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Der Israelit · 1869-11-10 · Heft 45 (10.11.1869) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 45 (10.11.1869)
Date
1869-11-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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862 rvolllen, wurden sie nicht gehört und gewaltsam zur Thüre hinausgeworfen. Bis heute sind 364 Familien mit 1098 Kindern vertrieben worden. Rußland und Polen. Odessa. Das „Journal von Odessa" meldet, daß man in der Nähe von Moldovanka eine israelitische Familie, bestehend «US fünf Personen, ermordet gefunden hat. Frankreich. Paris. Der „Libanon" bringt die Nachricht, daß Herr Joseph Halevi, d-r bekannte Reisende in Abefsynien, nach Aemen (glückt. Arabien) abgereisi ist, um im Aufträge der französischen Regierung nach Inschriften auf alten Steinen zu suchen, dieselben zu entziffern und die Resultate der kaiserlichen Bibliothek zu übergeben. Marseille. HerrJ Abram, Vicepräsident des hiesigen israelitischen Consistoriums und Viceprändent der Ackerbaugesellschaft der Rbonemündungen, hat vom Ackerbauminister eine goldene Medaille erhalten als Anerkennung der großen landwirthschattlichen Arbeiten in seinen weiten Domänen zu Cran. (Un. Jsr.) Ntaney. Herr Anselm, Richter am Handelsgericht zu Nancy, wurde zum Präsidenten dieses Gerichtes ernannt. Dies ist ein neuer Triumph für das ganze Judenthum. (Un. Jsr.) Amerika. San Franzisco. Herr Rabbiner Dr. Cckmann, Herausgeber des „Hebrew Observer" wurde als Rabbiner nach Portland (Oregon) berufen. Derselbe lebte seit 1b Jahren in San Franzidco. Er war einer von den wenigen Rabbinen Californiens, welche an der von den Vätern überlieferten Religion festhielten, und als seine Gemeinde Reformen im Gottesdienste einzuführen beschloß, legte er seine Stelle, die sehr lucrativ war, «jeder und befaßte sich nur noch mit Jugendunterricht, wobei er besonders auf arme Kinder Rücksicht nahm, die er unentgeltlich in der Religion unterrichtete. Hunderten von Armen half er aus der Nolh und beraubte sich oft selbst des Nothwendigsten. Bei den Sammlungen für Westrußland zeigte er ebenfalls einen rastlosen Eifer; an 10000 Dollar brachte er für diesen Zweck zusammen. Sogar als man ihm bei dem von vielen seiner Verehrer veranstalteten Abschiedsmahle eine gefüllte Börse als Zeichen der Anerkennung überreichte, schenkte er sofort das Geld den Hungernden in Rußland; er hätte kein Geld nöthig, sagte er, während die armen Glaubensgenossen in Westrußland des Nothwendigsten entbehren. Die Juden in Portland ehren sich selbst durch die Berufung eines solchen Ehrenmannes. — Möge Herr Dr Eckmann recht viele Erfolge in seiner neuen Stelle erzielen. St. LouiS. Der „Jew. Mesi." schreibt: Die Juden von St. Louis sind ein glückliches Volk. Vor einigen Jabren waren unter ihnen 70 erleuchtete Männer, (?) welche den glücklichen Gedanken erfaßten, alle Rabbiner über Bord zu werfen und sich selbst zu einer Gemeinde von „Priestern" zu constituiren. Sie wünschten mit der Errichtung einer neuen Synagoge eine neue Religion (?) zu gründen. Daher gaben sie von vornherein die Erklärung ab, daß „kein Rabbiner sich in ihre Angelegenheiten mischen dürfe," schafften alle alten Ceremonien ab und führten neue ein, die sie in ihrer eingebildeten Weisheit für echt und rein hielten. Ihr neuer Tempel wurde vor 14 Tagen eingeweiht. Was war nun ihre erste Handlung? Sie vergaßenihren ersten Beschluß und wählten den Prediger Dr. Sonnenschein in New-Hork als „ihren geistl'chen Führer" — sie verachteten „rabbinische Einmischung " mit einem Gehalte von 4000 Dollar — obgleich dieser mit seiner Gemeinde in New-Jork noch einen Vertrag auf zwei Jahre hatte. Australien Dkelbourne. Eine Deputation der jüdischen philanthropischen Gesellschaft bestehend aus den Herren Meyers, Zox und Rabbiner Ornstein war jüngst bei dem Regierungs - Schatzmeister Herrn M'Culloch um bei denselben anzufragen, ob die Regierung die Errichtung von jüdischen Armenhäusern unterstützen wolle. Herr Meyers thcilte mit, daß sie >0 solcher Häuser m't einem Kostenaufwande von je 200—250 L. (2400 — 3000 fl.) auf dem von der Regierung bereits geschenkten Platz im königl. Parke zu erbauen gedenken. Im allgemeinen wohlthätigen Asyl wären drei Juden, für die die Gesellschaft jährlich 700— 800 L. (8400 - 0600 fl.) bezahle. Die Gesellschaft sei zu dem Zwecke gegründet worden, daß wenn einige Glaubensgenossen in Unglück kämen. sie diesen wieder aushelfe und besonders ihre Miethe zahle. Zwei solcher Fälle wären erst die vergangene Woche eingetreten. Die Juden von Melbourne halten es darum für das beste, ihre Armen in Gebäulichkeiten zu concentriren, für welche sie keine Miethe zu zahlen hätten; aber die Mittel der Gesellschaft reichten nicht dazu aus, sie hätten zwar für diesen Zweck 800 L. (9600 fl.) gesammelt, ersuchten aber die Regierung um einen entsprechenden Beitrag und würden sie dann ihre Armen aus dem allgemeinen Asyl zurück-

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