und keine vollständige Abhandlungen zu liefern uns als Ziel vorgesteckt, die Nachtheile aber, die für jüd. Kinder daraus entstehen, wenn sie überhaupt nichtjüdische Schulen besuchen, ja ohnehin schon in unserm früheren Aufsatze: „Wer ist Schuld daran" u. s. w. deutlich genug auseinander gesetzt haben.) Doch sei uns gestattet, hier noch auf Einiges, dort nicht Gesagte, aufmerksam zu machen. Besuchen, wie es noch häufig der Fall ist die jüd. Religionsschüler auch zugleich die nichtjüdischen Volksschulen, in denen sich die verschiedensten Farben und Charaktere von Schülern vorfinden, wie unausbleiblich und merklich, mithin

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