Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1869)
- Date
- 1869-11-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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859 «er jüngsten Kundgebung, „so ist eine Zweitheilung des ungarischen Israel unabweisbar, unaufschiebbar. DaS orthodoxe Israel, daS auf der Basis der ewigen, Unveränderlichen Gotteskhre beruht, wird ewig bestehen, wenn seine Gegner längst der Vergessenheit und der Vernichtung anheimgefallen sein werden. Gott mit uns!" — Zeit« ngsrrachrichterr und Correfpon- -enzen. Deutschland. MaiMZ, 4. November. In Nr. 44. der „Allgemeinen Zeitung des Iudenthums " wird zur allgemeinen Kenntnis; gebracht, daß der Redacteur derselben, Herr Ex-Rabbiner vr. Ludwig Philippson „das Leben und die Secle der jüdischen Reform sei." Was sind da die andern Herren Leipziger Synodenmänner ohne Herrn Philippson? — Todte Körper, ohne Seele und Leben. Gersfelb. Von unserer Gemeinde wurde nur höchst selten in jüdischen Blättern berichtet, es ereignete sich fast nie etwas Außergewöhnliches was der öffentlichen Besprechung würdig wäre. In der Gemeinde herrschte fortwährend Frieden, unser orthodoxer Rabbiner, der bereits seit 29 Jahren segensreich dahier wirkt, hatte sich stets der Liebe Und Achtung der Gemeindeglieder zu erfreuen, denn er leitete die Gemeinde und überwachte die religiösen Institutionen immer mit der größten Gewissenhaftigkeit und ermüdete nie in der Erfüllung seiner Pflichten. Das Alles hat sich im Laufe des verflossenen Jahres geändert, seitdem der Vorstand einen Herrn Goldberger aus Westphalen als Lehrer und Vorsänger angesrellt. Dessen Bestreben war es hauptsächlich, gegen den H. Rabbiner auszutreten. Er lasse sich beim Thoravorlesen nicht corrigiren, erklärte er össentlich, er sei nur da, um das Volk aus seiner Dummheit herauszubringen; er musieirte am Sabbat, das Verbot des Musicirens, behauptete er, sei nur ein örtlicher In der Schule erzählte er den Kindern, Israel sei früher das auSerwählte Volk gewesen, aber jetzt nicht mehr. Aus eine Belehrung von Seiten des Rabbiners ging er nicht ein. Trotz alldem wußte er sich bei dem Vorstände zum Liebling zu machen, gerade weil er religionswidrige Dinge beging. Bei einer Gemeindeversammlung erklärte der Rabbiner, daß er, so lange Herr G. als Vorbcter sungire, den Gottesdienst nicht besuchen könne, man möge ihm ein n"D aus der Synagoge geben, um einen Privatgottesdrenft einrichten zu können; aber dies wurde verweigert. Wie sehr der Rabbiner Recht hatte, so z« verfahren und das größte Mißtrauen in den Lehrer zu setzen, beweiset, daß eines schönen Morgens Herr G. verschwunden d. h. nach Amerika abgereist war, nachdem er zuvor von bewährten Zeugen überfühxt worden, daß er seine Schülerinnen zu unsittlichen Dingen mißbraucht hatte!!! Hoffen wir, daß der Vorstand bei der Wiederbesetzung der Stelle auf eine Persönlichkeit reflekttrt, die bei Religiosität sich bemühen wird stets in Einklang mit dem Rabbiner zu leben. Aus Württemberg. Der Staatsanzeiger für Württemberg vom 22. Oft. o. I. enthält eine Bekantmachung der israel. Oberkirchenbehörde, betreffend die Rechnungsergebnisse und den Vermögensstand der isr. Centralkirchenkasse pro 1867/68. aus den Grund der von der K. Oberrechnungskammer geprüften und abgehörten Rechnung. Hiernach betragen die Einnahmen von Kapitalzins, Personalsteuer, Rabbinatsbesoldungsbeiträge von den Gemeinden rc. rc einschließlich der st. 9,600 Zuschuß der Staatshauptkasse zusammen st. 30,348 14 Kreuzer. Die Ausgaben auf den Grundstock, für Aussicht und Verwaltung. R-bbinatSbesoldungen, QuieSccntengl halte, Reise'sstm, Unterstützungen an Rabbinatsnnd Schulamtschglinge und an Gcwerbslehrsinge, Gehaltsaufbesterung für Lehrer und Vorsänger re. rc. belaufen sich auf fl. 27 038. 19 kr. — DaS V rmögen der Kufe stellt sich auf den 3 Juni 1868 an Kapitalien, A tiva rsstrnden und Kassenwerth zusammen aus fl. 73,25’\ 35 kr. Bei der bevorstehenden Delegirtenver sammln ng dürfte die ivrage der Crh lt-rnx, Vermehrung und Verwendung dieses Fonds auch eine der finanzi ll w chtigeren und ein A trag auf Einächtnahme der Rechnuugs^clou vollständig gerechtfertigt sein. Eine gründliche Prüfung der bsherigen Vcrwendungswerse wird Gele enbert buten, Verbesserungen und Aendenmgen in Vor'chlaq und mit der;u revidirenden Kirchenverfassung des württ. Israels in Einklang zu bringen. Aus Württemberg. Das Gcfängnißwesen in Württemberg, insoweit eS racUten von Religicnswegm angeht, ist leider einer völligen V rwahrlol'ung p eiSgegeb n, indem weder die israelitische Oberk rchen^ehörde. noch einer der 12 Rabbinen oder deren Stellvertreter, die Vorsänger von Amtswegen oder privatim sich um die Gefangenen anmhmen, insofern sie Israeliten und der Seelüfte bedürftig sind. Diese unverantwortliche Fahrlässigkeit bezieht sich aus alle Gefangenen, diese mögen ein Verbrechen oder ein Vergehen abbüßen, im Zucht-, oder